Studieren in den Niederlanden

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Studieren in den Niederlanden: Wo studieren in Holland? Wie ist das Studium aufgebaut? Wo lerne ich niederländisch? Wie hoch sind die Studiengebühren und wo bekomme ich ein Stipendium für mein Studium in Amsterdam oder Den Haag?

Tulpenfelder
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Inhaltsverzeichnis

Studieren in den Niederlanden

Niederländer – die tragen beim Fußball orangefarbene Trikots und haben eine Königin, die Beatrix heißt. Doch die Niederlande sind noch viel mehr als das. Die Unterschiede zu Deutschland sind trotz der geografischen Nähe bisweilen groß. Das merkst du zum Beispiel an den Hochschulen. Insgesamt ist das System sehr viel verschulter als in Deutschland. Das hat den Vorteil, dass der Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden sehr viel enger ist. Doch nicht immer ist die Nähe angenehm: Du musst zum Beispiel damit rechnen, dass du dein Wegbleiben beim Seminar erklären musst.

Auch möglich: studieren auf Englisch

Eine weitere Besonderheit ist das große Angebot an internationalen Studiengängen - gerade in den Wirtschaftswissenschaften. Pluspunkt für alle ohne niederländische Sprachkenntnisse: Die Vorlesungen und Seminare der internationalen Studiengänge sind meist in Englisch. Daher zieht es Akademiker aus aller Herren Länder in das kleine Königreich. Die Folge: Du lernst nicht nur Niederländer kennen, sondern kannst Kontakte in die ganze Welt knüpfen. Eine Übersicht von alle Studien auf English finden Sie auf educationfair

Fahrräder und gute Bildung

Insgesamt sind die Institute gut ausgestattet, und das Angebot lässt kaum Wünsche offen. So verfügen die Hochschulen über ausreichend Computerarbeitsplätze; die Bibliotheken sind auf dem neusten Stand der Technik. Außerdem bekommt jeder niederländische - in manchen Fällen auch deutsche - Student eine Basisfinanzierung vom Staat. Die Niederlande bieten dir also hervorragende Studiermöglichkeiten. Und solltest du dein Fahrrad nicht ins Reisegepäck bekommen: Es gibt sie an jeder Ecke zu kaufen.

Kolonialgeschichte der Niederlande

Gerade in Amsterdam lassen sich viele Relikte aus dem Goldenen Zeitalter (gouden eeuw) der Niederlande finden. Diese Epoche des 17. Jahrhunderts brachte dem Venedig des Nordens unvergleichbaren kulturellen und wirtschaftlichen Reichtum. Grundvoraussetzung dafür war die Schifffahrt. Berühmt wurde die 1602 gegründete Vereinigte Ostindische Compagnie. Mit Hilfe dieser Handelgesellschaft konnten die Niederlande 150 Jahre lang ihre Vormachtstellung in Ostasien behaupten und damit das Monopol im Gewürzhandel verteidigen. Eines der berühmten Schiffe ist - als Nachbau - vor dem Schifffahrtsmuseum (scheepvaartmuseum) in Amsterdam zu sehen. Die letzte niederländische Kolonie, Surinam, wurde 1975 unabhängig. Noch heute prägt die Kolonialgeschichte Küche und Kultur unseres Nachbarn.

Studienaufbau

Niederländer studieren vom 1. September bis zum 31. August, also das gesamte Jahr über. Darum kann das Studium immer nur zum September aufgenommen werden. Dennoch gibt es natürlich eine vorlesungsfreie Periode. Sie soll allerdings für die Vorbereitung abschließender Klausuren genutzt werden. Danach können die Studierenden verreisen. Wie lange? Das hängt davon ab, ob das Studienjahr an ihrer Uni in Trimester oder Semester unterteilt ist.

Unterrichtsformen in den Niederlanden

Im Stundenplan (rooster) finden sich hoorcolleges und werkcolleges. Hoorcolleges sind Vorlesungen, werkcolleges Seminare oder Übungen. Um eine Veranstaltung erfolgreich abschließen zu können, musst du ein Referat (referaat) halten, eine Hausarbeit (nota) schreiben und eine Klausur bestehen. Wer durch die Klausur fällt, bekommt immer eine zweite Chance: die herkansing. Diese Klausur-Wiederholung ist meist für das folgende Trimester oder Semester angesetzt.

Unterrichtsmethodik

Die Unterrichtsmethodik unterscheidet sich in anderen Punkten von der deutschen. So steht in den Niederlanden der so genannte "problemgesteuerter oder projektbezogener Unterricht" (probleemgestuurd onderwijs) im Vordergrund. Dahinter verbirgt sich eine sehr moderne Arbeitsweise, die es erlaubt, sich einem Thema von verschiedenen Gesichtspunkten zu nähern. Meist wird in kleinen Gruppen an der Lösung oder Darstellung eines Problems gearbeitet. Selbständiges Arbeiten ist gefragt. Der Tutor gibt meist nur Hilfestellungen. Während den Veranstaltungen verlangen die Dozenten eine aktive Teilnahme von den Studierenden. Kommt sie nicht von selbst zustande, scheut sich der Professor nicht, die Antwort unvermittelt von einem ahnungslosen Teilnehmer zu fordern.

Studienaufbau und -länge

Wer an einer niederländischen Universität studiert, nimmt an einem doctoraalprogramma teil. Dieser Hochschulabschluss ist vergleichbar mit einem Magister oder Diplom. Offiziell durchläuft man ein doctoraalprogramma in vier Jahren. Für Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Agrarwissenschaft sind fünf Jahre angesetzt. Die meisten Studierende brauchen allerdings länger. Sie dehnen ihre Studienzeit auf fünf bis sechs Jahre aus.

