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Anreiz oder Chancenungleichheit?

459 Stipendiaten, Member und Alumni nahmen an der Umfrage von e-fellows.net zum Thema Studienbeitrags- befreiung teil. In den ersten drei Märzwochen konnten die e-fellows ihre Meinung zum Thema äußern. Ob die Befreiung einen Leistungsanreiz darstellt oder eine Vergrößerung der Chancenungleichheit - daran scheiden sich die Geister.

Stipendiaten der Begabtenförderungswerke können sich - zumindest an einigen deutschen Unis - von den Studienbeiträgen befreien lassen. In unserer Umfrage zum Thema hält etwas mehr als die Hälfte der Befragten eine Befreiung von den Studiengebühren, allein aufgrund des Stipendiatenstatus, nicht für gerecht. Immerhin 42 Prozent haben sich dafür ausgesprochen.

Befreiungsmöglichkeiten noch nicht sehr bekannt
Können sich Stipendiaten der Begabtenförderungswerke an deiner Hochschule von den Studienbeiträgen befreien lassen? Bei dieser Frage wissen fast die Hälfte der Studierenden nicht Bescheid (46,8 Prozent). Nur 13,1 Prozent antworten hier mit einem klaren "Ja", 40,1 Prozent verneinen.

Förderungsnachweis reicht meist für eine Befreiung
Was müssen Stipendiaten an deiner Hochschule tun, um sich von den Studienbeiträgen befreien zu lassen? An der Uni Bayreuth musst du einen schriftlichen Nachweis deines Förderungswerks bei der zentralen Universitätsverwaltung vorlegen. Dann wird man für das folgende Semester von den Studiengebühren befreit. Das gleiche gilt nach den Angaben der e-fellows für die Unis in Freiburg, Passau, Eichstätt-Ingolstadt, Konstanz und auch für die FH München. An der Uni Erlangen-Nürnberg wirst du auch als Nicht-Stipendiat von den Studienbeiträgen befreit, wenn du belegen kannst, dass du zu den besten fünf Prozent deines Semesters gehörst.

Gerecht oder doppelte Begünstigung der Stipendiaten?
Hältst du die Studienbeitragsbefreiung für Stipendiaten für gerecht? Diese Frage beantworten etwas mehr als die Hälfte der Befragten mit "Nein". 42 Prozent finden die Befreiung für Studenten gerecht. 6,1 Prozent wissen nicht so recht, was sie davon halten sollen.

Gute Argumente sowohl dafür als auch dagegen
Am Thema Studienbeitragsbefreiung für Stipendiaten scheiden sich die Geister. Eine Auswahl der Antworten aus der Umfrage gibt es hier:

  • "Da diese Stipendiaten bereits einen Zuschuss zum Lebensunterhalt bekommen, sollten lieber gute Studienleistungen im Generellen gefördert werden, unabhängig davon, ob jemand Stipendiat ist oder nicht! Somit wird ein größerer Teil der Elite an die Hochschule gebunden und alle Studenten zu guten Leistungen angehalten. Wichtig ist der Anreiz. Viele Studenten glauben, dass sie es eh nicht schaffen als Stipendiat aufgenommen zu werden, obwohl ihre Noten gut über dem Durchschnitt liegen."
  • "Finanzieller Status und Bildung sind in Deutschland nachweislich miteinander verknüpft. So sollte sozial Schwächeren die Gebühr erlassen werden und nicht Stipendiaten, die ohnehin mehr Geld zur Vefügung haben beziehungsweise aus bildungsnahen Elternhäusern mit oftmals gutem finanziellen Hintergrund kommen. Dass sie als Elite gefördert werden, geschieht auch ohne die Befreiung von Studienbeiträgen."
  • "Mit einer Befreiung von den Beiträgen ist es nicht getan, da diese Summe der Hochschule (der die Beiträge letztendlich zugute kommen sollen) fehlen. Konsequent wären die Hochschulen mit den meisten Stipendiaten dann die ärmsten. Eine Befreiung kommt nur dann in Frage, wenn die Beiträge von der den Stipendiaten fördernden Einrichtung übernommen werden. Das wäre bei den Begabtenförderwerken das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung)."
  • "Um Stipendiat in Förderungswerken zu werden, muss man sowohl fachlich top als auch sozial engagiert sein. Förderung exzellenter Studierender fördert das wirtschaftliche Wachstum der ganzen Republik. Um weiterhin international wettbewerbsfähig zu sein, muss Leistung als Anreiz gezielt gefördert werden."
  • "Dadurch wird ein weiterer Ansporn generiert, konzentriert zu studieren, sich nebenher zu engagieren und so in den Kreis der Stipendiaten (der staatlichen Fördereinrichtungen) zu gelangen, was ja auch noch während des Studiums möglich ist. Außerdem wird in den meisten Fällen lediglich das Büchergeld von 80 Euro pro Monat gezahlt, was nett ist, aber nicht als Gegenargument a la 'Die Stipendiaten bekommen ja sowieso schon alles finanziert' gelten kann."

 

 

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