Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre (TU München)
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Allgemein
Der Studiengang Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre (TUM-BWL) wird seit 2001 an der Technischen Universität München angeboten. Bis zum Wintersemester 2007/2008 war ein Abschluss als Diplom-Kaufmann/-Kauffrau bzw. Bachelor of Science möglich. Ab dem Wintersemester 2008/2009 ist grundsätzlich nur noch eine Einschreibung in die neu konzipierte B.Sc.- oder M.Sc.-Studiengänge möglich.
In dem Studiengang werden neben einer modernen betriebswirtschaftlichen Ausbildung auch fundierte Kenntnisse in technisch- naturwissenschaftlichen Bereichen vermittelt. Dabei zeichnet sich der Studiengang durch die methodisch-analytische Ausbildung sowie die konsequente Vernetzung von Management-, Technologie- und Projektorientierung aus.
Ein Auszug aus dem Ausbildungsprofil laut Homepage der wirtschaftlichen Fakultät der TU München lautet wie folgt: "Vielfältige Interdependenzen zwischen einzelnen Unternehmensbereichen sowie die fortschreitende Auflösung von tradierten Abteilungsgrenzen in Unternehmen verlangen nach Managern mit interdisziplinärer Ausrichtung. Diese sind insbesondere an der Schnittschnelle von kaufmännischem und technischem Bereich gefragt. Mit dem Bachelorstudiengang Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre (TUM-BWL) sollen zukünftigen Absolventen/ -innen die besten Voraussetzungen geboten werden, diese neuen Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaftslehre und Ingenieur-/ Naturwissenschaften zu meistern. Der Studiengang wendet sich an herausragende, hoch motivierte Schulabgänger mit Hochschulzugangsberechtigung, die sich für das Fach Betriebswirtschaftslehre interessieren und gleichzeitig natur- bzw. ingenieurwissenschaftliches Basiswissen erwerben wollen, um so die begehrte fachliche und soziale Schnittstellenkompetenz zu erlangen."
Auswahlverfahren Bachelor of Science
Seit dem Wintersemester 2008/2009 wird das Eignungsfeststellungsverfahren qualifikations- und nicht mehr studienplatzgemäß vergeben. Nach Bewerbung und Eingang der Hochschulzugangsberechtigung eines Motivationsschreibens, eine Erklärung, dass man dieses selbst verfasst hat sowie ggf. weiterer Unterlagen werden die bewerber nach folgenden Verfahren getestet. In der ersten Stufe werden die Abiturnote sowie relevante Einzelnoten mithilfe eines Punktesystems ausgewertet. Auf Basis dieser Auswertung werden direkte Zulassungen, Absagen und Einladungen zu einem Auswahlgespräch an die Bewerber gesandt. Letztere erfahren eine zweite Stufe der Eignungsfeststellung, in der ihr persönliches Gespräch von der Auswahlkomission bewertet wird. Auf diese Gespräche können sich die Bewerber nicht spezifisch vorbereiten. Das Gespräch kann Fragen zur Motivation oder Fähigkeiten bezüglich des Studiengangs, sprachliche und Ausbildungskompetenzen umfassen, wobei den Prüfern viel Freiheiten eingeräumt werden.
Nun werden die Punktzahl aus der ersten und die aus der zweiten Stufe mit gleicher Wichtung zusammengerechnet. Danach erfolgt eine letzte Unterteilung in "geeignet" und "ungeeignet" durchgeführt und dementsprechend Zulassungs- und Absagebescheide verteilt.
Für das detaillierte Eignungsfeststellungsverfahren und das konkrete Rechen- bzw. Punktesystem kann in der Satzung über die Eignungsfeststellung nachgelesen werden.
Studienaufbau
B.Sc./Diplom bis zum Wintersemester 2007/2008
Der Studiengang TUM-BWL an der Technischen Universität München wird sowohl als Bachelor- (B. Sc.) als auch als Diplomstudiengang (Dipl. Kfm. / Dipl. Kffr. Univ.) angeboten. Beide Studiengänge sind in die Studienabschnitte Grundstudium (in der Regel bis zum dritten Semester) und Hauptstudium (in der Regel bis zum sechsten bzw. achten Semester) untergliedert. Bis zum dritten Semester sind der Diplom- und der Bachelor-Studiengang fächergleich. Für weitere Informationen siehe auch Informationen zu dem auslaufendem TumBWl-Studiengang.
