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Die deutschen Aktienmuffel scheinen mutiger zu werden

Börse, Geldmarkt, Laptop [Quelle: pixabay.com, Autor: StockSnap]

Quelle: pixabay.com, StockSnap

Wegen den niedrigen Zinsen suchen immer mehr Menschen nach Alternativen zum Sparbuch und entdecken den Aktienhandel für sich. Trotzdem scheuen viele Anleger noch die Risiken.

Auch wenn ein Aktienindex wie der Dax in diesem Jahr 4 Prozent an Wert verloren hat, lohnen sich Aktienanlagen langfristig. Darauf verweisen Fachleute regelmäßig wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI). Mit 50 Euro monatlichem Sparbetrag habe sich das in den Dax investierte Kapital nach 30 Jahren von 18.000 auf bis zu 86.000 Euro vervielfacht, sagt Christine Bortenlänger, Vorstandsmitglied des DAI. Dabei sollte die Frage nach dem idealen Einstiegszeitpunkt Privatanleger nicht allzu sehr beschäftigen. Viel wichtiger sei ein langfristiges Aktieninvestment mit kontinuierlichen monatlichen Sparraten.

"Was zählt, ist, was am Ende rauskommt", sagt Bortenlänger. Doch noch immer zögerten zu viele Menschen, wenigstens einen Teil der langfristig verfügbaren Spargelder in Aktien oder Fonds anzulegen, und verschenken unnötig Rendite. Gerade Jüngere sollten aber die Chance der Aktienanlage viel mehr nutzen, denn sie könnten bei kurz- und mittelfristigen Schwankungen entspannt bleiben.

Nach einer repräsentativen Umfrage der Direktbanken Comdirect, ING Diba und Consors unter 2.000 Deutschen zeigt sich, dass Bundesbürger mit ihren Geldanlagen aktuell weniger zufrieden sind als noch in den Vorjahren. Rund die Hälfte der Befragten denkt, Geld besser anlegen zu können. Kurzfristige Anlagen wie Girokonto, Sparbuch oder Tagesgelder bleiben zwar die am meisten verbreitete Anlageform. Die Deutschen scheinen sich jedoch angesichts der niedrigen Zinsen Aktien gegenüber mehr zu öffnen, heißt es von den Initiatoren der Aktion pro Aktie.

Die Sicherheit zählt

Nach wie vor ist den Bundesbürgern vor allem die Sicherheit der Anlagen wichtig. Doch laut Umfrage haben im Durchschnitt 54 Prozent schon einmal Geld in Aktien angelegt – ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark gestiegen sei der Anteil der Aktienbesitzer im Alter von 25 bis 34 Jahren, von durchschnittlich 19 auf 33 Prozent. Insgesamt besitzt demnach nun im Durchschnitt fast jeder dritte Deutsche Aktienfonds, Einzelaktien, Wertpapiersparpläne oder börsengehandelte Indexfonds ETF. Personen mit besserer Bildung und höherem Einkommen verfügten häufiger über Aktien und auch Portfolios mit mehreren Anlageformen, heißt es. Mehr Männer beschäftigten sich mit Aktien als Frauen und deutsche Anleger insgesamt vor allem im Alter von 25 bis 54 Jahren.

Fast ein Drittel der Befragten wertet Aktien eher als Spekulationsobjekt denn als gute Geldanlage (29 Prozent). Vier von zehn Deutschen hätten im vergangenen Jahr aber über eine erstmalige oder höhere Investition in Aktien nachgedacht, ist ein weiteres Ergebnis. Dass knapp drei Viertel der eigentlich Interessierten dies dann doch nicht getan hat, begründen 35 Prozent mit der Sorge über Geldverluste, 30 Prozent mit Angst vor dem Kauf falscher Aktien sowie ein Viertel mit fehlendem Geld. Die Zweifler sind vor allem unter den Befragten im Alter von 35 Jahren und jünger zu finden. Sie trauen sich eine Investition in Wertpapiere vor allem aus Unwissenheit nicht zu. Ältere Anleger wiederum leiden häufig unter ihren schlechten Erfahrungen. Drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass ihnen Erfahrung und Wissen für riskante Geldanlagen fehlen. Kaum jemand schätzt Aktien richtigerweise als sichere Geldanlagen ein. Die Deutschen haben laut der Umfrage im Durchschnitt gut 38.000 Euro gespart oder in Geldanlagen angelegt – davon ein knappes Drittel allein im Jahr 2017.

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