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Klotz am Bein, bring Geld herein!

Finance Bay-Logo

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Eine Lebensversicherung ist, das verrät schon der Name, eine Angelegenheit von Dauer. Doch da das Leben gern unvorhersehbare Haken schlägt, gibt es nicht wenige, die ihre Police vor Ablauf der vereinbarten Zeit wieder loswerden wollen. Und schon entpuppt sich die Versicherung als echter Klotz am Bein. Stornieren ist teuer. Was die meisten nicht wissen: Seit einigen Jahren kann man Lebensversicherungen auch weiterverkaufen. Ohne Stornogebühren.

Das Problem dabei ist ein unübersichtlicher Zweitmarkt, den einige wenige Aufkäufer unter sich aufgeteilt haben. Mit komplizierten und zeitraubenden Abläufen machen sie dem Laien den Verkauf seiner "gebrauchten" Versicherung schwer.
 

"Policen verzweifelt gesucht"
 Von dieser Problematik erfuhr e-fellow Thomas Habicher im März 2006 durch einen Artikel in der Wochenzeitung "Die Zeit". "Policen verzweifelt gesucht" lautete die Überschrift. Darunter wurden die genannten Probleme geschildert: Das Oligopol der Aufkäufer, die Schwierigkeiten der Privatkunden, die ihre Lebensversicherungen abstoßen wollen. Das muss doch irgendwie zu verbessern sein, dachte sich Thomas. Was Deutschland offensichtlich fehlte, war ein unabhängiger und transparenter Marktplatz für sogenannte "illiquide Finanzprodukte" wie Lebensversicherungen. Und niemand war bisher auf die Idee gekommen, eine solche Plattform zu gründen. Diese Gelegenheit ließ sich der angehende Jurist nicht entgehen.

Gebrauchte Versicherung günstig abzugeben
 Thomas schuf eine Ausschreibungsplattform im Internet, auf der er "gebrauchte" Lebensversicherungsverträge nach vorhergehender Verifizierung professionellen Investoren anbietet. Und so funktioniert das Ganze: Wer eine Lebensversicherung loswerden möchte, meldet sich bei Thomas. Der gibt die Daten in eine Maske ein. Ein Computer-Programm spuckt daraufhin das beste Angebot eines Aufkäufers aus; das leitet Thomas an den Kunden weiter. Kosten für Letzteren: null Euro. Das Angebot ist unverbindlich. Durch den Verkauf auf dem Zweitmarkt hat der Kunde im Vergleich zur Kündigung bis zu 20 Prozent gespart. Damit sowohl Kunde als auch Ankäufer die Seriosität des Handels überprüfen können, sind alle wichtigen Dokumente in eingescannter Form auf der Plattform einsehbar.
 

Geldströme in der Garage
 Thomas ging mit aller gebotenen Professionalität ans Werk. Er machte eine Marktstudie, um herauszufinden, wie groß die Zahlungsströme auf diesem Gebiet sind. Ergebnis: "Das ist ein bombastischer Markt, 12 Milliarden Euro Stornovolumen jedes Jahr." Eine Zahl, die Thomas mit fast beängstigender Gelassenheit ausspricht. Ein Jahr hat es gedauert, bis er sich das nötige Wissen angeeignet hatte, um anschließend ein Computerprogramm entwickeln zu lassen, das genau seinen Anforderungen entspricht. Durch die standardisierten Prozesse sind die laufenden Kosten des Unternehmens sehr gering. "Wir sind ein richtiges Garagenunternehmen", meint Thomas bescheiden. "Die ganze Firma besteht im Moment nur aus mir und meiner Mutter, die als Geschäftsführerin eingetragen ist."
 

Unternehmensmanagement per E-Mail
 "Finance Bay" ist nicht die erste Erfindung von Thomas Habicher. Zuvor hatte er für die Rechtsanwaltskanzlei seines Vaters das Programm "Ombudsanwalt" entwickelt, ein Warnsystem, bei dem Mitarbeiter die krummen Machenschaften ihres Unternehmens anonym melden können – ein wichtiges Instrument im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität. Einen so findigen Kopf wollte sich dann auch die Fidor AG, Thomas' heutiger Arbeitgeber, nicht durch die Lappen gehen lassen. Das Unternehmen beschäftigt sich ebenfalls mit Zweitmarktthemen. Eigentlich hatte sich Thomas dort um eine Finanzierung beworben; was er bekam, war ein Job als Vorstandsreferent. Sein eigenes Unternehmen betreibt er weiterhin. "Multi-Tasking", lacht Thomas und fügt hinzu: "Das Geschäft, das bei Finance Bay anfällt, ist überschaubar. Es ist einfach schwierig, etwas so Neues in den Markt zu drücken." Und gibt zu: "Das habe ich unterschätzt."
 

Ein wandernder Internet-Addict
 Dass sein Unternehmen nur im virtuellen Raum existiert, ist kein Zufall. Denn das Internet ist für Thomas Habicher Arbeitsplatz und Faszinosum zugleich: "Man kann fast sagen: Ich bin internetsüchtig." Doch ein Computernerd ist er beileibe nicht. Wandern und Skifahren sind seine privaten Leidenschaften. Dafür bleibt – auch mit zwei Jobs – immer noch Zeit. Wer sein Community-Foto sieht, der ahnt es: Thomas ist ein Naturfan. Statt als smarter Krawattenträger präsentiert er sich hier auf einer grünen Wiese – und in Begleitung zweier freundlicher Kühe.

Thomas über sich und sein Unternehmen

 

Mein Unternehmen habe ich gegründet, weil...
 … es keinen Service in dieser Richtung gab und ich die Chance nicht verstreichen lassen konnte.
 

Mein Unternehmen ist profitabel, weil...
 … es dadurch, dass es rein online funktioniert, auch bei riesiger Nachfrage nur minimalen Zusatzaufwand verursacht und sich so gut wie allein in einem unerschlossenen Zwölf-Milliarden-Euro-Markt bewegt.
 

Unternehmer sein liegt mir, denn...
 … ich denke gerne Neues.
 

Startkapital erhalte ich über...
 … meine Familie und hoffentlich bald auch über einen Investor.
 

Wenn ich nicht mein Unternehmen leite, dann...
 … liege ich am Bodensee.
 

In fünf Jahren...
 … wird unser Service noch weitaus intensiver nachgefragt werden.
 

Mein Tipp für andere Unternehmensgründer:
 Zu scheitern ist weitaus ehrenvoller als nie gewagt zu haben. Deshalb: Nehmt euch ein Herz und gründet!

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