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Karriere ohne Kinder? Ohne mich!

Vater mit Kind, Umfrage zur Familienplanung und zur Work-Life-Balance [Quelle: sxc.hu User: alphao]

Vater mit Kind, Umfrage zur Familienplanung und zur Work-Life-Balance [Quelle: sxc.hu User: alphao]

2006 fragte e-fellows.net über 1.000 Studenten, wie sie sich ihr Leben zwischen Buggy und Blackberry vorstellen. Hat sich seither etwas verändert? Hat es. Laut der aktuellen Umfrage schließen noch mehr Studenten Arbeitgeber aus, bei denen sich Beruf und Familie nicht vereinbaren lassen: 'Eine Firma, für die ich auf Kinder verzichten müsste, kriegt mich nicht.'

Wie schon 2006 war auch dieses Mal das Interesse an der Umfrage zur Work-Life-Balance groß: 1.007 Member und Stipendiaten von e-fellows.net füllten den Online-Fragebogen aus. Durchschnittlich waren die Teilnehmer knapp 26 Jahre alt.
 

Mehr denn je ein Frauenthema

 Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere interessiert in erster Linie Frauen. Schon bei der Umfrage vor zwei Jahren waren knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Teilnehmer weiblich - obwohl die Verteilung unter den e-fellows.net-Stipendiaten eigentlich genau umgekehrt ist. 2008 waren sogar über drei Viertel (76 Prozent) Frauen.
 

Geheiratet wird, wenn das erste Kind kommt

 Kaum verändert hat sich seit 2006 der Zeitplan, wann die e-fellows bestimmte Stationen in ihrem Leben erreicht haben wollen. Bis spätestens 23 von zu Hause ausziehen, bis 26 das Studium abschließen und finanziell unabhängig sein, mit 27 bis 28 mit dem Partner zusammenziehen und mit gut 30 heiraten und Kinder kriegen - so planen die Studenten.
 

Mobilität hoch, Fernbeziehung unbeliebt

 Die Teilnehmer bestimmten auf einer Skala von 1 (ja, bestimmt) bis 5 (nein, auf keinen Fall), wie gut sie sich vorstellen können, bestimmte Kompromisse zwischen Beruf und Partnerschaft hinzunehmen. Am ehesten sind die e-fellows bereit, für den Partner weit und dauerhaft umzuziehen (2,1). Dicht darauf folgt die Bereitschaft, für ein mehrjähriges Unternehmensprojekt im Ausland zu arbeiten (2,2). Die Mobilität der e-fellows ist also hoch - egal, ob für die Karriere oder die Beziehung. Weniger hoch ist die Bereitschaft, Arbeit nur in der Nähe des Partners zu suchen (2,6), eine Fernbeziehung zu führen oder auf ein lukratives Beförderungsangebot zu verzichten, das mit einer Versetzung verbunden wäre (beides 2,9). Alle Werte sind identisch mit denen von 2006.
 

Beruf und Familie - die e-fellows bleiben optimistisch

 Die Antworten auf die Frage, wie gut sich die e-fellows vorstellen können, ihre Karriereziele zu erreichen und gleichzeitig Kinder großzuziehen, haben sich seit 2006 kaum verändert. 22 Prozent halten es für schwierig bis unmöglich, Kind und Karriere zu vereinbaren. 50 Prozent können sich vorstellen, beides unter einen Hut zu bekommen. 28 Prozent können sich das sehr gut vorstellen.
 

Kinderwunsch bleibt stark - besonders bei den Männern

 Nicht verändert hat sich der starke Kinderwunsch der e-fellows. Nur knapp drei Prozent wollen keine Kinder - dieser Anteil ist bei Männern und Frauen identisch. Weiterhin will der Großteil zwei oder drei Kinder (57 beziehungsweise 30 Prozent). Familien mit vier oder mehr Kindern bevorzugen sechs Prozent, ein Einzelkind wünschen sich fünf Prozent. Männer wünschen sich tendenziell größere Familien als Frauen: Ein höherer Prozentsatz von ihnen will drei, vier oder mehr Kinder. Frauen liegen hingegen beim Wunsch nach einem oder zwei Kindern vorne.

Babypause für beide Partner weiterhin beliebt, ...

 Erwarten die Männer, dass nur die Frau in die Babypause geht? Eher nicht: Nur knapp 30 Prozent der Männer - und gar nur 18 Prozent der Frauen - bevorzugen diese Rollenverteilung. Über die Hälfte (54 Prozent) der Teilnehmer wünscht sich das Modell, bei dem beide abwechselnd eine Pause fürs das Baby einlegen - 53 Prozent bei den Männern und 56 Prozent bei den Frauen. Zwölf Prozent wollen ganz auf die Babypause verzichten und das Kind möglichst früh in Fremdbetreuung geben. Diese Variante ist bei Frauen (14 Prozent) beliebter als bei Männern (acht Prozent). Nur rund ein Prozent bei beiden Geschlechtern will, dass nur der Mann zu Hause bleibt. Rund zehn Prozent sind noch unschlüssig.
 