Grundstudium

Das Grundstudium (propaedeuse) erstreckt sich über das erste Studienjahr. Hier werden Grundkenntnisse des Faches vermittelt. Das erste Jahr lässt den Studierenden nicht viel Bewegungsfreiheit bei der Zusammenstellung des Stundenplans. Da jede Veranstaltung mit einer Klausur abschließt, gibt es keine Zwischenprüfung. Die Studenten sprechen dennoch von einer Prüfung (propedeutisch tentamen). Gemeint ist, dass man alle Kurse absolviert hat, die für das Grundstudium vorgeschrieben sind.

Hauptstudium

Danach tritt der Studierende in das Hauptstudium (hoofdfase) ein. In den meisten Studiengängen sind dafür drei Jahre Regelstudienzeit angesetzt, für technische Fächer (Naturwissenschaften und Informatik) vier Jahre. Den Studierenden bieten sich jetzt Spezialisierungsmöglichkeiten. Damit steigt auch die Möglichkeit zur freien Kurswahl. Mit deutschen Universitäten verglichen ist das Studienprogramm jedoch relativ eng gestrickt. Es gibt viel mehr Pflichtveranstaltungen als in Deutschland. Das Hauptstudium endet mit dem so genannten doctoraal examen. Was sich hier Examen nennt, besteht aus dem Verfassen einer Abschlussarbeit (scriptie). Wenn sich die Professoren danach nicht einig sind, mit welcher Zensur der Absolvent entlassen werden soll, gibt es noch eine mündliche Prüfung.

Abschlüsse

Wer seinen Abschluss an einer niederländischen Hochschule macht, kann sich auf das "Deutsch-Niederländische Abkommen über die Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich" berufen. Das Abkommen wurde 1983 geschlossen und besagt, dass die Länder Abschlüsse gegenseitig anerkennen. Absolventen dürfen ihre entsprechenden Titel in dem anderen Land weiterführen. Dasselbe gilt für Promovierte. Du musst deinen Titel also nicht umwandeln. Wer an einer niederländischen Universität einen doctorandus erlangt hat, kann sich auch in Deutschland mit dem Kürzel drs. schmücken. Dasselbe gilt für alle anderen niederländischen Grade.

Promotions- und Aufbaustudiengänge (post-doctoraal programma)

Kanal bei Nacht

Universiteiten

Wer das doctoraal programma an einer Universität erfolgreich absolviert hat, ist zur Promotion berechtigt. Im Laufe der dafür veranschlagten vier Jahre verfasst der Kandidat eine Dissertation (proefschrift). Sie kann in Niederländisch, Englisch, Französisch oder Deutsch geschrieben werden. Allerdings nur nach Absprache mit dem Professor. Danach verteidigt der Doktorand seine Dissertation vor einem Prüfungsausschuss.

Hogeschool

Auch hogeschool-Absolventen können an weiterführenden Programmen teilnehmen. Je nach Programm variiert die Dauer zwischen einigen Wochen und einigen Jahren. Studiengebühren und -finanzierung hängen von der Art der Ausbildung ab. Die Stiftung Post-HBO in Den Haag prüft die entsprechenden Programme. Sie bringt einen Führer heraus, in dem alle bestehenden Kurse aufgelistet sind. Du kannst ihn bestellen unter: http://www.millian.nl.

Internationaal Onderwijs

Durch Kooperationen mit Universitäten können Absolventen eines IO-Kurses auch promovieren. Dies gilt jedoch nicht für alle Institute. Strebst du eine Promotion nach dem IO-Studium an? Dann informiere dich rechtzeitig.

Bachelor und Master

Im Zuge des Bologna-Prozesses bauen die Niederlande ihr Studiensystem in sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit und Intensität um. Der Großteil der Universitäten hat im September 2002 mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen begonnen. Einige Lehreinrichtungen waren deutlich schneller. So verlieh etwa die Universität Maastricht bereits 2000 die ersten Master-Diplome.

Bachelor und Master in den Niederlanden

In den Niederlanden gibt es ein breites Angebot an Bachelor- und Masterstudiengängen. Dabei reicht die Palette der Bachelors vom Bauwesen über Tiermanagement bis zum klassischen Wirtschaftsstudium. Die Masterstudien sind oft spezieller, was Angebote wie "Marine Technology" und "Molekulare Life Science" zeigen.

Erste Änderungen

Beim ersten Schritt zur europäischen Harmonisierung Anfang 2000 wurde wenig mehr geändert als der Name. Die bisherigen Studiengänge wurden einfach in Bachelor und Master-Studiengang umbenannt, die Lehrinhalte blieben weitgehend gleich. Fachhochschulabsolventen konnten anstelle des bisherigen Abschlusses Baccalaureus den Bachelortitel und Universitätsabsolventen anstelle des Doctorandus- den Mastertitel führen. Überwacht wird die Qualität der Studiengänge und der Hochschulen sowie die Zulassung von Bachelor- und Masterstudiengängen heute im Übrigen durch das Nationale Akkreditierungsorgan.

Zwei Bachelor, zwei Master

Entsprechend der niederländischen Hochschullandschaft mit Universiteit und Hogeschool gibt es auch mindestens zwei Bachelor- und zwei Masterabschlüsse: den Bachelor mit Fachhochschulcharakter und den mit universitärem Charakter. Gleiches gilt für den Master. Dabei spielt es keine Rolle, welche Einrichtung den Abschluss anbietet.

Studienzeit

Bei den Hogeschool bleibt anders als in Deutschland die vierjähige Studienzeit für ein Bachelor-Abschluss bestehen. Die gliedert sich in ein einjähriges Grundstudium und ein dreijähriges Hauptstudium. An den Universiteit gibt es dagegen einen neuen Studienaufbau. So ist nach drei Jahren ein Bachelor- (Zwischen-)Abschluss möglich. Die Masterphase soll zwei (bei Ingenieur- und Naturwissenschaften) beziehungsweise ein Jahr in den Wirtschafts-, Sozial-, Geistes- und Rechtswissenschaften dauern.

Inhaltliche Ausrichtung

Bei den stark berufsorientierten Studiengängen der Hogeschool ändert sich inhaltlich wenig. Dagegen wollen zahlreiche Universitäten die Studieninhalte in der Bachelorphase breiter als bisher gestalten. Dies soll durch interdisziplinäre Bachelors wie auch durch die Bildung von Studiengängen, die Haupt- und Nebenfach umfassen, geschehen. Beispiele: Die Universitäten Utrecht und Maastricht bieten breit angelegte Bachelor-Studiengänge mit naturwissenschaftlichem, geistes- oder sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt an. Dagegen hat sich die Universiteit Twente in Enschede für eine Haupt- und Nebenfachstruktur entschieden.

Masterphase

Ziel eines universitären Bachelors ist laut des niederländischen Kultusministeriums nicht unbedingt der prompte Eintritt in das Arbeitsleben. Er soll zu einem breiten Wissen und einer Master-Spezialisierung führen. Die Master-Studiengänge stellen eigenständige Studiengänge dar, so dass arbeitende Bachelors auch später noch einen Master machen können. Auch haben die Niederlande so genannte Topmasters eingeführt. Dabei handelt es sich um Studiengänge, die staatlich unterstützt werden und besonders begabten Studenten offen stehen. An immer mehr Universitäten wird der Master auf englisch gemacht, an der Universiteit Wageningen sogar ausschließlich.

Scheine und Noten

An einigen Unis gibt es sie schon, an anderen noch nicht: die neuen Punkte. Die Studienleistung in den Niederlanden wird nämlich nicht in Scheinen, sondern in Punkten (studiepunten) berechnet. Pro Studiengang muss man eine bestimmte Anzahl studiepunten erreichen. Dabei geht man vom Zeitaufwand aus, den eine Veranstaltung (vak) erfordert. Nach dem alten System steht ein Punkt für 40 Stunden Arbeitsleistung. Zusätzlich zu der Lehrveranstaltung ist darin der Zeitaufwand für die Vor- und Nachbereitung inbegriffen. Insgesamt sollen pro Studienjahr 42 Punkte erzielt werden. Diese entsprechen 1680 Stunden Arbeit. Im Vorlesungsverzeichnis (rooster) ist vermerkt, wie viele Punkte eine Veranstaltung einbringt. Das variiert von einem bis zu sieben Punkten. Je höher die Punktzahl des Kurses, desto anspruchsvoller die Prüfungsinhalte.

European Credit Transfer System

Im neuen System ist alles etwas anders: Das European Credit Transfer System (ECTS) ist viel internationaler. Vorteil: Du kannst in den Niederlanden studieren und deine Uni in Deutschland weiß genau, wie viel deine Arbeit wert ist. Der Umrechnungsfaktor ist: 1,43. Das heißt ein niederländischer Studienpunkt entspricht 1,43 ECTS credits. Damit hat sich die Gesamtleistung im Jahr nicht verändert, nur das Berechnungssystem.

Noten

Für Klausuren und Hausarbeiten gibt es Noten zwischen eins und zehn. Eine eins ist die denkbar schlechteste Note, zehn ist ausgezeichnet. Ab einer bestimmten Punktzahl hat man bestanden. Bei welcher, legt jede Universität individuell fest. In manchen Fällen hast du mit vier Punkten den Kurs erfolgreich absolviert, in anderen erst mit sechs.

Studienplatz

Voraussetzungen

Leuchtturm in Schevningen

Mit einem deutschen Abitur kannst du in den Niederlanden problemlos studieren. Das gilt für Universitäten und für hogescholen. Die hogescholen erkennen die Fachhochschulreife an, die Unis nicht. Bestimmte Studien verlangen den Nachweis, dass in der Oberstufe entsprechend qualifizierende Fächer belegt wurden. Wer dafür keinen Nachweis hat, kann das Studium trotzdem aufnehmen. Vor der Zwischenprüfung (propedeutisch examen) musst du aber zusätzliche Prüfungen in den entsprechenden Fächern ablegen. Im Zweifelsfall entscheidet die Uni, welche Leistungen du noch erbringen musst.

Hier eine Übersicht, welche Schulfächer für welches Studium vorausgesetzt werden:

  • für Theologie und klassische Philologie: Latein und Griechisch
  • für Medizin, Pharmazie und Biologie: Physik und Chemie
  • für andere Naturwissenschaften, Mathematik und Ingenieurwesen: Mathematik und Physik
  • für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: Mathematik

Zulassungsbeschränkungen - Numerus fixus

Beim Numerus fixus werden etwa 20 Prozent der Studienplätze nach Noten vergeben. Im Gegensatz zu dem uns bekannten Numerus clausus wird aber mindestens die Hälfte der Studienplätze verlost. Darüber hinaus können die Universitäten und Hochschulen einen Teil der Plätze nach einem eigenen, dezentralen Auswahlverfahren besetzen. Der niederländische Bildungsminister legt den Numerus fixus jedes Jahr neu fest. Im Studienjahr 2004/2005 lag bei der universitären Ausbildung ein Numerus fixus auf folgenden Fächern:

  • International Business
  • International Business Administration
  • Verwaltungswissenschaft (bestuurskunde)
  • Medizinische Wissenschaften (bio-medische wetenschappen)
  • Medizintechnologie (klinische technologie)
  • Tiermedizin (diergeneeskunde)
  • Humanmedizin (geneeskunde)
  • Zahnmedizin (tandheelkunde)
  • Psychologie (psychologie)

Bei den hogescholen fällt die Liste um einiges länger aus. Sie ist zusammen mit weiteren Information bei der Informatie Beheer Groep einzusehen.

Sonderreglung für ausländische Studierende

Für die Fächer Medizin, Zahnmedizin und Veterinärmedizin gibt es eine Quotenregelung für ausländische Studienanfänger. In den letzten Jahren lag diese bei zwei Prozent. Übersteigt die Anzahl der ausländischen Bewerber die Quote, entscheidet das Los über die Vergabe des Studienplatzes. Wie hoch die Quote aktuell ist, kannst du ebenfalls bei der IB-Groep erfragen.

Sprache: Niederländisch lernen

Das Niederländische hat als germanische Sprache eine unüberhörbare Ähnlichkeit mit dem Deutschen. Doch Vorsicht: Vokabular und Grammatik sind zum Teil recht unterschiedlich. Die meisten Niederländer sprechen Deutsch und Englisch. Das heißt jedoch nicht, dass sie den Umgang mit niederländisch sprechenden Ausländern nicht zu schätzen wissen. Eine akademische Laufbahn kann dank der breiten Internationalisierung zwar auch in englischer Sprache durchlaufen werden. An den meisten Universitäten gehört jedoch ein Mindestmaß an Niederländisch-Kenntnissen zu den Aufnahmebedingungen. Um das zu prüfen, hat jede Uni ihre eigene Methode. Der Bewerber wird sich wahrscheinlich einem kleinen schriftlichen Test unterziehen oder ein kurzes Gespräch mit einem Professor führen müssen. Um dich darauf vorzubereiten, gibt es eine Anzahl von Kursen. Als allgemein anerkannt gilt das Certificaat Nederlands als Vreemde Taal. Wer es vorweisen kann, muss sich keiner gesonderten Prüfung mehr unterziehen und kann gelassen dem Studienanfang entgegensehen.

Andere wichtige Sprachen

Da Niederländisch in einem relativ kleinen Sprachraum gesprochen wird - es gibt rund 22 Mio. niederländische Muttersprachler (inkl. den Flamen in Belgien) - findet man viel Literatur, die nicht übersetzt ist. Vor allem akademische Titel liest man oft in der Originalsprache. Darum sind Englisch-Kenntnisse für ein Studium in den Niederlanden unerlässlich. Dies gilt ebenfalls für Fächer, deren Unterrichtssprache Niederländisch ist. Es schadet auch nicht, Grundbegriffe des Französischen zu beherrschen, da hin und wieder mit französischen Texten gearbeitet wird. Auch deutsche Titel findest du auf den Lektürelisten.

Certificaat Nederlands als Vreemde Taal

Das Certificaat Nederlands als Vreemde Taal (Zertifikat Niederländisch als Fremdsprache), auch NT2 genannt, ist der allgemein anerkannte Sprachtest. Wer ihn abgelegt hat, wird an jeder Bildungsinstitution ohne weitere Prüfung aufgenommen. Die zentrale Prüfung findet an drei Terminen pro Jahr statt. Sie wird an fast jeder Universität abgenommen. Dort kannst du auch erfahren, wo und wann die Prüfungen stattfinden. Wer sich die Anreise in die Niederlande zum Test ersparen will, kann ihn auch in Deutschland ablegen. Bei der niederländischen Botschaft findest du eine Liste deutscher Prüfungszentren. Auf den Seiten der Nederlandse Taalunie, einer Organisation, die sich den Erhalt und die Verbreitung der niederländischen Sprache zum Ziel gesetzt hat, gibt es Beispiele zur Prüfung.

Sprachkurse in Deutschland

Wenn du dich schon in Deutschland nach Kursen umsehen möchtest, solltest du zuerst im Sprachzentrum deiner Universität nachfragen. Auch wenn es das Fach Niederlandistik an deiner Uni nicht gibt, werden oft Sprachkurse angeboten. Das ist die günstigste Variante. Meist sind die Kurse kostenlos und die Stunden finden so statt, dass sie leicht in den Stundenplan integrierbar sind. Als Alternative: Bei deiner örtlichen Volkshochschule nachfragen.

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Kurse vor Ort

Wenn du dir die Sprache erst vor Ort aneignen willst, kannst du dich im Sprachlabor (talencentrum) der niederländischen Unis umsehen. Dabei kannst du zwischen Teilzeitkursen - einige Stunden pro Woche - oder Intensivkursen von ein bis drei Wochen Dauer wählen. Die Kosten variieren je nach Universität und liegen zwischen 115 und 750 Euro. Zum Teil bieten die Universitäten Kurse speziell für deutsche Muttersprachler an. Das Lerntempo ist dort schneller, da die beiden Sprachen gewisse Ähnlichkeiten aufweisen.

Studiengebühren

Ein Studienplatz an einer niederländischen Universität oder hogeschool ist nicht umsonst: Das Studienjahr 2008/09 kostet 1.565 Euro. Der Betrag wird jedes Jahr neu festgelegt und auch ausländische Studierende müssen ihn aufbringen. Manche Unis akzeptieren auch Ratenzahlung. Studierende aus dem europäischen Ausland bekommen die Gebühren jedoch auf Antrag zurückerstattet.

Früher konnten ausländische Studierende eine Rückerstattung erhalten. Wer schon länger in den Niederlanden studiert, erhält sie auch weiterhin; Studienanfängern wird sie nicht mehr gewährt. Dafür kannst du seit Neuestem das Auslands-BAföG schon ab dem ersten Semester beziehen.

Stipendien

Wer den Studiengebühren entgehen will, kann sich um ein Stipendium bemühen. Die niederländischen Hochschulen sind Teil der gängigen europäischen Austauschprogramme. Aber auch die niederländische Regierung fördert ausländische Studenten und Forscher in ihrem Land. Wir haben eine Liste von Fördermöglichkeiten zusammengestellt:

  • Auslands-BAföG
  • Erasmus/Sokrates - Informationen über das Förderprogramm der EU gibt es beim Akademischen Auslandsamt fast jeder Uni. Es werden Stipendien für ein Semester oder ein Studienjahr im europäischen Ausland vergeben. Listen der kooperierenden Hochschulen finden sich sowohl dort als auch an den Fachbereichen.
  • Der DAAD vergibt Stipendien für ein akademisches Jahr. Bewerben können sich Studierende ab dem dritten Semester mit abgeschlossenem Grundstudium und Doktoranden. Weitere Informationen unter: Stipendiendatenbank des DAAD.
  • Die Niederlande vergeben an Studierende und Graduierte Kurz- und Jahresstipendien. Informationen gibt es auf der Webpage der niederländischen Botschaft. Das aktuelle Programm heißt Huygens (High-level University Year to Gain Excellence in the Netherlands). Es bietet Forschungsstipendien für einen Zeitraum von drei bis zehn Monaten. Zielgruppe sind Studierende mit hervorragenden Studienleistungen, die nicht älter als 35 Jahre sind. Bewerbungsschluss ist am 1. März 2006.
  • Stipendiendatenbank von e-fellows.net

Einschreibung

Anmelden leicht gemacht. In den Niederlanden werden Studienplätze über eine zentrale Stelle vergeben - die IB-Groep. Auf ihrer Internetseite kannst du dich für dein Studium anmelden. Dafür gehst du auf Voor scholieren, studenten, ouders en terugbetalers und dann unter Nar het hoger onderwijs und zu guter Letzt auf Aanmelding en studiefinanciering oder auf der englischen Version der Seite unter Application higher education. Alternativ kannst du auch unter: 0031-50-5997755 die nötigen Formulare anfordern. Nach ungefähr zwei Wochen erhältst du eine Bestätigung, dass deine Unterlagen angekommen sind. Außerdem wird dir mitgeteilt, wie du weiter vorgehen sollst. Denn du musst dich noch bei der Universität einschreiben. Die zuständige Stelle dort heißt afdeling studentendecanen oder afdeling studentenzaken. Für manche Studiengänge (vor allem im technischen Bereich) kann man sich allerdings auch direkt bei der entsprechenden Universität bewerben und durchläuft kein IB-Verfahren; ob das in Frage kommt, ist auf den jeweiligen Websites der Unis zu erfahren.

Bis wann bewerben?

Für Studiengänge ohne Numerus clausus solltest du dich, laut IB-Groep, bis zum Juli des Vorjahres bewerben. Wenn du dich so früh bewirbst, hat die zuständige IB-Groep genug Zeit für Nachfragen. Ganz Kurzentschlossene werden aber noch bis Anfang September aufgenommen. Anders sieht es bei Studienfächern mit Numerus clausus aus. Hier gilt die Bewerbungsdeadline 15. Mai, laut IB-Groep.

Internationaal Onderwijs

Für ein Studium an einem der Institute, die Internationaal Onderwijs-Kurse anbieten, musst du dich direkt beim Institut bewerben. Je nach Kurs und Institut sind bestimmte Nachweise nötig, um dort ein Studium aufnehmen zu können. In der Regel handelt es sich dabei um:

  • Nachweis der Hochschulreife>br>
  • Nachweis über Englisch-Kenntnisse

Einschreibung Studienfortsetzung

Wenn du in den Niederlanden von einem Fach zu einem anderen wechseln möchtest, wendest du dich an die Institution direkt. Die afdeling studentendecanen oder afdeling studentenzaken wird die Immatrikulation vornehmen. Folgende Unterlagen musst du vorlegen:

  • Zeugnis über die allgemeine Hochschulreife
  • einen gültigen Ausweis
  • Nachweis über die Beherrschung der niederländischen Sprache, falls vorhanden

Zusätzlich kannst du den Nachweis über schon erbrachte Leistungen einreichen. Offiziell hast du ein Anrecht auf Anerkennung bisheriger Studienleistungen und Zwischenprüfungen. Die niederländischen Stellen prüfen jedoch genau, ob das in Deutschland absolvierte Pensum auch den Bestimmungen ihres Lehrplans entspricht. Das wird individuell geprüft. Es kann durchaus vorkommen, dass du Kurse wiederholen oder zusätzliche Veranstaltungen besuchen musst. Der Studienberater der afdeling studentendecanen entscheidet, in welches Studienjahr du eingestuft wirst und ob du noch Kurse nachholen musst. Er informiert auch über das weitere Vorgehen.

Einschreibung Gaststudium

Für ein Gaststudium von begrenzter Dauer ist es am besten, sich direkt an die Uni oder Fachhochschule zu wenden. Du schreibst dich bei der afdeling studentendecanen oder studentenzaken ein. Dort berät man dich auch darüber, welche Kurse du besuchen kannst. Es gelten die gleichen Bedingungen wie für Studienfortsetzer. Für den Zeitraum des Gaststudiums werden Studiengebühren fällig. Als bequemere Lösung für einen Gastaufenthalt bietet sich die Teilnahme an einem Austauschprogramm, wie Erasmus/Socrates an. Beim Auslandsamt deiner Uni erfährst du die geltenden Bestimmungen und Formalien. Welche Kooperationen zwischen den einzelnen Hochschulen in Deutschland und den Niederlanden bestehen steht auf der Site der Hochschulrektorenkonferenz.

Leben und Studieren

Es ist ganz normal, als ordentlicher Student in den Niederlanden nur vier oder fünf Veranstaltungen pro Woche zu belegen. Damit ist jedoch nicht garantiert, dass man viel Freizeit zur Verfügung hat. Das zu bewältigende Pensum des Selbststudiums ist nämlich im Vergleich zu Deutschland sehr hoch. Professoren geben gerne Hausaufgaben auf, die einige Stunden Arbeit in Anspruch nehmen können.

Amsterdam

Bibliotheken

Die Uni-Bibliotheken haben sich darauf eingestellt: Öffnungszeiten bis Mitternacht und an Samstagen und Sonntagen sind üblich. Die Studierenden nehmen sie auch gerne an. Eine Traube ungeduldig Wartender ist am Sonntag Morgen vor dem Eingang der Biblioheken keine Seltenheit.

Veranstaltungen

Die Veranstaltungen laufen verschulter ab als in Deutschland. Zum einen herrscht Anwesenheitspflicht: Manche Professoren überprüfen sogar die Anwesenheit der Teilnehmer mit Hilfe von Listen. Das hat zur Folge, dass sich Studenten für ihr Wegbleiben ordentlich wie Gymnasiasten entschuldigen. Der Vorteil daran ist, dass sich der Professor Namen und Gesichter merkt. Die Türen der Lehrenden stehen sowieso meistens offen. Zudem ist es üblich, dass die Studierenden ihren Professor in dringenden Fällen auch zuhause anrufen. Zum anderen wird selbständiges Arbeiten nicht unbedingt gefördert. Vor allem in den Seminaren (werkcolleges) ist der Lernstoff strikt vorgegeben; niederländische Professoren fragen ihn auch gerne ab.

Praktika

Die Hochschulen legen viel Wert auf Praktika (stages). Fast jede Uni hat dazu eine Vermittlungsstelle durch die sie auch enge Kontakte zur Wirtschaft pflegen.

Studentenvereinigungen und -verbindungen

Zu den studentischen Aktivitäten gehören die zahllosen studieverenigingen. Das sind Studienvereinigungen der Fachbereiche, in denen fast jeder Student Mitglied ist. Sie setzen sich für die Belange ihres Fachbereichs ein und organisieren auch außerstudentische Veranstaltungen. Zusätzlich gibt es noch die studentenverenigingen. Diese Studentenverbindungen haben oft einen thematischen Hintergrund. Sie dienen hauptsächlich zur Kontaktpflege der Studenten untereinander. Hier steht das gesellige Zusammensein im Mittelpunkt, wobei man sich zum borrel trifft. Das ist ein lockerer Umtrunk in den Räumen der vereniging oder einem Stammcafe. Zudem werden Veranstaltungen oder Exkursionen organisiert. Bei Arbeitgebern ist ein derartiges Engagement sehr gerne gesehen.

Intreeweek

Die verenigingen bemühen sich in der ersten Woche des Studienjahres intensiv um neue Mitglieder. Diese Woche ist unter dem Namen intreeweek bekannt. Studienanfänger (eerstejaarsstudenten) werden mit einer großen Anzahl von Veranstaltungen in Empfang genommen. Dasselbe gilt für ausländische Studenten. Hier kannst du erste Kontakte knüpfen.

Die Rechnung

Wenn du mit deinen niederländischen Kommilitonen ausgehst und mit ihnen schon eine Weile gesellig beisammen sitzt, solltest du keine getrennten Rechnungen verlangen. In den Niederlanden übernimmt einer den Betrag. Die anderen geben ihm ihren Teil oder rechnen das nächste Mal ab.


Aufenthaltsbestimmung

Dank Schengen ist die Einreise in die Niederlande nicht einmal mehr eine Formalität. Dennoch kommen einige Formalitäten auf dich zu, willst du länger als drei Monate im Land bleiben. Innerhalb von fünf Tagen nach der Ankunft solltest du dich bei der Ausländerbehörde (vreemdelingendienst) registrieren lassen. Dort bekommst du deine Aufenthaltserlaubnis (verblijfsvergunning). Um diese Erlaubnis zu beantragen, musst du einige Dokumente vorlegen:

  • deinen gültigen Ausweis
  • deinen Zulassungsbescheid der Universität
  • zwei aktuelle Passfotos
  • Nachweis, dass die Finanzierung gesichert ist. Die niederländischen Behörden gehen davon aus, dass die Antragsteller pro Monat zwischen 700 und 900 Euro zum Lebensunterhalt benötigen. In der Regel genügt es, wenn dir Eltern oder Großeltern bestätigen, dass sie dich finanzieren.
  • Krankenversicherungsnachweis (Formular E-111 von deiner Krankenkasse)
  • Mietvertrag des Wohnsitzes in den Niederlanden

Einwohnermeldeamt

Um sich das Leben vor Ort zu erleichtern, solltest du dich beim örtlichen Einwohnermeldeamt (bevolkingsregister) registrieren lassen. Dazu bist du nicht verpflichtet, in manchen Fällen ist es aber nützlich. Manche Arbeitgeber wollen den Nachweis sehen, und die meisten Unis raten dazu. Für die Registrierung benötigst du die folgenden Unterlagen:

  • deinen gültigen Ausweis
  • Mietvertrag
  • Geburtsurkunde
  • Nachweis über die Registrierung bei der Ausländerbehörde

Informationen dazu gibt es auf der entsprechenden Site von Nuffic auf Englisch und Niederländisch.

Kontoeröffnung

Du kannst problemlos bei einer niederländischen Bank ein Konto eröffnen. Die Vorlage der Immatrikulation von der Uni oder hogeschool und ein gültiger Ausweis genügen. Bei den Banken gibt es zum Teil auch günstige Zusatzversicherungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Studenten zugeschnitten sind.

Wohnen - Die Herausforderung

Du hast also alle Formalitäten fürs Studium erledigt, bist eingeschrieben und der Sprache einigermaßen mächtig. Damit hast du die größte Hürde aber noch nicht genommen. Denn die besteht darin, dir eine Unterkunft zu suchen. Vor allem wenn du dich für eine der beliebten Studentenstädte wie Leiden oder Utrecht entschieden hast, solltest du dich frühzeitig um ein Zimmer bemühen. Wenn du dir gar einen Studienplatz in Amsterdam ausgesucht hast, können wir dir nur die Daumen drücken. Es gibt Zimmervermittlungsstellen an den Universitäten und hogescholen, die allerdings lange Wartelisten haben können. Die Wartezeit beträgt durchschnittlich 12 bis 14 Monate. Die Zimmerpreise können zwischen 150 und 320 Euro variieren.

Wucherpreise für Abstellkammern

Auf dem freien Wohnungsmarkt macht sich trotz starken staatlichen Eingriffs eine Art Wildwuchs breit. Nicht beheizbare Dachzimmer werden ohne Dusche für horrende Preise angeboten - und gemietet, vor allem von Studenten. Man muss jedoch nicht alles nehmen, was einem angeboten wird. Denn wer die Regeln und ein paar Tricks kennt, kann auch eine bezahlbare Unterkunft finden. Außerhalb von Amsterdam und Utrecht ist die Lage etwas entspannter. Dort kann man auch damit rechnen, über die Unis ein Zimmer zu bekommen.


Tipps und Tricks zur Zimmersuche

  • ' Freunde und Bekannte fragen' - Das ist die effektivste Methode. Auch Einheimische schwören auf die Zimmervermittlung mittels Vitamin B oder "via via", wie der Niederländer sagt.
  • Wer an einem Austauschprogramm teilnimmt, bekommt in der Regel vor Studienbeginn einen studiekoordinator zugewiesen. Hast du seine Nummer, nerve ihn frühzeitig mit der Frage nach einem Zimmer. Sie haben meist gute Kontakte aber zu viele Schützlinge. Wessen Namen er kennt, hat bessere Chancen.
  • Es gibt nicht-kommerzielle Zimmervermittlungen an den meisten Unis. Die Leute dort kennen das Problem und tun ihr Bestes.
  • Kommerzielle Zimmervermittlungen verlangen eine Einschreibegebühr, manchmal eine Vermittlungsgebühr und/oder eine Kaution. Achtung: Unseriöse Geschäftemacher nutzen die Verzweiflung der Zimmersuchenden gerne aus.
  • Teilnahme an Verlosungen (loting). In vielen Städten gibt es Einrichtungen, die Zimmer verlosen. Dabei werden zwei oder drei Bewerber ausgelost, die sich beim Vermieter vorstellen dürfen. Wer gefällt, darf bleiben.

Lebenshaltung

Amsterdam Clogs

Das Preisniveau in den Niederlanden ist ungefähr mit dem deutschen vergleichbar. Man rechnet damit, dass ein durchschnittlicher Student zwischen 700 und 900 Euro pro Monat ausgibt. Das gilt für Studenten, die sich von ihren Eltern abgenabelt haben und über eigene vier Wände verfügen. Dieser Betrag wurden vom DAAD ermittelt. Die Universiteit Utrecht hat folgende monatliche Ausgaben errechnet:

  • Studiengebühren 116,32 Euro
  • Bücher zwischen 30 und 45 Euro
  • Miete zwischen 150 und 250 Euro
  • Essen rund 182 Euro
  • Kleidung rund 40 Euro
  • Waschen rund 5 Euro

Betrachtet man die knappe Wohnsituation in den beliebten Studentenstädten, wie Amsterdam oder Utrecht, scheinen 150 bis 250 Euro für ein Zimmer etwas zu tief gegriffen. Dort ist es schwer, ein Zimmer unter 320 Euro zu finden.

Arbeiten Wenn du neben dem Studium noch Zeit findest zu arbeiten, musst du dir eine Steuer- und Sozialversicherungsnummer (sofi-nummer) holen. Dazu legst du lediglich bei der örtlichen Finanzverwaltung (belastingkantoor) deinen Ausweis vor. Diese findest du in allen größeren Städten. Wenn du von der IB-Groep Geld erhälst, darfst du nicht mehr als 9.847,22 Euro pro Jahr dazuverdienen (Stand: 2003). Sonst werden dir die Zahlungen massiv zusammengestrichen. Mehr dazu auf der Homepage der IB-Groep. Arbeit findest du am Besten über eine der zahlreichen Zeitarbeitsfirmen, den berühmten uitzendbureaus. Es gibt sie für alle nur denkbaren Zielgruppen, also auch für Studenten. Zum Teil haben die Unis auch hauseigene uitzendbureaus. Sehr beliebt bei ausländischen Studierenden sind Nebenjobs (bijbaantjes) in einem Call-Center. Muttersprachler gängiger Fremdsprachen werden dort immer gebraucht. Es kann sich auch lohnen mal im Freundeskreis nachzufragen, ob nicht jemand einen interessanten Job für dich weiß.

Medizinische Versorgung

Versicherung

Wer in Deutschland krankenversichert ist, ist es auch in den Niederlanden. Vor der Abreise solltest du dir jedoch das Formblatt E-111 von deiner Krankenkasse besorgen. Welche Leistungen es abdeckt, hängt von deiner Kasse ab. Generell kommt sie im europäischen Ausland für dieselben Leistungen auf wie in Deutschland. Du solltest dich also rechtzeitig darüber informieren, was sie bezahlt. Der niederländische Arzt rechnet in den meisten Fällen direkt über deine Krankenkasse in Deutschland ab.

Andere Länder, andere Sitten

Die Niederländer gehen erst zum Arzt, wenn sie nicht mehr stehen können. Wer mit einem Schnupfen auf der Türschwelle einer Praxis steht, der wird unter Umständen unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt. Auch die Wahl des Arztes ist nicht ganz leicht. Denn in den Niederlanden sind Ärzte knapp. Jeder Arzt darf nur eine bestimmte Anzahl von Patienten behandeln. Daher kann es sein, dass er dich nicht als Patient annimmt. Informationen welche Hausärzte noch Platz für neue Patienten haben, bekommst du beim Gemeindebüro (stadsdeelkantoor). Welchen Arzt du besuchen darfst, hängt auch davon ab, in welchem Bezirk du wohnst. Dazu gibt es beim stadsdeelkantoor eine Liste von Ärzten, die für deinen Bezirk zuständig sind. Bei einem von ihnen meldest du dich an. Damit hast du deinen permanenten Hausarzt, der für alle Wehwehchen zuständig ist. Brauchst du einen Spezialisten, muss dich dein Hausarzt überweisen. Solltest du in einen anderen Stadtbezirk ziehen, musst du dich wieder neu in dem entsprechenden stadsdeelkantoor nach einem Hausarzt umschauen.

Vorbild Amsterdam

Die Hochschulen in Amsterdam ersparen ihren Studenten diesen Aufwand. Sie haben die Einrichtung studentenartsen, die ausschließlich für Studenten da ist. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls über das E-111 Formular. Hast du keine ordentliche Krankenversicherung, kannst du für 75 Euro eine Jahresversicherung (von September bis September) bei den Studentenärzten abschließen. Wie bei "normalen" Ärzten ist auch hier die Anmeldung Voraussetzung für eine Behandlung. Die Studentenärzte erbringen dieselben Leistungen, wie "normale" Hausärzte. Sie haben ihre Methoden jedoch speziell auf die Bedürfnisse von Studenten zugeschnitten. Da Studenten sehr reisefreudig sind, bekommen sie dort auch Tropenimpfungen zu Sonderkonditionen. Die studentenartsen in Amsterdam erreichst du unter: 0031-20-5252878 oder unter http://www.studentenartsen.nl

Weblinks

  • www.studienscout-nl.de: Eine multimediale Internetseite, auf der sich Studieninteressierte über ein Studium in den Niederlanden umfassend informieren können. Neben vielen Texten und Informationen zum Nachlesen gibt es auf der Seite ein rund 60 minütiges Onlineseminar und (Video-) Erfahrungsberichte deutscher Studierender.

Interessierte finden auf der Seite eine aktuelle Übersicht sämtlicher Bachelor Studiengänge und auch für die Eltern gibt es einen gesonderten Bereich mit Infos zu steuerlichen Aspekten, Kindergeld und Regelungen rund um die Krankenversicherung.

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Hochschullandschaft

  • Auflistung aller Hochschulen und Studieneinrichtungen in den Niederlanden
  • studienscout-nl ist eine Internetseite zum Auslandsstudium in den Niederlanden für Schüler, Lehrer, Eltern, Studenten und Berufsberater. Besucher finden dort Erfahrungsberichte, ein Online-Seminar und Informationen zu Bachelor- und Master-Abschlüssen, Hochschulen, Sprachkursen, Zulassungsbedingungen, das neue Anmeldeverfahren Studielink und Finanzierungsmöglichkeiten
  • Studieren-in-Holland.de bietet einen guten Überblick über die Studienmöglichkeiten und -orte im Nachbarland. Informiert wird über Zugang und Finanzierung des Studiums. Alle Informationen sind auf deutsch.
  • College-Contact.com bietet kostenlose deutschsprachige Beratung und Vermittlung zum Studium in den Niederlanden sowie Erfahrungsberichte, Uni-Videos, Uni-Broschüren zum Download uvm.
  • Nuffic ist die Niederländische Organisation für Internationale Zusammenarbeit im Tertiärunterricht. Wertvolle Informationen rund ums Studium in den Niederlanden für ausländische Studenten. Bietet auch Sprachkurse an. Eine englische Version der Site ist vorhanden:
  • Fion ist die Dachorganisation für 13 internationale Institute in den Niederlanden:
  • Die offizielle Homepage der Open Universiteit
  • De Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen ist die offizielle Wissenschaftsinstitution. Sie berät die Regierung in Wissenschaftsangelegenheiten und bildet ein Netzwerk von und für Wissenschaftler. Eine englische Version ist vorhanden
  • Die Nationalbibliothek in Den Haag: De Koninklijke Bibliotheek. Per Suchmaschine kann im Katalog recherchiert und bestellt werden - auch in englischer Sprache.
  • Die juristische Bibliothek der Universität Utrecht beherbergt das Europäische Dokumentationszentrum: Europees Documentatie Centrum.
  • Die Niederlande in Zahlen vom Centraal Bureau voor de Statistiek, also vom Amt für Statistik.

Ranking der Unis

Studienplatz

  • [ http://www.ib-groep.nl Informatie Beheer Groep]: Die Service-Organisation für Studium und Bildung unterstützt das Wissenschaftsministerium bei der Gesetzgebung und der Reglementierung des Bildungswesens. Außerdem trägt die IB-Groep Daten zum Bildungswesen zusammen:

Sprache

Gedruckte Literatur

  • Die niederländische Botschaft hat eine Buchreihe mit dem Titel 'Nachbarn' herausgegeben.
Darin werden historische, kulturelle, gesellschaftliche und politische Themen behandelt, die beide Länder betreffen: Literaturliste
  • The Holland Handbook von Stephanie Dijkstra
Alle Infos rund um die Niederlanden in englischer Sprache. Mit wichtigen Link-Tipps.
XPatMedia
Preis: 19,90 Euro
  • DAAD Studienführer Belgien, Niederlande, Luxemburg
Das Wichtigste über ein Studium in den BeNeLux-Länder. Mit Listen der Hochschulen und Universitäten.
Von 1999.
Preis: 14,90 Euro
  • Keuzegids Hoger Onderwijs
Das Buch ist in jeder niederländischen Buchhandlung zu bekommen. Der Keuzegids ist ein unerlässliches Nachschlagewerk, das jedes Jahr aktualisiert wird und Ende November neu erscheint. Daher findest du hier auch die neusten Studiengänge.
Uitgeverij Balans
Preis: 15 Euro
  • Vorbild Niederlande von Bernd Müller (Hrsg.)
Bernd Müller diskutiert, ob und warum die Niederlande politisch, wirtschaftlich und bildungspolitisch anderen Ländern ein Vorbild ist.
Agenda Verlag
Preis: 14,32 Euro
  • Studienführer Niederlande von Hub Nijssen
Bertelsmann Verlag
Preis: 16 Euro
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