Studienaufbau China
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Wie in Deutschland ist das akademische Jahr in China in zwei Semester unterteilt. Es beginnt mit dem Wintersemester Anfang September, das bis Ende Januar dauert. Im Sommersemester studierst du von Mitte Februar bis Mitte Juli. Das Wintersemester ist das "Hauptsemester". Für die meisten Studierenden startet die Uni daher im September.
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Studiengänge und Abschlüsse
Wie in den angelsächsischen Ländern kennt man auch in China seit 1981 ein dreistufiges System akademischer Grade:
Undergraduate-Programme
Voraussetzung für die Immatrikulation an einer chinesischen Hochschule sind zwölf Jahre Schulbildung. Damit wirst du zu den Undergraduate-Programmen zugelassen. Abgeschlossen werden sie mit dem akademischen Grad "Xueshi" (Bachelor) und dauern in der Regel vier Jahre. An manchen naturwissenschaftlichen Hochschulen werden fünfjährige Bachelor-Programme angeboten, in medizinischen Fächern musst du fünf bis sechs Jahre für den Xueshi pauken.
Praxisorientierte Kurzstudiengänge
Zum Undergraduate-Bereich zählen auch die praxisorientierten zwei- bis dreijährigen Studiengänge an den verschiedenen Junior Colleges. Die chinesische Regierung hat angesischts des raschen Wachstums der Bevölkerung und der sozialistischen Marktwirtschaft verstärkt diese Kurzstudiengänge ausgebaut. Damit soll der enorme Bedarf an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt gedeckt werden. Angeboten werden sie an Universitäten, Berufshochschulen, und Institutionen, die mit unserer Fachhochschule vergleichbar sind.
Postgraduate-Studies
Das chinesische Postgraduierten-Studium ist untergliedert in
- zwei- bis dreijährige Master-Studiengänge mit dem Abschluss "Shuoshi" und
- daran anschließende dreijährige Promotionsstudien mit dem Abschluss "Boshi".
Für den Shuoshi solltest du die vorgeschriebenen credits erwerben, eine Examensarbeit abliefern und sie erfolgreich verteidigen. Auch für die Promotion besuchst du neben Dissertation und Rigorosum Kurse, um die nötigen credits zu erhalten. Da die Postgraduierten-Programme erst mit dem neuen Studiensystem von 1981 eingerichtet wurden, sind sie noch stark im Ausbau. Die meisten Studierenden in China sind daher in Undergraduate-Programmen eingeschrieben.
Studienfächer
Bis vor ein paar Jahren konnten chinesische Studierende weder den Hochschulort noch ihr Studienfach selbst bestimmen. Der Staat zahlte ihnen ein monatliches Stipendium und garantierte ein gebührenfreies Studium und einen Arbeitsplatz nach dem erfolgreichen Studienabschluss. Im Gegenzug wurden den Studierenden Studienort und -fach zugewiesen. Auch ihre erste Stelle durften die Berufseinsteiger erst nach einem bestimmten Zeitraum kündigen. Das Studienfach wurde aufgrund der erzielten Ergebnisse in der national einheitlichen Eingangsprüfung bestimmt. Ziel war eine gleichmäßige Auslastung der Universitäten und eine Ausbildung, die den staatlichen Plänen für die Entwicklung der sozialistischen Marktwirtschaft entsprechen sollte.
Mehr Freiheit nach Einführung von Studiengebühren
Mit der Einführung von Studiengebühren am Beginn der neunziger Jahre wurde auch die Studienwahl freier. Studierende können inzwischen ihren Hochschulort und ihr Studienfach selbst bestimmen, wenn sie die gesamten Kosten ihres Studiums selbst tragen. Daneben haben aber auch die Hochschulen zunehmend größere Freiheit bei der Auswahl der Studienbewerber.
Staatliche Zielvorgaben
Immer noch spiegelt die Fächerwahl der chinesischen Studierenden die staatlichen Pläne für die Entwicklung der sozialistischen Marktwirtschaft wider. So studieren 39 Prozent ein ingenieurwissenschaftliches Fach, 15 Prozent sind in wirtschaftswissenschaftlichen Fächern eingeschrieben und je etwa 13 Prozent verfolgen ein sprach- oder naturwissenschaftliches Studium. Nur drei Prozent der Studierenden sind in Jura eingeschrieben, geschichtswissenschaftliche Fächer sind mit 2 Prozent noch schlechter besetzt.
Anerkennung von Studienleistungen
Die wenigsten ausländischen Studierenden absolvieren ihr komplettes Studium oder einen ganzen Studienabschnitt in China. Die Studieninhalte liegen zwar durchaus auf hohem Niveau, sind aber meist auf die Bedürfnisse Chinas abgestimmt. Oft werden die in China erbrachten Leistungen von den deutschen Hochschulen daher nicht anerkannt. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du bereits vor deinem Aufenthalt mit dem Akademischen Auslandsamt deiner Hochschule abklärst, ob mit chinesischen Universitäten Partnerschaftsbeziehungen bestehen. Im Rahmen dieser Partnerschaften ist die Anerkennung von Studienleistungen meistens geregelt. Falls deine Uni keine Partnerhochschule in China hat, solltest du im Vorfeld mit deinem Fachbereich die Anerkennung deiner Studienleistungen in China klären.
Zeitpunkt und Länge deines Aufenthalts
Ein Auslandsstudium in China ist daher vor allem für Sinologen oder Studierende ostasienwissenschaftlicher Fächer interessant. Viele dieser Studierenden gehen nach dem Vordiplom oder der Zwischenprüfung in das Reich der Mitte, um dort zu studieren. Wenn du dagegen so schnell wie möglich mit einem anderen Fachstudium in China loslegen möchtest, solltest du schon über ausreichende Chinesischkenntnisse verfügen. Denn englische Studienprogramme sind an den chinesischen Unis noch rar. Ansonsten solltest du für deinen Aufenthalt zwei Jahre einplanen und Sprachunterricht besuchen. Dann fühlst du dich auch auf fachlichem Gebiet im Chinesischen sicher.
Kurzprogramme
An vielen chinesischen Unis kannst du ein- bis dreimonatige Kurzprogramme belegen. Das Angebot reicht von chinesischer Sprache über Wirtschaft und Architektur bis hin zu traditioneller Medizin oder chinesischem Recht. Infos dazu bekommst du direkt bei den jeweiligen Hochschulen.
Unterrichtsalltag
Wer in China studiert, fühlt sich sicherlich an seine Schulzeit erinnert. Anwesenheiskontrolle und Frontalunterricht statt Gruppendiskussion sind an der Tagesordnung. Pünktlichkeit ist selbstverständlich. Erst nach und nach halten auch interaktive Unterrichtsformen Einzug in die Hörsäle der chinesischen Hochschulen. Für deine Studienleistungen bekommst du credits. Wenn du sie erwerben willst, solltest du die Veranstalungen regelmäßig besuchen, denn das Punktesystem sieht auch Anwesenheitspflicht vor. Am Ende der meisten Kurse und Vorlesungen steht eine Prüfung. Wer sie nicht besteht, muss oft den ganzen Kurs wiederholen. Chinesische Studierende müssen außerdem im Grundstudium eine kurze militärische Ausbildung absolvieren und an politischen Lehrveranstaltungen teilnehmen.
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