Bachelor of Science
Der bolognakonforme Bachelor of Science unterscheidet sich nicht grundlegend vom alten Konzept. Allerdings gibt es keine formale Unterteilung in Grund- und Hauptstudium. Das gesamte Studium ist modulbasiert, wobei natürlich einige Fächer auch auf anderen basieren. Eine Besonderheit des Studiengangs ist dessen Projektstudium, in dem ein konkretes betriebliches Projekt mit Unterstützung eines Lehrstuhls in einem kleinen Team behandelt wird.
Es umfasst folgende Modulbereiche (insgesamt 180 Credit Points):
- Grundlagen BWL: 51 Credits; keine Wahlmöglichkeiten; Buchführung, Informationswirtschaft, Organisation et cetera
- Spezialisierung BWL: 18 Credits; Veranstaltungen aus einem Bereich der folgenden Drei:
- Innovation – Organisation – Marketing
- Produktion – Logistik – Dienstleistungen
- Finance
- mathematisch-naturwissenschaftliche Grundlagen: 18 Credits, keine Wahlmöglichkeiten, folgende Module:
- Mathematik
- Statistik
- Informatik/Programmierpraktikum
- Ingenieur- bzw. naturwissenschaftliches Fach: 42 Credits; Wahl eines der folgenden vier Fächer:
- Maschinenwesen
- Elektro- und Informationstechnik
- Chemie
- Informatik
- Grundlagen VWL und Recht: jeweils 12 Credits mit zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungen, keine Wahlmöglichkeiten
- Projektstudium (12 Credits); Bachelor's Thesis (12 Credits); Querschnittsqualifikation (3 Credits)
Detaillierte Modulbeschreibungen und Studienplanempfehlungen können im Informationsdokument nachgelesen werden.
Master of Science
Der konsekutive Studiengang baut konsekutiv auf dem Bachelor of Science auf und umfasst folgende Module mit einer Gesamtanzahl von 120 Credits:
- Pflichtmodulbereich: 18 Credits, folgende Fachbereiche:
- BWL
- VWL
- Recht
- Wirtschaftswissenschaftliche Methoden
- Ingenieur– bzw. naturwissenschaftliche Vertiefung: 30 Credits, aus den bekannten Technikfächern kann eine der folgenden Spezialisierungen wählen:
- Maschinenwesen - Technische Logistik oder Produktionstechnik oder Produktentwicklung
- Elektro- und Informationstechnik - Elektrotechnik oder Informationstechnik
- Chemie - Chemie
- Informatik - Betriebliche Anwendungen oder Technische Anwendungen
- Spezialisierung BWL: Je nach gewähltem BWL-Schwerpunkt im B.Sc. können hier die Kenntnisse noch erweitert werden. Die Schwerpunkte laute(te)n:
- Innovation – Organisation – Marketing
- Produktion – Logistik – Dienstleistungen
- Finance
- wirtschaftswissenschaftliches Wahlfach: 12 Credits, in diesem Modul können entweder im Ausland erbrachte Studienleistungen oder Leistung aus einem anderen BWL-Schwerpunkt als dem eigentlich gewählten eingebracht werden.
- Master's Thesis: 30 Credits, freie wissenschaftliche Arbeit
Der Aufbau insbesondere des M.Sc. sind als vorläufig zu betrachten. Bei einem anderen vorherigen Abschluss als dem B.Sc. "TUM BWL" muss individuelle Rücksprache mit dem Studiensekretariatgehalten werden. Weitere Informationen gibt es im Studienaufbau TUM BWL.
Studieninhalte
Vier Säulen Konzept
Das Konzept des Studienganges basiert auf der Technologieorientierung, der Managementorientierung, der Internationalisierung und der Projektorientierung sowie deren Vernetzung. Die Ausbildungsinhalte der Betriebswirtschaftslehre und des technisch-naturwissenschaftlichen Faches im Hauptstudium werden insbesondere über zwei innovative Bausteine in der TUM-BWL zusammengeführt: das Projektstudium und das Integrationsfach „Technologie und Management“. Hier werden Aufgaben disziplinübergreifend angelegt und an realen Projekten in der betrieblichen Praxis oder in Forschungsprojekten der jeweiligen Lehrstühle angesiedelt. Die Verzahnung von technisch-naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnissen stellt von Anfang an einen Schwerpunkt in der TUM-BWL dar und bildet den wesentlichen Unterschied zu herkömmlichen betriebswirtschaftlichen Studiengängen.
