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Aus dem Leben eines selbstständigen App-Entwicklers

Praktikum im IT-Management [Quelle: freeimages, Autor: erkinsahin]

Quelle: freeimages, erkinsahin

Vom Programmiermuffel zum Entwickler: Früher gehörte das Coden nicht zu den Lieblingsaufgaben von Thomas Sillmann. Zu Beginn seines Berufslebens absolvierte er deshalb eine Ausbildung zum Fachinformatiker mit Schwerpunkt Systemintegration. Heute ist er freiberuflicher App-Entwickler. Hier erklärt er, wie er doch noch zum passionierten Entwickler wurde, was seinen Alltag als IT-Freelancer ausmacht und worauf es bei der Selbstständigkeit ankommt.

Ich habe schon sehr früh zu Beginn meines Berufslebens mit dem Gedanken gespielt, mich selbstständig zu machen. Kurz nach meiner Ausbildung zum Fachinformatiker (Fachrichtung Systemintegration) meldete ich ein Gewerbe an, das ich daraufhin parallel zu meiner Angestelltentätigkeit ausübte. Damals erstellte und pflegte ich noch Websites, heute entwickle ich Apps und schreibe Fachbücher sowie Fachartikel. Der Weg dorthin war so nie konkret geplant. Es waren mehr oder weniger Zufälle, die mich Stück für Stück in diese Richtung lenkten.

Einer dieser ersten Zufälle war das iPhone und mit ihm die aufkeimende App-Ökonomie. Ich begann in meiner Freizeit – schlicht aus Spaß an der Freude – mit der Entwicklung eigener Apps, von denen manche auch im App Store landeten. So wurde eine Internetagentur auf mich aufmerksam, die mich als App-Entwickler einstellte; ich wechselte mein Fach vom Systemintegrator zum Anwendungsentwickler. Mein Gewerbe ruhte größtenteils während dieser Anstellung und diente ausschließlich dem Vertrieb meiner eigenen Apps. Weitere Zufälle führten schließlich dazu, dass ich die Chance erhielt, ein Fachbuch über App-Entwicklung zu schreiben. Das nutzte ich als Sprungbrett, um dem nachzugehen, was mich schon 2008 nach Ende meiner Ausbildung umtrieb: Ich machte mich vollkommen selbstständig. Das war zu Beginn des Jahres 2015.

Seitdem arbeite ich als freiberuflicher Autor und App-Entwickler. Ich habe mich auf die Plattformen von Apple spezialisiert, inklusive der zugehörigen Entwicklungsumgebung und Programmiersprachen. Meine Fachartikel und Fachbücher behandeln allesamt diesen Themenkomplex.

Das gesamte Know-how, das ich mir erarbeitet habe und jeden Tag weiter ausbaue, habe ich mir autodidaktisch angeeignet. Ich lese Bücher, probiere Dinge aus, verzweifle an manchen Stellen und freue mich umso mehr, wenn ich ein lästiges Problem schließlich lösen kann.

Dabei war ich nicht immer ein begeisterter Programmierer, schließlich schloss ich nicht ohne Grund meine IT-Ausbildung als Systemintegrator ab. Ich konnte dem Programmieren zunächst überhaupt nichts abgewinnen. Schon vor Beginn meiner Ausbildung bastelte ich lieber an Rechnern herum, als Anwendungen für sie zu schreiben. Das blieb auch während meiner Ausbildung so: Im Fach Anwendungsentwicklung schaffte ich es gerade auf die Note 3. Erst ein Projekt auf Basis von PHP, das mir kurz nach Ende meiner Ausbildung zugeteilt wurde, entfachte dann jene Begeisterung für das Programmieren, die bis heute anhält und wächst. Jetzt habe ich nicht mehr das geringste Interesse daran, an Rechnern herumzuschrauben. So hat sich meine einstige Faszination vollkommen gewandelt.

