Studieren in Kiel

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Uni-Leben in Kiel

Wer zum Studium nach Kiel wechselt, tut das in den allermeisten Fällen nur aus einem von zwei Gründen. Der eine ist eine große Heimatliebe. Der zweite wächst sich oft zur Krankheit aus: Wasser-Sucht.

Viele Kieler Studenten kommen aus Schleswig-Holstein und möchten noch etwas länger im Norden bleiben. Von den über 20.000 Studierenden kommen fast zwei Drittel aus Schleswig-Holstein. Zählt man die norddeutschen Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern dazu, sind es über 85 Prozent. Oder sie wollen segeln - richtig, nicht auf einem Binnensee. Allerdings bietet Kiel auch für andere noch einiges mehr.

Nordish by nature

Etwa 230.000 Menschen wohnen in Kiel. Wer hier studiert, hat aber zur Uni wie zu seinen Kommilitonen noch kürzere Wege, als die Größe der Stadt vermuten lässt. Denn zum einen wird Kiel von der Kieler Förde ziemlich genau in zwei Hälften geteilt. Dabei liegen die Innenstadt wie auch die Uni (bis auf ein technisches Institut) in der westlichen Hälfte der Stadt. Des weiteren wird Kiel im Norden durch den Nord-Ostsee-Kanal begrenzt. Und da kaum ein radfahrender Studi dauerhaft Lust hat, jeden Tag mindestens zweimal die Holtenauer Hochbrücke zu bezwingen, sieht der Wohnort von über 90 Prozent der Studenten so aus: Westufer, südlich vom Kanal. Das führt dazu, dass man vom Zentrum aus mit dem Fahrrad in etwa zehn Minuten auch beim entferntesten Kommilitonen ist.

Rumkommen trotz steifer Brise

Apropos Fahrrad: Als Verkehrsmittel bietet sich in Kiel das Rad an, wenn man nicht ohnehin in Fuß-Entfernung von der Uni wohnt. Zwar verfügt die Stadt über schnelle Verkehrsschlagadern für Autos. Aber auch die Fahrradwege sind gut ausgebaut und fast überall in gutem bis vernünftigem Zustand. Es gibt viele gerade Straßen; der Westwind bläst in der Stadt auch nur noch halb so stark. Ansonsten sieht man auch eine Menge Autos an der Uni. Dies ist bedingt durch die gute Parkplatzsituation sowie dadurch, dass eine Reihe Studenten aus der näheren Umgebung kommen und da auch wohnen.

Graue Stadt am Meer

Die Uni ist in Kiel relativ zentralisiert, wenn es sich auch nicht um eine Campus-Uni im eigentlichen Sinn handelt. Es gibt zwei Zentren, eins am Audimax/Hochhaus und eins bei den sogenannte "Fakultätenblöcken". Sie liegen aber nur ungefähr eineinhalb Kilometer auseinander, so dass man mit Fahrrad oder Bus auch gut pendeln kann. In der Mitte befindet sich unter anderem das Sportforum mit guten Trainingsmöglich- keiten - insbesondere für Wassersportler. Auf dem Ostufer liegt ein neues technisches Zentrum. Die Gebäude sind architektonisch sicher nicht der letzte Schrei; auch der Zustand der Gebäude lässt teilweise zu wünschen übrig. Dafür bietet die Uni aber genügend große Räume und eine gute Ausstattung insbesondere in den Bibliotheken.

Mehr als Schlickrutschen - Sport in Kiel

Bei den sportlichen Aktivitäten stehen für viele sicher die Wassersportarten obenan: Zum Segeln, Rudern oder Kanufahren lädt die Kieler Förde geradezu ein. Die Auswahl an Segelvereinen, Ruderclubs und ähnlichem ist groß. Wer noch nicht segeln kann, muss über den Uni-Sport zumindest einmal auf dem Boot gestanden oder einen Segelschein gemacht haben. Auch ansonsten sind viele Kieler Wasserratten. Ein lustiger Anblick ist es immer wieder, wenn man ins Sportforum geht und sie im Schwimmbad Kanupolo spielen sieht: ein Ballspiel vom Kanu aus. Im Sommer machen das die Bewohner der Stadt auch draußen auf der Förde. Der Falkensteiner Strand, der beliebteste Ostseestrand von Kiel, ruft einen im Sommer oft vom Schreibtisch weg. Mit dem Rad braucht man dorthin von der Uni aus etwa 25 Minuten.

"Wo die Ostseewellen trecken an den Strand..."

Die nähere Umgebung lädt insbesondere zu Strandspaziergängen oder zu ausgedehnten Radtouren ein. Zum Beispiel am Meer oder etwa zum Westensee und anderen Seen, die sämtlich sehr sauber sind und sich hervorragend zum Baden eignen. Im Südosten von Kiel ist die holsteinische Schweiz um Plön und Eutin in kurzer Zeit mit der Bahn erreichbar. Dort kann man unter anderem ausgedehnte Paddeltouren unternehmen.

Von Kiel in die Welt - die Welt nach Kiel

Besonders zu erwähnen ist auch die Nähe zu Skandinavien, das man mit dem Auto (in 80 km ist man in Dänemark) oder aber vor allem mit der Fähre leicht erreichen kann. Nach Göteborg in Schweden und Oslo in Norwegen fahren diese jeden Tag. Jeder Kieler Student sollte mindestens einmal dort gewesen sein. Und oft bleibt es nicht dabei. Berühmt/berüchtigt sind in diesem Zusammenhang auch die Semesterabschlussfahrten, die zumeist zum Ende des Wintersemesters stattfinden: Mit der Fähre über Nacht nach Göteborg, dort den Tag bleiben und am Abend wieder zurück mit einem ganzen Schiff voll Studis... Nur schade, dass das nicht mehr "duty free" geht. Auch die Uni-Sprachkurse in allen skandinavischen Sprachen (außer Faröisch) erfreuen sich reger Beliebtheit. Nicht selten verschlägt es den einen oder anderen auch beruflich dorthin. Insbesondere Mediziner hat man schon mehrfach nach Dänemark oder Schweden entschwinden sehen.

["Giv me noch een aus de Buddel..." - Kneipen] Die Auswahl an Kneipen ist gut. Auch wenn es kein eigenes Kneipenviertel um die Uni herum gibt, findet man doch für jeden Geschmack etwas. Biergärten sind allerdings den unbarmherzigen Gesetzen der Evolution zum Opfer gefallen: Wind und Wetter haben ihnen den Garaus gemacht. Allein die Forstbaumschule sucht hier noch eine ökologische Nische.

"Ick heff mol 'n Hamburger Veermaster sehn..."

Alljährlich im Juni zieht die Kieler Woche unzählige Besucher nach Kiel. Über die zahlreichen Segelregatten hinaus befindet sich vor allem die Innenstadt sieben Tage lang im Ausnahmezustand. Überall finden sich Bühnen, Kleinkünstler, Verkaufsstände. Empfehlenswert: der Europäische Markt. Großsegler und viele andere Schiffe gehen in Kiel vor Anker und laden zu Besichtigungen ein. Das Ganze endet jedes Jahr mit einem großen Feuerwerk über der Förde, das mit klassischer Musik begleitet wird. Dazu können wir jeden nur einladen, egal, ob er oder sie in Kiel studieren will oder nicht.

Universität Kiel

Christian-Albrechts-Universität

Olshausenstr. 40

24118 Kiel

Tel: (0431) 880-00

Website der Uni Kiel

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