Die Technologieorientierung wird durch die technisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen im Grundstudium sichergestellt, auf die im Hauptstudium durch das technisch-naturwissenschaftliche Fach I und II aufgebaut wird, ebenso wie durch das Integrationsfach an der Schnittstelle von Technologie und Management und durch disziplinübergreifende Aufgabenstellungen im Rahmen der Projektstudien und Diplomarbeiten. Das Besondere an dem technisch-naturwissenschaftlichen Fach in der TUM-BWL ist, dass die Lehrveranstaltungen in der Regel nicht gesondert für die Studierenden der TUM-BWL stattfinden, sondern Bestandteil der jeweiligen Ingenieur- bzw. Technikstudiengänge der Technischen Universität München sind. Dies garantiert auf der einen Seite eine Ausbildung auf hohem Niveau und liefert auf der anderen Seite einen frühzeitigen Einblick in andere Denk- und Arbeitsweisen und die Möglichkeit, Kontakte mit Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Dozenten aus anderen Fachrichtungen zu knüpfen. Von den Studierenden der TUM-BWL erfordert dieser innovative Ausbildungsbaustein Engagement und Lerneinsatz sowie die Fähigkeit, sich für technisch-naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begeistern.
Die Managementorientierung beruht im Grundstudium auf einer soliden betriebswirtschaftlichen Basisausbildung, die im Hauptstudium durch zwei Schwerpunktfächer, die „Spezielle Betriebswirtschaftslehre I und II“, erweitert wird. Hier wird betriebswirtschaftliches Wissen in Form von Managementmethoden vermittelt, die einen umfassenden Einblick in den „Werkzeugkasten“ erfolgreicher Unternehmensführung geben.
Die Internationalisierung wird insbesondere durch Kooperationen und Austauschprogramme mit Partneruniversitäten im Ausland sowie durch den Einsatz ausländischer Gastdozenten gefördert.
Vor allem im Projektstudium lernen die Studierenden, praxisnah an projektbezogenen Problemstellungen zu arbeiten. Projekt- und Diplomarbeit stehen dabei in enger Verbindung. So kann das Thema der Diplomarbeit aus dem Projektstudium hervorgehen. Damit bildet die Diplomarbeit die Möglichkeit, betriebswirtschaftlichtechnische Zusammenhänge vertiefend aufzugreifen und Qualifikation aufzubauen. Besonders im Projektstudium, aber auch in der Mehrzahl der Veranstaltungen im Hauptstudium steht die Gruppenarbeit im Vordergrund.
Gastreferenten
Um einen hohen Bezug zur Praxis sicherzustellen, werden sowohl im Grund- als auch im Hauptstudium namenhafte Referenten aus der Wirtschaft eingeladen. So halten unter anderem
- Prof. h.c. Dr. Wolfgang Reitzle (Vorstandsvorsitzender Linde AG),
- Dr. Eckhard Cordes (Vorstandsvorsitzender Franz Haniel & Cie. GmbH sowie Metro AG),
- Dr. h.c. Rudolf Gröger (Vorstandsvorsitzender O2 Germany),
- Hermann Josef Lamberti (Vorstandsmitglied Deutsche Bank),
- Dr. Matthias L. Wolfgruber (Vorstandsvorsitzender Altana AG) und
- Dr. h.c. Bernd Pischetsrieder
Gastvorträge oder sogar komplette Vorlesungen.
Rankings
In Rankings, wie dem CHE- oder Fokusranking, erreicht der Studiengang trotz seines geringen Alters regelmäßig Spitzenplätze.
Fachschaftsvertretung
Die Fachschaftsvertretung ist das Bindeglied zwischen den Studenten und der Fakultätsverwaltung. Sie vertritt die Interessen der Studenten gegenüber der Hochschulleitung z.B. im Rahmen der Verwendung der Studienbeiträge. Darüber hinaus organisiert sie die Erstsemestereinführungen, die das offizielle Einführungsprogramm begleiten, und die Semesteranfangsparty „Start-Up-Party“. Die Fachschaftsvertretung besteht derzeit aus maximal 14 Studenten, die jährlich im Sommersemester für ein Jahr gewählt werden.
Studiengänge bei e-fellows.net
Ausführliche Porträts von Studiengängen aller Fachrichtungen gibt es auf der Website von e-fellows.net.
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