Sei flexibel, und genieße es

Es klingt inzwischen abgedroschen, aber der gesamte IT-Markt ist verdammt schnelllebig. Meiner Meinung nach sollte man das aber nicht als Nachteil betrachten. Das erlaubt es uns, uns immer wieder neu zu erfinden. Ich bin in gewisser Weise das beste Beispiel dafür. Ohne das iPhone und den plötzlichen Boom der Apps wäre es mir wohl nie in den Sinn gekommen, Anwendungen egal welcher Art selbst zu programmieren. Und so wäre ich womöglich nie in jenem faszinierenden Tätigkeitsfeld gelandet, das mich heute Tag für Tag begeistert.

Auch in diesem speziellen Bereich der App-Programmierung entwickelt sich der Markt unaufhörlich weiter. Neue Hard- und Software ermöglichen gänzlich neue Funktionen und sogar potenzielle Geschäftsmodelle. Man denke hier zum Beispiel nur an Augmented Reality oder den Smartwatch-Markt, die ganz neue Arten von Anwendungen erlauben.

Es führt kein Weg daran vorbei, sich ständig weiterzubilden und Neues auszuprobieren. Doch genau das ist für mich eine der faszinierendsten Facetten dieses Berufs. Regelmäßige Weiterbildung ist ein wichtiger und essenzieller Teil der eigenen Flexibilität. Dabei geht es nicht darum, jedem Trend hinterherzurennen. Stattdessen muss man für sich neue Technologien bewerten und abwägen, ob es sinnvoll ist, Zeit und Ressourcen in sie zu investieren. Wenn man sich dann – ganz objektiv und sachlich – gegen einen Trend entscheidet, ist das vollkommen legitim. Aber man sollte ihn nicht sofort abstrafen, sondern sich stattdessen in Ruhe mit der jeweiligen Materie auseinandersetzen. Ich beispielsweise bin bis heute kein wirklicher Fan von Augmented Reality, glaube aber an den langfristigen Erfolg und das Potenzial der Smartwatches. Entsprechend richte ich auch meine eigenen Ressourcen aus. Und wenn sich das nicht rechnet, liegt es in meiner Verantwortung, das zu erkennen und entsprechende Konsequenzen daraus zu ziehen.

Das A und O: Selbstorganisation

Vollkommen egal, in welchem Bereich man als Selbstständige:r arbeitet: Die wichtigste zu beherrschende Disziplin ist ohne Zweifel Selbstorganisation. Sie ist die Grundlage für jede Form von Produktivität. Auch Angestellte können nur gewinnen, wenn sie lernen, sich besser selbst zu organisieren. Doch für Selbstständige ist das unabdingbar. Es ist nicht verwunderlich, wenn man Deadlines hinterherhinkt und bis spät abends völlig gestresst noch E-Mails abarbeitet, wenn man seine Arbeit und seine Tage nicht angemessen strukturiert. Man übernimmt sich so nur allzu leicht und verliert den Überblick über laufende Projekte und Aufgaben.

Dabei ist es meiner Erfahrung nach gar nicht so schwer, sich erfolgreich selbst zu organisieren. Wichtig ist da vor allen Dingen eines: Planung. Ich selbst setze hierbei auf drei Ebenen an und mache eine Monats-, eine Wochen- und eine Tagesplanung. Entscheidend ist für mich vor allen Dingen letztere. Am Ende eines jeden Tages plane ich den darauffolgenden bereits bestmöglich durch. Ich notiere hierbei zunächst alle Aufgaben, die zwingend erledigt werden müssen. Optional kommen weitere Aufgaben hinzu, von denen ich befürchte, dass ihre Erfüllung komplexer wird als gedacht, und solche, auf deren Abarbeitung ich mich freue. Dazu gehören beispielsweise Dinge, die ich als besonders nervig empfinde (in meinem Fall ist das alles, was mit Steuern zu tun hat), und ich froh bin, wenn ich sie abschließen kann. Oder es sind Aufgaben, die mich begeistern und motivieren, am Ball zu bleiben. Diese dienen in gewisser Weise als Belohnung für die Erfüllung der vorangegangenen Tätigkeiten.

