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So drücken Sie Ihre Steuern

Münzen, Geld, Pling [Quelle: pixabay.com, Autor: Jakob_F]

Quelle: pixabay.com, Jakob_F

Wer eine Steuererklärung erstellt, wird dafür im Schnitt mit 935 Euro Erstattung belohnt. In diesem Jahr müssen einige neue Gesetze und Finanzurteile beachtet werden.

Die Steuererklärung für das Jahr 2017 dürfte bei vielen Bürgern entweder ziemlich dünn ausfallen oder – wenn sie elektronisch abgegeben wird – sogar ganz ohne Papier vonstattengehen. Der Grund: Steuerzahler müssen ab sofort keine Belege mehr beifügen. Aufheben müssen sie ihre Rechnungen und Quittungen aber trotzdem, denn das Finanzamt kann sie bei Nachfragen anfordern. Doch das ist längst nicht die einzige Neuerung, die Steuerzahler kennen sollten. Wegen veränderter Gesetze oder neuer Urteile der Finanzgerichte hat sich gegenüber dem Vorjahr wieder einiges getan. Wer das Projekt Steuererklärung 2017 in Angriff nimmt, sollte folgende Änderungen kennen.

Abgabefrist

In diesem Jahr müssen die Einkommensteuererklärungen in den meisten Bundesländern bis zum 31. Mai abgegeben werden. Erst ab 2019 ist die Abgabefrist deutschlandweit verschoben: Wer dann die Formulare für das Steuerjahr 2018 selbst ausfüllt, muss sie spätestens bis 31. Juli 2019 beim Finanzamt einreichen. In Rheinland-Pfalz dürfen sich Bürger, die nicht steuerlich beraten werden, schon jetzt zwei Monate mehr Zeit lassen. Zwei Extramonate gibt es auch in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern. Dort ist die verlängerte Frist aber an eine Bedingung geknüpft: Die Erklärung muss elektronisch und meist auch "authentifiziert" abgegeben werden – dazu müssen sich Steuerzahler im Elster-Portal der Finanzverwaltungen (www.elster.de) registrieren lassen. Wer sich von einem Steuerprofi unterstützen lässt, hat bis zum 31. Dezember Zeit.

Außergewöhnliche Belastungen

Wenn Gesundheitskosten für Zahnersatz, eine Brille oder Medikamente nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können sie das Haushaltsbudget stark belasten. Der Fiskus beteiligt sich an diesen Kosten, sofern sie den "zumutbaren Eigenanteil" überschreiten. Dieser richtet sich nach der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder. Seit einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) im vergangenen Jahr liegt die Schwelle etwas niedriger (Az. VI R 75/14). Bei einer Familie mit zwei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 40.000 Euro werden jetzt schon Ausgaben von mehr als 1.046 Euro im Jahr als außergewöhnliche Belastung anerkannt.

Belege

Da Steuerzahler jetzt nicht mehr verpflichtet sind, Belege einzureichen, sollten sie die Steuerformulare umso sorgfältiger ausfüllen. Die Bayerische Finanzverwaltung nennt dazu Beispiele: So reiche es nicht aus, "Spende 250 Euro" anzugeben, besser sei beispielsweise "SOS-Kinderdorf (06/2017) 250 Euro". Auch "Fortbildung 700 Euro" sei nicht aussagekräftig, besser: "Ärztekongress Berlin (23.-26.03.2017) – Teilnahmegebühr 700 Euro". Manchmal kann es sich trotzdem lohnen, Belege sofort einzureichen. "Das gilt etwa bei einem neuen Sachverhalt wie einem häuslichen Arbeitszimmer oder dem Beginn einer doppelten Haushaltsführung", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt). So könnten Nachfragen verhindert und die Bearbeitung beschleunigt werden.

Firmenwagen

Eine gute Nachricht gab es 2017 für Arbeitnehmer, die einen Dienstwagen haben und diesen auch privat nutzen dürfen. Wer sich an den Kosten für das Auto beteiligen muss, konnte bisher nur pauschale Zuzahlungen steuerlich geltend machen. Nach einem BFH-Urteil (Az. VI R 2/15) werden auch individuelle Zuzahlungen wie Benzinkosten anerkannt. Sie mindern den geldwerten Vorteil, den Angestellte für die private Nutzung versteuern müssen.

Freitextfeld

In den Steuerformularen für 2017 gibt es ein neues Feld: Zeile 98 auf Seite 4 des Mantelbogens. Darin können Steuerzahler auf ihre abweichende Rechtsauffassung hinweisen oder um die intensive Prüfung eines bestimmten Sachverhalts bitten. Geschaffen wurde es, da Steuererklärungen zunehmend automatisch bearbeitet werden. Somit könnten auch Angaben durchgehen, die steuerrechtlich eigentlich nicht zulässig sind. "Das Feld soll Steuerzahler davor schützen, dass ihnen später ein Betrugsvorwurf gemacht wird", erklärt Klocke. Sie empfiehlt aber, dieses Feld sehr zurückhaltend zu nutzen, für den bloßen Hinweis auf mitgeschickte Belege sei es nicht gedacht.

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