Universität Witten/Herdecke

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Universität Witten/Herdecke wurde 1983 in Witten an der Ruhr (NRW) gegründet und ist heute die einzige freie Universität in privater Trägerschaft in Deutschland. Die Gründung der Universität wurde maßgeblich von dem anthroposophisch geprägten Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke vorangetrieben. Im heutigen Universitätsbetrieb nimmt die Anthroposophie allerdings keine Sonderrolle ein.


Fakultäten und Studiengänge

Fakultät für Medizin

  • Humanmedizin

freiwillige, integrierte Begleitstudiengänge:

  • Begleitstudium Anthroposophische Medizin
  • Begleitstudium Traditionelle Chinesische Medizin / Tuina / Diäthetik / chinesische Phytotherapie)
  • Institut für Pflegewissenschaft (Bachelor/Master of Science Nursing)
  • Musiktherapie (Zusatzstudium)

Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

  • Wirtschaftswissenschaften

Fakultät für Zahnmedizin

  • Zahnmedizin

Postgraduale Ausbildungen:

  • Zahnärztliche Chirurgie
  • Parodontologie
  • Kieferorthopädie

Fakultät für das Studium Fundamentale

  • Philosophie und Kulturwissenschaften (Kulturtheorie, Kulturmanagement und künstlerische Praxis)

Studienbeiträge

Die studentischen Beiträge variieren in Abhängigkeit des Studienfaches. Der Beitrag für ein Studium der Humanmedizin beträgt 25.000 Euro. Der Beitrag für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften beträgt 30.000 Euro. Für die anderen Studiengänge gibt es auch Abweichungen nach unten. Für das Studium der Zahnmedizin sollten zusätzlich Ausgaben für Materialien eingeplant werden.

Die Studienbeiträge wurden 1995 im Rahmen des "Umgekehrten Generationenvertrages" unter maßgeblicher Beteiligung der Studenten eingeführt. Für den Generationenvertrag gelten bis heute drei Grundsätze:

"1. Jeder geeignete Bewerber soll die Möglichkeit des Studiums erhalten - unabhängig von der persönlichen finanziellen Situation. Daher steht es den Studenten frei, den Kostenbeitrag gänzlich oder zur Hälfte erst nach Berufseintritt zu zahlen."

"2. Jeder Student soll frei in seiner Berufswahl und nicht durch die Rückzahlungsverpflichtung auf gutbezahlte Arbeit angewiesen sein. Gewährleistet wird dies, indem die Rückzahlung einkommensabhängig erfolgt (10% des Einkommens über 10 Jahre, Stand 07/05) und erst ab einem Mindesteinkommen von 21.000 Euro pro Jahr anfällt."

"3. Jeder Student soll frei in seiner Studiengestaltung sein und nicht durch die finanzielle Belastung zu einer möglichst kurzen Studiendauer genötigt werden. Dies kann durch die Erhebung eines Fixbetrags für das Vollstudium gewährleistet werden. Dieses Modell des „Umgekehrten Generationenvertrags“ wird von der Studierendengesellschaft organisiert, einem von Studenten geleiteten Verein an der Universität Witten/Herdecke. Die studentische Kostenbeteiligung macht gut 8 % des Gesamt-Etats aus (Stand 2005)."

Besonderheiten der Ausbildung

Jeder Student der Universität Witten/Herdecke widmet einen Tag in der Woche dem Studium Fundamentale (immer Donnerstags). Hier werden Fähigkeiten und Fertigkeiten jenseits der eigenen fachlichen Ausbildung erlernt und gefördert. Dabei kann jeder Student aus meist mehr als 50 verschiedenen Angeboten wählen. Neben reflexiver und kommunikativer Kompetenz können auch künstlerische oder musikalische Fähigkeiten ausgebaut werden.

Insgesamt gelten für die Ausbildung drei Grundsätze:

1. Zur Freiheit ermutigen
2. Nach Wahrheit streben
3. soziale Verantwortung fördern

Das Prinzip der Freiheit führt dazu, dass es kaum Vorlesungen im traditionellen Sinne gibt. Wer an der Universität Witten/Herdecke studiert hat Fragen, die er im Diskurs mit anderen und seinen Lehrenden beantworten kann. Dieses Ziel wird besonders auch durch die exzellente Betreuungsrelation verwirklicht (Verhältnis Betreuer:Student von 1:3). Dadurch findet lernen in effektiven Kleingruppen und Teams statt. Darüber hinaus gibt es an der UWH mehrere studentische Projekte, die die oben aufgeführten drei Grundsätze leben und für jeden sichtbar werden lassen (bspw. SOPA - Students Organisation Pro Albania, Expedition Welt, Oikos, etc.). Die UWH setzt keine Grenzen sondern ermutigt seine eigenen Grenzen zu erweitern.

Bewerbung

Bewerbungsfristen und -modalitäten sind für jede Fakultät unterschiedlich geregelt. Aktuelle Information finden sich auf der Website der Hochschule. Generell besteht die Bewerbung aus einem schriftlichen und einem mündlichen/praktischen Teil. Nach Eingang der schriftlichen Bewerberunterlagen erfolgt die erste Auswahlrunde. Hat der Bewerber die erste Runde erfolgreich absolviert, dann folgt in der Regel ein persönliches Auswahlverfahren. Die Entscheidungskriterien sind nicht öffentlich. Der Bewerber erhält im Anschluß eine positive Antwort oder eine Absage, jedoch ohne Begründung. Es empfiehlt sich an einem "Tag der offenen Tür" Kontakt mit Studierenden und Lehrenden zu suchen, um sich selbst ein besseres Bild von der Universität und deren Ausbildung zu machen.

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