Jeden Morgen weiß ich dementsprechend ganz genau, was mich erwartet und was ich zu tun habe. Auch die Reihenfolge steht fest. Letztlich brauche ich mich nur hinzusetzen und anzufangen.

Eine solche Tagesplanung mag nach einer organisatorischen Kleinigkeit klingen, ist es aber nicht. Wenn ich morgens erst einmal überlegen muss, was eigentlich ansteht oder mich von den neuesten E-Mails davon verleiten lasse, meine eigentlichen Prioritäten aus den Augen zu verlieren, ist das der Beginn von Chaos (und potenziellen Überstunden).

Eine Monats- und Wochenplanung helfen mir dabei, meine Ziele auch langfristig zu erreichen. So weiß ich genau, welche Projekte in einem Monat anstehen, und ich kann das bei der Wochen- und Tagesplanung entsprechend berücksichtigen. Gleichzeitig weiß ich so auch jederzeit, ob ich guten Gewissens noch weitere Aufträge und Projekte annehmen kann oder nicht.

Die Sache mit dem Fokus

Nach der Planung kommt die Umsetzung, und hier erachte ich einen Punkt als essenziell: das fokussierte Arbeiten! Doch was soll das heißen?

Im Grunde ist es ganz einfach: Es geht darum, sich auf die aktuell anstehende Aufgabe zu konzentrieren. Wenn man mit der Arbeit beginnt, sollte man nach Möglichkeit alle potenziellen Störquellen eliminieren, also etwa das Handy stummschalten und eintreffende Notifications deaktivieren. Ziel ist es, dass man sich voll und ganz der Aufgabe widmet und sich nicht ablenken lässt.

Hierbei ist aber auch Selbstdisziplin enorm wichtig. Es nützt nichts, wenn Störquellen deaktiviert sind, man aber trotzdem regelmäßig zum Browser wechselt und Facebook durchstöbert.

Zudem lohnt es sich, fokussiert am Ball zu bleiben und sich immer voll und ganz einer spezifischen Aufgabe zu widmen. Man arbeitet so deutlich effizienter und schneller. So bleibt letztlich mehr Zeit, um entweder mehr Aufgaben als bisher an einem Tag zu bewältigen oder sich früher anderen Dingen zuzuwenden.

Abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld

Wenn mich Menschen nach dem fragen, was ich beruflich mache, fällt es mir schwer, präzise zu antworten. Denn wenn man es genau nimmt, müsste ich mich dann immer als Autor, App-Entwickler und Trainer bezeichnen. Schon seit Schulzeiten schreibe ich wahnsinnig gerne, und heute nutze ich das, um Fachbücher und Fachartikel über die App-Entwicklung zu schreiben. Die App-Entwicklung ist entsprechend essenziell für meine Tätigkeit als Autor. Gleiches gilt für meine Arbeit als Trainer. Ich gebe mein Wissen zur App-Entwicklung sehr gerne in Form von Coachings, Workshops und Vorträgen weiter.

Und natürlich entwickle ich unglaublich gerne selbst. Die Programmierung ist in meinen Augen so faszinierend, weil kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht etwas Neues lerne. Zudem ist es heute dank moderner Entwicklungs-Tools in vielerlei Hinsicht angenehm, gute und großartige Anwendungen zu schreiben.

Ich fühle mich gut aufgehoben in diesem faszinierenden und spannenden Tätigkeitsfeld. Kaum ein Tag ist wie der andere, und jedes Projekt bringt neue Erfahrungen und Erkenntnisse mit sich. Darüber hinaus hält mich die stete Weiterentwicklung von Programmiersprachen und Betriebssystemen auf Trab. Ich genieße das – und bin gespannt darauf, was der morgige Tag bringen mag.

Thomas Sillmann im Internet

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