Programm Praxisqualifizierung für Studenten in Entwicklungs- und Transformationsländern von InWEnt
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Über InWEnt
InWEnt ist eine gemeinnützige GmbH, die 2002 aus einem Zusammenschluss der Carl-Duisberg Gesellschaft e.V. und der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) entstanden ist.
Ihr Organisationszweck ist die Förderung von internationaler Weiterbildung und Personalentwicklung mit Entwicklungs- und Transformationsstaaten als einem Schwerpunkt der Programme.
Ziel des Programms
Dies ist eines der Programme von InWEnt, das sich an Studenten deutscher Universitäten wendet, speziell an Studenten technischer oder wirtschafswissenschaftlicher Studiengänge (keine FH-Studenten).
Gefördert werden Auslandspraktika in (ausgewählten) Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in ost- und mitteleuropäischen Transformationsländern. Die selbst zu organisierenden Praktika können z.B. bei Unternehmen, aber auch bei Auslandshandelskammern oder anderen Verbänden vor Ort absolviert werden. Wichtig ist, dass der Student durch sie Einblick in andere Märkte und kulturelle Umfelder erhält, seine internationale Erfahrung und Fremdsprachenkompetenz erweitern kann. Link zum Programm
Finanzielle Förderung des Stipendiaten
Der Stipendiat erhält pro Monat seines Auslandspraktikums eine Förderung in Höhe von 450,- EUR. Des Weiteren ist die Aufnahme eines zinsgünstigen Darlehens in Ausnahmefällen möglich. Obwohl es nicht aus der Programmbeschreibung im Internet hervorgeht, so war mit dem Stipendium damals (2002) auch die Übernahme von 75 % der Reisekosten (maximal 620 EUR) zum Praktikumsort und zurück verbunden.
Voraussetzungen und Bedingungen
- Höchstalter: 27 Jahre, an einer deutschen Universität immatrikuliert
- Mindestdauer des Praktikums: 3 Monate
- bestandenes Vordiplom
- Nachweis eines Praktikumsplatzes im Ausland (welches dann gefördert werden soll)
- Gute Kenntnisse der Sprache des Ziellandes bzw. sehr gute Englisch-Kenntnisse
- nach Ablauf des Praktikums ist ein Erfahrungsbericht anzufertigen und der InWEnt gGmbH zur Verfügung zu stellen
Stipendiatenauswahl
Ein Antrag ist jederzeit möglich. Dazu ist ein Bewerbungsbogen ausgefüllt an InWEnt zu versenden, den man hier herunterladen kann.
Des Weiteren sind folgende Unterlagen dem Bewerbungsbogen beizufügen: Link zum PDF-Dokument mit der Liste
Daraufhin wählt InWEnt die Stipendiaten über ein telefonisches Interview aus.
Bewerbungstipps / Erfahrungen
Wichtig ist herauszustellen, warum man das Praktikum im gewählten Zielland absolvieren möchte. Dazu sollte man sich Gedanken gemacht haben, welche Erwartungen man hat und in welchen (sinnvollen) Zusammenhang es mit der eigenen Studien-/Berufsplanung gebracht werden kann. Seitens des Stipendiengebers ist man daran interessiert, dass der Stipendiat ein reges Interesse am Zielland und schon bestimmte Vorkenntnisse darüber hat.
Ich habe bspw. ein Praktikum bei der deutschen Auslandshandelskammer im Baltikum, Standort: Riga/Lettland, fördern lassen. In meinem Fall war es offenbar auch nicht wichtig, die Landessprache zu sprechen. Im Jahr 2002 wurde außer dem Telefoninterview auch zu einer Art Assessment Center eingeladen, an dem verschiedene Bewerber teilnahmen. Nach einer Vorstellungsrunde und individuellen Gesprächen musste jeder eine Klausur zu einem bestimmten Thema in der Sprache des Ziellandes verfassen. Die Themen waren in der Regel der politischen Diskussion entnommen (bei mir ging es um das "Kyoto-Protokoll").
Offenbar ist das Kriterium der ziellandspezifischen Sprachkompetenz so zu werten, als dass bei "exotischen" Sprachen (wie bspw. lettisch, sicherlich zählen auch estnisch, litauisch usw. dazu) der Nachweis guter Englisch-Kenntnisse ausreicht, wenn die Sprache des Praktikums nicht zwangsweise die des Ziellandes ist (in deutschen Auslandshandelskammern bzw. Verbänden spricht man so gut wie ausschließlich deutsch, das gilt auch für einheimische Angestellte). Bei Praktika in Ländern mit weniger exotischen Sprachen (wie französisch, russisch, spanisch) ist das Beherrschen der Ziellandsprache wohl Voraussetzung (damals war ich der einzige, der die Klausur nicht in der Ziellandsprache verfassen musste. Andere Stipendien-Bewerber planten bspw. Praktika in Lateinamerika oder Afrika).
Über die genaue "Erfolgsquote" kann ich leider keine Auskunft geben, jedoch denke ich, wenn man sein Anliegen offen vorträgt und sein Interesse -vielleicht gar Faszination- für das Zielland authentisch vermitteln kann, hat man eine reale Chance, gefördert zu werden. Obwohl die monatliche Fördersumme nicht allzu hoch ist, deckt sie in den -zumeist ärmeren und somit "preiswerteren"- Zieländern einen nicht unerheblichen Teil des monatlichen Bedarfs, insbesondere vor dem Hintergrund, dass alle Kammern und Verbände sowie die meisten Unternehmen vor Ort keine oder nur eine geringe Bezahlung des Praktikums leisten (können).
