Partner von:

Los jetzt! Aber wie?

Entscheidung, Abgrund, Sprung [Quelle: unsplash.com, Autor: Nicholas Kampouris]

Quelle: unsplash.com, Nicholas Kampouris

Direkt in den Job starten oder als Trainee anfangen? Welcher Einstieg sicherer ist: Ein Pro und Contra

Pro Trainee

"Mir war schon im Master-Studium klar: Vor dem endgültigen Berufseinstieg mache ich noch ein Traineeship. Denn ich interessiere mich für viele Dinge, von Thermodynamik bis zum Bau von Prototypen, und wollte erst herausfinden, welcher Bereich am besten zu mir passt. Eine Trainee-Stelle zu bekommen war nicht so einfach, oft gibt es viele Bewerber. Das Auswahlverfahren lief über drei Runden.

Mein Programm dauert 15 Monate. Ich wechsle alle drei Monate die Abteilung. So treffe ich viele Leute. Dieses Netzwerk wird mir später sicher helfen. Welche Stationen ich absolvieren möchte, darf ich frei entscheiden. Einzige Pflicht: eine Woche in der Produktion und eine im Vertrieb. Zwischen den Stationen haben wir Fortbildungen.

Von Anfang an begleitet mich ein Mentor. Mit ihm bespreche ich: Welche Stationen bringen mich weiter? Und natürlich: Wo ist es für das Unternehmen sinnvoll, mich einzusetzen? Zusätzlich wurde mir ein Buddy zur Seite gestellt. Das ist ein ehemaliger Trainee, der mir hilft, mich im Unternehmen zurechtzufinden. Diese direkte Betreuung hilft gerade am Anfang schon sehr. In meinem Programm ist vorgesehen, mindestens auch eine Station im Ausland zu absolvieren. Das gefällt mir besonders. In unserer Schwesterfirma in Schweden gibt es bestimmt gute Impulse.

Neben unserem Alltag in der Abteilung organisieren wir Trainees auch soziale Projekte und Diskussionsrunden mit Vorständen. Das ist zwar zusätzliche Arbeit, dafür lernen wir wichtige Mitarbeiter kennen, und es schweißt uns zusammen. Mein Vertrag ist unbefristet. Das heißt: Nach meiner Probezeit werde ich sicher übernommen."

Felix Bechter, 26, hat in München seinen Master in Mechatronik gemacht. Im September 2017 hat er dort als Trainee bei MAN angefangen.

Contra Trainee

"Während des Studiums hatte ich mich für das Trainee-Programm in meinem jetzigen Unternehmen beworben. Ein Kommilitone, der schon dort arbeitete, empfahl mich bei der Direktion. Die hat mir dann auch angeboten, direkt einzusteigen. So hatte ich zwei Bewerbungen gleichzeitig laufen, auf beide bekam ich eine Zusage. Ich habe mich für den direkten Weg entschieden. Es hat einfach mehr dafür gesprochen. Der wichtigste Punkt: Ich wusste sehr genau, was ich machen wollte. In meinem Studium habe ich mich auf Hochfrequenztechnik spezialisiert, einen Nischenbereich. Die Stelle war darauf zugeschnitten. Jetzt teste und baue ich Radar-Chips für selbstfahrende Autos. In dieser Nische was zu finden ist nicht einfach. Diese Chance wollte ich nutzen.

Außerdem hatte ich mich bei Bekannten informiert, die vor mir als Trainee im Unternehmen waren. Sie meinten: Das Traineeship bildet nicht zum technischen Mitarbeiter aus, sondern eher für das Management. Das ist nicht mein Ding und hätte mir bestimmt nicht so gut gefallen. Ich wusste, dass ich technisch arbeiten möchte. Ich wollte auch in Hamburg bleiben und einen ortsgebundenen Arbeitsplatz haben. Da ich in einem niederländischen Unternehmen arbeite, hätte ich als Trainee viel herumreisen müssen. Da hatte ich keine Lust drauf. Hier habe ich jetzt mein sicheres, bekanntes Umfeld, das ist mir sehr wichtig. Ich lerne meine Kollegen kennen, wir arbeiten länger zusammen, und ich muss mich nicht immer wieder auf neue Gesichter einstellen.

Ein Nachteil des Direkteinstiegs ist vielleicht, dass die Betreuung nicht so eng ist wie für Trainees. Natürlich habe ich von Kollegen Einweisungen bekommen, aber es gab keine Einarbeitungsphase. Ich musste meine Aufgaben von Anfang an selbst organisieren, meinen Platz im Unternehmen finden, während es echte Drucksituationen und Deadlines gab. Das Gute ist: Ich habe zwar keinen Mentor, kann aber meine Kollegen jederzeit um Hilfe und Rat bitten."

Thomas Zieciak, 25, arbeitet seit Juni 2017 als Radio Frequency Test Engineer bei NXP in Hamburg. Vorher hat er Elektrotechnik studiert.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

nach oben

Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

Verwandte Artikel
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren