Uppsala Universitet
aus e-fellows.net wiki, dem Wissensspeicher von e-fellows für e-fellows
Inhaltsverzeichnis |
Studieren an der Uppsala Universitet
Uppsala, die Stadt
Die Stadt Uppsala liegt ca. 50 km nördlich von Stockholm. Also in Südschweden; sagen zumindest die Schweden. Sie behauptet von sich selbst die größte Universitätsstadt zu sein. Sollte das nicht stimmen, ist sie immer noch die schönste - so die Bürger von Uppsala.
Schon in Uppsala gibt es viele kulturelle Angebote und auch Einkaufsmöglichkeiten. Durch die Nähe zu Stockholm wird die Stadt aber besonders attraktiv. Denn in Schweden sind die Städte eher klein und das Leben viel ländlicher als hier in Deutschland. Besonders auffällig wird das, wenn man abends aus Stockholm wieder zurück nach Uppsala möchte.
Studieren in Uppsala
An der Universität bekommt man folgende Geschichte erzählt:
Eine Delegation aus Kopenhagen und eine Delegation aus Uppsala durften gleichzeitig beim Papst vorsprechen und für ihre Stadt eine Universität beantragen. Beiden Delegationen wurde dieser Wunsch bewilligt. Da daraufhin die Delegierten aus Uppsala schnellstmöglichst nach Hause eilten und ihre Universität errichteten, die Kopenhagener aber in Rom blieben, um die Bewilligung zu feiern, ist Uppsala heute die älteste Universität Skandinaviens. Allerdings scheint inzwischen der Sinn fürs Feiern zurückgekehrt zu sein.
Die Universität soll allerdings nicht nur die Älteste, sondern auch eine der besten der Welt sein. Da kommt unsere älteste Universität in Heidelberg schon lange nicht mehr nach. Als Deutscher sieht man auch sofort, warum.
Die Atmosphäre an der Universität ist locker und eher kollegial als hierarchisch (geduzt wird in Schweden ohnehin jeder). Dennoch fehlt keineswegs der Respekt gegenüber den Lehrenden, eigentlich eher im Gegenteil. Man merkt sofort, dass einem vieles leichter fällt, wenn man sich an jeden wenden kann. Hinzu kommt, dass es wenig Vorlesungen gibt, dafür mehr Seminare. Das zwingt einen erstens, in der Uni zu erscheinen und zweitens, die "Hausaufgaben" zu machen. Allerdings haben gerade Geisteswissenschaftler sehr wenig Stunden in der Woche und müssen den Rest der Zeit viel lesen. Das ist sehr effektiv, denn man beschäftigt sich so viel intensiver mit dem Stoff, als man es hier in Deutschland jemals neben den ganzen Vorlesungen tun könnte.
Das Studienjahr ist in zwei Semester eingeteilt, die fast parallel zu den Semestern in Deutschland verlaufen. Allerdings sind die Semester u.U. noch mal unterteilt in zwei Teile. Man belegt maximal zwei Kurse in einem dieser Untersemester, die dann nach der Hälfte des Semesters enden, worauf man zwei neue Kurse beginnt. Fast alle Kurse enden entweder mit einer Klausur oder mit einer Hausarbeit (zumindest in den Geisteswissenschaften).
Wichtig ist außerdem, dass man in Schweden auch auf Englisch studieren kann und das sehr gut. Fast alle Austauschstudenten sprechen kaum oder sogar gar kein Schwedisch (Wobei Sprachkenntnisse immer empfehlenswert sind), wenn sie nach Schweden kommen. Entweder man besucht dann an der Uni einen Sprachkurs oder man schlägt sich ein Jahr ohne Schwedisch durch, denn die Schweden sprechen sehr gut Englisch, häufig sogar Deutsch.
Studentenleben
Die Studenten wohnen in Uppsala meist in den Studentenwohnheimen; vor allem in Flugsta, dem größten. Die Wohnungen sind nämlich viel zu teuer. Als Austauschstudent über ein Programm kriegt man ein Zimmer im Wohnheim angeboten. Die Korridore haben eine Größe zwischen 5-9 Personen und unterschiedliche Ausstattung. Einen Internetanschluss hat aber jeder und zwar ganz umsonst.
Ganz wichtig sind die Nationen. Von denen gibt es 14 in Uppsala und jeder Student, also auch die Austauschstudenten, muss Mitglied in einer der Nationen sein. Das ist deshalb so, weil die Nationen viele Aufgaben von einem regulären Studentenwerk übernehmen und man nur so, z.B. über die Uni versichert ist. Die Zugehörigkeit wird in Uppsala über den Herkunftsort entschieden, aber Austauschstudenten können sich natürlich eine Nation aussuchen.
Jede der Nationen hat einen Pub, in dem man sich jeden Abend treffen kann und für wenig Geld trinken und essen kann. Außerdem werden von den Nationen Parties zu verschiedensten Anlässen organisiert. Es besteht auch die Möglichkeit für die Nationen zu arbeiten. Der Lohn ist zwar eher gering, aber erstens lernt man dabei viele nette Leute kennen und zweitens ist ein kleiner Zuverdienst in Schweden fast unabdingbar und ein Job, gerade in Uppsala, für Ausländer schwer zu finden.
Bewerbung in Uppsala oder an einer schwedischen Uni generell
Die übliche und auch empfehlenswerte Variante ist das ERASUMS-Programm. Dazu hat jede Fakultät an jeder deutschen Uni ein eigenes Verfahren. Sollte kein ERASMUS-Platz für Uppsala oder überhaupt für Schweden vorhanden sein, kann man sich als Student mit den Fakultäten der Austausch-Uni und der eigenen Uni in Verbindung setzen. Manchmal werden dann extra Plätze geschaffen.
Eine weitere, sehr interessante Möglichkeit ist, sich direkt an der Uni zu bewerben. In Uppsala ist das allerdings sehr schwer, an jeder anderen Uni jedoch sehr einfach. Da Schweden ein EU-Land ist, außerdem keine Studiengebühren hat und die Unis sich über ausländische Studierende freuen, ist das eine wirkliche Alternative zu den Programmen.
