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Wenn Zukunftsmusik Realität wird

Die Zukunft ist jetzt. Immer wieder höre ich diesen Spruch: in der Autowerbung, in der Uni und in Film und Fernsehen. Zukunft ist ein nur sehr schwer fassbarer Begriff. Jede Sekunde unserer Existenz ist Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart zugleich. Der Zahnarzttermin, den ich morgen habe, liegt genauso in der Zukunft wie die Flugtaxen, die mich in 20 Jahren zur Arbeit fahren werden. Arbeit wird sich verändern. Berufe werden wegfallen, neue Berufe werden entstehen. Auch diese Phrase gehört mittlerweile zum täglichen Repertoire unseres Alltags, sei es im Feuilleton oder im Wartesaal des Arbeitsamts.

Wie werden wir diese Probleme lösen? Was wird der Taxifahrer machen, wenn automatisch gesteuerte Flugtaxen seine Arbeit machen? Hinzu kommen die klassischen Beispiele im Niedriglohnsektor – ich denke hierbei an KassiererInnen, die in manchen Geschäften heute schon von Maschinen abgelöst werden. Ich denke außerdem an BuchverkäuferInnen, die von Amazon verdrängt werden.

Doch bei dieser Frage müssen wir alle tief in uns gehen. Was bevorzugen wir? Eine Amazon-Drohne, die uns das gewünschte Buch nach zwei Stunden in den Innenhof fliegt? Oder der lange Weg zum Buchladen, der um 18:30 Uhr schließt? Stellen wir uns im Supermarkt lieber an oder setzen wir auf innovative Systeme, die unseren Einkauf beim Verlassen des Geschäfts automatisch abrechnen?

Die Frage nach der Arbeit der Zukunft ist stets eine Frage nach uns selbst und nach unserem Konsumverhalten. Immer schneller, immer weiter. Das gilt nicht nur für die bereits erwähnte Autowerbung, sondern auch für den "First-World"-Alltag. Zeit wird die neue Ressource. Besonders in der Stadt werden optimal getaktete Busse und intelligentes Carsharing den täglichen Stau-Guerilla ersetzen.

Flugtaxen, Carsharing, Drohnen. Was sich nach Automatisierung anhört, lässt eine zentrale Frage in den Vordergrund rücken: Was passiert mit den Arbeitsplätzen, die wegfallen werden?

Klar ist: Arbeitsplätze werden wegfallen, insbesondere im Niedriglohnsektor. Doch standen wir nicht schon vor 200 Jahren am gleichen Punkt? Was haben sich wohl die Bauernfamilien gedacht, als die Industrialisierung einsetzte? Die menschliche Gesellschaft erreichte eine neue Entwicklungsstufe: Sie wurde mit zahlreichen Problemen konfrontiert und entwickelte Lösungsansätze. Heute haben wir ein funktionierendes Sozialsystem und einen Arbeitsplatzüberschuss – vor 250 Jahren undenkbar.

Heute spüren wir alle die Auswirkungen des technologischen Wandels. Vor zehn Jahren wurde das erste iPhone vorgestellt und heute ist ein Leben ohne Smartphone unvorstellbar. Smart Home war vor fünf Jahren noch Zukunftsmusik, heute kann jeder seine Küchenlampe steuern, während er in der U-Bahn sitzt.

Was ich damit sagen will, ist folgendes: Die rapide Geschwindigkeit wird neue Möglichkeiten schaffen, neue Arbeitsplätze. Es werden Tätigkeiten entstehen, die wir heute noch nicht kennen. Geisteswissenschaftler werden gemeinsam mit Ingenieuren Roboter entwickeln, die täglich anfallenden Datenmengen werden von Fachkräften ausgewertet werden. Kurz gesagt: Ein Ruck wird durch unsere Gesellschaft gehen, wir werden eine neue Revolution erleben, die Digitale Revolution. Der Mensch wird in einer vollautomatisierten Welt vielleicht gar nicht mehr arbeiten müssen – kommen hier Konstrukte wie das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel? Am Ende des Tages werden sich unsere Fragen beantworten, denn: Die Zukunft ist jetzt. Und vor allem ist sie das, was wir aus ihr machen.

Gabriel Rinaldi

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