Studieren in Würzburg
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Uni-Leben in Würzburg
"Glückliches Herbipolis... ins Tal eingeschnitten liegt die Stadt da wie ein irdisches Paradies..." So schrieb Gottfried von Viterbo im 12. Jahrhundert über Würzburg.
Kräuterstadt ist Würzburg wegen der Kneipp-Werke auch heute noch. Ob es sich jedoch mit einem "irdischen Paradies" vergleichen lässt, darüber kann man streiten. Auf jeden Fall ist es ein liebenswertes fränkisches Main-Städtchen - umgeben von Weinbergen.
Ein überschaubares Städtchen
Als Student lässt es sich in Würzburg sehr gut leben. Im Sommer locken zahlreiche lauschige Plätzchen am Main zum Grillen oder Sonnenbaden. Idyllische Biergärten, Badeseen und reizvolle Ausflugsziele in der näheren Umgebung (zum Beispiel der Rokoko-Garten in Veitshöchheim) lassen einen die Nachmittagsvorlesungen schnell vergessen. Würzburg ist überschaubarer, persönlicher als eine Großstadt und das hilft auch beim Studium. Wartesemester für Seminare machen selten Probleme, Staus bei den Praktika gibt es auch kaum. An der Julius-Maximilians-Universität tummeln sich über 17.000 Studierende. Daneben gibt es seit 1971 eine Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt mit etwa 5.000 Studierenden und seit 1973 eine kleinere Hochschule für Musik.
Die Kinder Würzburgs
Die 1582 gegründete Würzburger Universität blieb ihrem hervorragenden Ruf über die Jahrhunderte treu: Röntgen entdeckte hier die X-Strahlen, für die er 1901 den ersten Nobelpreis erhielt. Die Stadt brachte auch andere große Namen hervor: Im sogenannten "Lusamgärtlein" ruhen die Gebeine des Dichters Walther von der Vogelweide. Auch heute noch richtet die Welt ihre Augen auf die Kinder Würzburgs. Der in Amerika lebende Star-Basketballer Dirk Nowitzki stammt aus Würzburg. Die Mainstadt - ideales Sprungbrett auf dem Weg zu internationalem Ruhm.
Wohnen neben Weinbergen
Der Wohnungsmarkt ist im Vergleich zu anderen Städten relativ entspannt. Wer sich mit Kommilitonen auf die Suche nach einer Zwei-oder Drei-Zimmer-Wohnung macht, muss zwar unter Umständen ein wenig suchen. Ein WG-geeignetes Objekt ist letztlich bestimmt dabei. Eine Alternative für WG-Geschädigte sind die etwa 30 Studentenwohnheime, die in unterschiedlicher Trägerschaft (Studentenwerk, Studentenverbindungen oder andere) Zimmer zwischen 120 und 210 Euro anbieten. Eine studentische Besonderheit sind die so genannten "Denklerblocks" – Wohnblocks in denen fast ausschließlich Studenten-WGs und junge Familien eine Bleibe finden. Im Sommer ist in den Höfen der "Denklerblocks" immer was los. Garantiert zwar nicht immer die nötige Ruhe zum Lernen und Studieren, aber Spaß allemal...
Die liebenswerten "Underfrangen"
Hektik und weite Wege wie in anderen Studentenstädten bleiben in Würzburg garantiert außen vor. Die meisten Wege lassen sich bequem mit dem Fahrrad, per Rollerblades oder zu Fuß zurücklegen. Ein Auto ist in der Innenstadt überflüssig. Und das, obwohl das Verkehrsnetz des WVV gerade mal fünf Straßenbahnlinien und ein paar mehr Buslinien umfasst. Der Studentenwerksbeitrag beinhaltet ein Semesterticket. Studierende zahlen also für den Transport nichts extra. Doch nicht nur deswegen lohnt sich eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier erlebt man die "herzliche und umgängliche" Art so mancher Ur-Unterfranken live. Schnell und unkompliziert kann man während einer Bus- oder Straßenbahnfahrt sein persönliches Schimpfwörter-Repertoire um ein paar "underfränggische" Originalbegriffe erweitern. Nein, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Der Unterfranke ist aber auf jeden Fall ein Original - ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Kneipen-Tour auf unterfränkisch
Des Abends kann man sich vom stressigen Uni-Alltag in den vielen Würzburger Kneipen gut entspannen. Im "Haus der 150 Biere" kann man sich das schmerzlich vermisste "Heimatbräu" bestellen und dem vom "Würzburger Hofbräu" geplagten Gaumen etwas Erholung gönnen. Im "Milchladen" bekommt man alles, nur keinen Alkohol. Erfahrungsgemäß gilt für jede Kneipen-Tour: rechtzeitig starten – gerade am Wochenende. Denn sonst kann es passieren, dass aus dem gemütlichen Kneipenabend nichts wird. Zu viele Studierende drängeln sich abends in Bars und Kneipen. Dann bleibt nur noch das Bierchen aus dem WG-Kühlschrank.
Kontaktaufnahme leicht gemacht
Erstsemester bekommen bei der "Shuttleparty" einen umfassenden Einblick in das Würzburger Nachtleben. Zu Beginn jeden Semesters karren überfüllte Busse die vergnügungssüchtigen Studierenden von einer Kneipe bzw. Disko zur nächsten. Zu feiern gibt es in Würzburg und Umgebung eigentlich fast immer irgendetwas: Afrikafestival, Mozartfest, Umsonst & Draußen-Festival, Stadtfest und unzählige Weinfeste in den kleinen, aber feinen Winzerdörfern und Weinanbaugebieten rund um die Hauptstadt Weinfrankens.
Die liebenswerte Provinzialität
Kurz und gut, Würzburg ist zwar keine Großstadt, ein bisschen spießig und nicht facettenreich wie vielleicht Berlin, München oder Hamburg. Aber es hat Flair und besticht gerade auch durch seine liebenswerte Provinzialität - für die Dauer eines Studium auf jeden Fall sehr reizvoll. Hermann Hesse sagte 1930: "Wenn ich ein zukünftiger Dichter und gerade mit der Wahl meines Geburtsortes beschäftigt wäre, dann würde ich Würzburg sehr in Erwägung ziehen." Genauso könnte man als künftiger Student auch Würzburg sehr in Erwägung ziehen.
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