... aber für Männer noch keine Notwendigkeit

 Hat die Emanzipation sich also auch bei den Männern durchgesetzt? Noch nicht ganz: Auf die Frage, was gewährleistet sein muss, damit sie sich für Kinder entscheiden, nannten nur gut 35 Prozent der Männer eine gleichmäßige Aufteilung der Kindererziehung auf beide Partner als Bedingung. Bei den Frauen war es die Hälfte.
 

Die Babypause wird immer kürzer

 Wer in Elternzeit geht, hält sie kurz. Auf einer Skala von 1 (ja, bestimmt) bis 5 (nein, auf keinen Fall) gaben die Teilnehmer an, inwiefern sie bereit seien, für ein Kind auf den Beruf zu verzichten. Bis zu einem halben Jahr würden die meisten aus dem Beruf aussteigen (Durchschnitt: 1,6). Schon für eine Zeit zwischen einem halben und einem Jahr findet sich deutlich weniger Bereitschaft (2,2). Bis zu drei Jahre Pause vom Berufsleben wollen deutlich weniger als 2006 machen (Veränderung des Werts von 3,2 auf 3,9). Die Babypause für mehr als drei Jahre wird ebenfalls noch unbeliebter (von 4,2 auf 4,5). Gering blieb die Bereitschaft ganz auf den Beruf zu verzichten (4,8). Auch zu Teilzeitarbeit (von 2,4 auf 2,5) und zum Verzicht auf eine Beförderung (von 2,6 auf 2,8) zeigen sich die Studenten immer weniger bereit.
 

e-fellows achten stärker auf Work-Life-Balance

 Die e-fellows achten heute bei der Wahl eines Arbeitgebers stärker als noch vor zwei Jahren darauf, ob der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht. Mehr e-fellows als 2006 würden sich ausschließlich für einen Arbeitgeber entscheiden, der dafür sorgt, dass sich Kind und Karriere unter einen Hut bringen lassen. Bei den Frauen ist diese Haltung etwas stärker ausgeprägt: Knapp 42 Prozent betrachten die Vereinbarkeit von Kind und Karriere als K.o.-Kriterium - gegenüber 39 Prozent bei den Männern.

Was der Arbeitgeber bieten sollte ...

 Doch wie sollte die Unterstützung vom Arbeitgeber aussehen? Von den sechs Antwortoptionen landen "flexible Arbeitszeiten/Teilzeit" auf Platz eins (mit 1,7 auf einer Skala von 1 = K.o.-Kriterium bis 5 = unwichtig). Mit etwas Abstand folgen dicht aufeinander die "Sicherheit, nach einer längeren Pause wieder in derselben Position einsteigen zu können" (2,0), der "unbefristete Arbeitsvertrag" (2,1), die "Sicherheit, in einer anderen Position im selben Unternehmen weiterarbeiten zu können" (2,2), die "Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten" (2,3) und zuletzt die "betrieblich organisierte Kinderbetreuung" (2,4).
 

... und was noch stimmen muss, damit Kinder kommen

 Sieht man von den Leistungen des Arbeitgebers ab, so ist vor allem der Partner ausschlaggebend für die Entscheidung für das Kind: Für 90 Prozent der Teilnehmer ist eine stabile Partnerschaft Bedingung für Nachwuchs. An zweiter Stelle kommt die finanzielle Absicherung - sie ist für 77 Prozent unverzichtbar. Ebenfalls knapp 77 Prozent verlangen ein ausreichendes Angebot an Betreuungsplätzen. Kostenlos oder günstig muss die Betreuung aber nur für jeden Dritten sein. An vierter Stelle kommt mit 46 Prozent die gleichmäßige Aufteilung der Kindererziehung auf beide Partner - allerdings wie oben erwähnt mit starkem Unterschied zwischen Frauen und Männern. 44 Prozent benötigen finanzielle Unterstützung vom Staat, um sich für Kinder zu entscheiden, gut 42 Prozent brauchen Unterstützung durch Eltern und Freunde.
 

Frauen sind anspruchsvoller

 Nicht nur bei der gleichmäßigen Aufteilung der Kindererziehung auf beide Partner zeigen sich die Frauen anspruchsvoller. Alle Optionen - mit Ausnahme der "stabilen Partnerschaft" - haben verhältnismäßig mehr Frauen als Männer für notwendig befunden. Besonders deutlich ist der Unterschied bei den Kinderbetreuungsplätzen: Diese erachten 80 Prozent der Studentinnen als Bedingung für Kinder, aber nur 65 Prozent der Studenten.

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