Studieren in Trier
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Uni-Leben in Trier
Die 100.000 Einwohner zählende Moselstadt ist mit ihrer über 2000-jährigen Geschichte Deutschlands älteste Stadt. Vieles erinnert an die alten Römer: das Wahrzeichen, die Porta Nigra, die Kaiserthermen und das Kolosseum. Doch auch die heutigen Bewohner, vor allem die Studenten, fühlen sich wohl in Trier.
Heute genießt man, wie früher, gerne die rund um die Stadt angebauten Weine und gibt sich Brot und Spielen hin. Das vor allem bei einem der zahlreichen Stadtfeste, bei denen nicht selten Guildo Horn seine Heimatstadt mit schrillen Kostümen und ohrenbetäubenden Auftritten beglückt. Wer Guildo satt hat, kann abends vom Marktplatz ins Forum flüchten, dem angesagtesten Club Triers, in dem die Preise zumindest donnerstags ebenfalls an alte Zeiten erinnern: für zwei Euro ist man drin. Das wahre "Kapital" Triers aber liegt nicht im Forum, sondern im Karl-Marx-Haus, dem Geburtsort des berühmtesten Trierers und der Pilgerstädte vieler asiatischer Touristen.
Alte Stadt, junge Uni
Auch für asiatische Studenten ist Trier attraktiv: An der Uni gibt es den Schwerpunkt Asienforschung und ein großes Angebot für ausländische Studierende. Spannend ist das auch für Deutsche, die neben ihrem Studium asiatische Sprachen lernen oder an einer Ethnologieexkursion Richtung Südostasien teilnehmen möchten. Rühmt sich Trier, die älteste Stadt zu sein, so darf Triers Uni von sich sagen, zu den modernsten zu gehören. Die Campus-Uni liegt inmitten von Weinbergen oberhalb der Stadt. Trotz ihrer modernen Architektur ist es geglückt, Funktionalität mit Gemütlichkeit zu kombinieren.
Modernität und Comfort
Die zentrale Bibliothek verbindet alle Wissenschaften, was vor allem für junge Fächer wie zum Beispiel die Medienwissenschaft attraktiv ist: Man holt sich zu seinem Thema ein Buch aus der Ethnologie, etwas aus der Sozialpsychologie und schließlich aus der Kunstgeschichte, und setzt sich dann in einen Sessel. Dort schaltet man seinen Laptop an und beschließt, lieber doch drahtlos über das Uninetz zu surfen, als sich der Lektüre zu widmen. Auf Dauer kann das jedoch fatal enden, denn im Studium wird in Trier sehr auf Eigenverantwortung gesetzt. Viele Dozenten sehen es als wichtige Leistung der Studenten an, sich ihren Stundenplan und ihre Studienphasen eigenständig zu gestalten. Für den einen ist das die große Freiheit, für den anderen eine Last.
In corpore sano mens sana
Direkt gegenüber der Bibliothek lockt die Mensa, eine der besten Deutschlands, mit einer Sonnenterasse und kurzen Wartezeiten. Wer sich nicht mit seinen Freunden verabredet hat, muss auch hier nicht alleine essen, denn die Uni ist übersichtlich genug, dass alle paar Minuten jemand vorbeikommt, den man kennt und mit dem man Pläne für den Abend schmieden kann. Bietet die Universität zahlreiche Nischenfächer wie Ägyptologie, Papyrologie und Jiddistik, so hat der Unisport ein eher gewöhnliches Programm.
Kultur? Naja...
Fans von Museen und Theateraufführungen werden sich freuen, dass man mit dem Trierer Studentenausweis kostenlos bis nach Koblenz fahren kann, von wo es nicht mehr weit ist bis Köln – da kommen sie eher auf ihre Kosten. Trier besitzt zwar ein nettes Theater und mehrere Museen, doch das Programm wechselt nur selten. Für Vorträge hingegen, vor allem zu kulturellen und politischen Themen, muss man nicht verreisen. Außerdem lässt die Landschaft um Trier für alle, die gerne Motorrad- oder Fahrradtouren machen, die gerne wandern, Kanu oder Inline-Skates fahren, keinen Wunsch offen.
Irish Pub, Salsa und Gothicparty
Abends geht es montags in den Irish Pub zum Karaoke, dienstags ist Kinotag, mittwochs Salsaabend im Forum, donnerstags stehen sogar mehrere Partys zur Auswahl und an jedem ersten Freitag im Monat findet die Gothicparty im Exhaus statt. Am Wochenende wird es allerdings ruhiger im studentischen Trier, denn viele fahren zu ihren Familien in andere Städte. Die Asiaten bleiben, und manch einer hat auch in Trier seine Heimat gefunden. Eine studentenfreundliche Heimat, in der man schon für rund 200 Euro eine schöne Unterkunft findet und nebenan in Luxemburg billig tankt. Und eine studentenfreundliche Heimat, weil man in manchen Unifächern mit nur 20 Kommilitonen in seinem Jahrgang gut betreut wird.
"Ferienholen" für Trier
Wenn man Köln, die nächste Großstadt, 100 Kilometer nach Westen verschieben könnte, wäre Trier perfekt. Da man als Trierer Student aber viel Geld sparen kann, ist einmal in Monat ein Ausflug in eine größere Stadt kein Problem. Die Uni ist übersichtlich, freundlich und international geprägt. Zu den Trierer Spezialitäten zählen die römischen Überbleibsel, Guildo Horn beim Stadtfest, das Karl-Marx-Haus, Wein mit Zwiebelkuchen und das stete Ersetzen des Wortes "nehmen" durch "holen". Also: Hol dir doch mal Zeit für eine Reise nach Trier!