Pharmaceutical Sciences B.Sc./M.Sc. (LMU München)

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Studiengang Bachelor of Pharmaceutical Science

Seit dem Wintersemester 2004/2005 gibt es an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) an der Fakultät für Chemie und Pharmazie die Möglichkeit, Pharmaceutical Sciences zu studieren – einen Studiengang, der in Deutschland erstmals angeboten wird. Er ist besonders auf Tätigkeiten in der pharmazeutischen Industrie und Forschung ausgerichtet und erfüllt die Zulassungskriterien nach §15 Arzneimittelgesetz (AMG).

Struktur des Studiums

Im Gegensatz zum klassischen Approbationsstudiengang Pharmazie werden die Studenten hier auf die Abschlüsse Bachelor of Science und Master of Science sowie eine mögliche anschließende Promotion vorbereitet. Das Bachelor-Studium gliedert sich dabei in ein viersemestriges Grundstudium, das mit der Bachelor-Prüfung abgeschlossen wird, und ein zweisemestriges Vertiefungsstudium, an dessen Ende das Verfassen einer Bachelor-Arbeit steht. Damit erwerben die Studenten einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss, auch wenn laut Umfragen des Departments Pharmazie bei einigen Firmen und Verbänden aus dem Bereich der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung für Absolventen mit Master- oder noch besser Doktortitel ein deutlich höherer Bedarf besteht. Das Master-Studium befindet sich derzeit noch in Vorbereitung und wird voraussichtlich zum Wintersemester 2007/2008 erstmalig angeboten.

Inhalt des Studiums

Inhaltliche Schwerpunkte im Grundstudium sind naturwissenschaftliches Basiswissen (Chemie, Biologie, Mathematik, Physik) in Theorie und Praxis, Analytik – auch instrumentell – und organische Synthese. Das Vertiefungsstudium befasst sich dann hauptsächlich mit pharmazeutischer Technologie, Biochemie und Molekularbiologie. Daneben werden die Studenten in weiteren Fächern wie EDV, Patentrecht und Toxikologie ausgebildet. Weiteres Augenmerk wird auf die Vermittlung von Teamfähigkeit, Vortragsdidaktik und das Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten gelegt. In jedem Semester stehen Gruppenarbeiten und Referate auf dem Programm, als Hilfsmittel werden den Studenten bei Bedarf fakultätseigene Laptops zur Verfügung gestellt.

Ort des Studiums

Fast alle Lehrveranstaltungen werden am Hightech-Campus in München-Großhadern abgehalten. Dieser neue, hochmoderne und hervorragend ausgestattete Komplex wurde im Jahr 1999 eingeweiht und umfasst die gesamte Fakultät für Chemie und Pharmazie. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Max-Planck-Institut für Biochemie, das Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie (IZB) und das dieses Jahr fertig gestellte Institut der Fakultät für Biologie in Martinsried. Gehalten werden die Veranstaltungen – einige auch auf englisch – von Dozenten der Teilbereiche Pharmazeutische Chemie, Pharmazeutische Biologie, Pharmakologie, Pharmazeutische Technologie, des Departments Chemie, der Fakultäten für Physik und Medizin sowie externen Experten aus der Berufspraxis.

Auswahlverfahren

Aus einer großen Zahl von Bewerbern werden jedes Semester bis zu 30 Studenten durch die Auswahlkommission zugelassen. Die kleine Zahl der Studenten garantiert eine intensive persönliche Betreuung durch die Dozenten und Professoren. Beispielsweise wird jedem Studienanfänger ein Professor als Mentor zur Seite gestellt, an den er sich bei den gelegentlich auftretenden Fragen und Problemen vertrauensvoll wenden kann. Für die Bewerbung sind Abiturzeugnis, Lebenslauf und ein persönliches Motivationsschreiben nötig. Für die Bewerbung sind Englischkenntnisse (eine gute Note im Abiturzeugnis genügt), bereits absolvierte Praktika (z.B. in der pharmazeutischen Industrie) oder beispielsweise die Teilnahme bei "Jugend forscht" von Vorteil, aber keine Voraussetzung. Weitere Informationen zum Auswahlverfahren und zum Studiengang finden sich auf der Homepage des Studiengangs.

Persönliche Erfahrungen

Als Studentin des ersten Jahrgangs Pharmaceutical Sciences kann ich sagen, dass dieses Studium grundsätzlich gut geplant ist. Durch die kleine Semestergröße und die häufige Gruppenarbeit entsteht ein starker Zusammenhalt innerhalb der Studentengruppe, so werden Teamfähigkeit und Konfliktlösung gefördert und so manche Freundschaft geknüpft. Zwar gab es bisher jedes Semester zu Anfang ein paar organisatorische Probleme und Anlaufschwierigkeiten, diese ließen sich aber durch ein bisschen Engagement und Einsatz schnell beheben. Mit jedem nachfolgenden Jahrgang ist das System schon besser eingespielt und so wird es bei den künftigen Erstsemestern sicherlich weitaus weniger bis überhaupt keine derartigen Schwierigkeiten mehr geben.

Ein Problem ist jedoch, dass viele Vorlesungen, Seminare und Praktika des klassischen Pharmaziestudiums, das 8 Semester dauert, in den 6 Semestern des Bachelor-Studiengangs Platz finden müssen, wodurch der Stundenplan dicht gepackt ist. Dieser Umstand und auch die Tatsache, dass in Bachelor-Studiengängen generell jede Veranstaltung benotet werden muss, hat einen sehr großen Arbeitsaufwand für dieses Studium zur Folge.

Für wen ist Pharmaceutical Sciences geeignet?

Wie für jedes naturwissenschaftliche Studium ist auch für Pharmaceutical Sciences großer Arbeits- und Zeitaufwand nötig. Hat man das Auswahlverfahren erfolgreich abgeschlossen, wird man vielleicht weniger mit dem Anspruch als vielmehr mit der immensen Menge des Stoffs zu kämpfen haben. In der Vorlesungszeit verbringen die Studenten ihre Vormittage in Vorlesungen und Seminaren, die Nachmittage meistens im Labor. Da das Grundstudium viele chemische Fächer enthält, ist es sicher von Vorteil, einen Leistungskurs oder zumindest den Grundkurs Chemie belegt zu haben. Natürlich ist das Pensum auch mit weniger Chemie-Grundwissen zu bewältigen, allerdings ist dann wieder erhöhter Einsatz erforderlich, um den Stoff nachzuholen.

Wer Spaß an den Naturwissenschaften hat und insbesondere verstehen will, wie Arzneistoffe entwickelt, synthetisiert, analysiert, in Arzneiformen gepackt und angewendet werden, wie sie wirken und welche Vorgänge sie im Körper beeinflussen und wer außerdem bereit ist, viel Zeit und Arbeit in sein Studium zu investieren, ist im Studiengang Pharmaceutical Sciences genau richtig.

FAQs zu Pharmaceutical Sciences

Kann man mit diesem Abschluss auch in einer Apotheke arbeiten? Nein, allerdings ist es relativ einfach, während des Studiums zum klassischen Staatsexamens-Studiengang Pharmazie zu wechseln. Je später man sich allerdings für den Wechsel entscheidet, desto mehr Fächer müssen nachgeholt werden, so dass dafür auch ein Semester "verlorengehen" kann. Bis zum 4. Semester ist es jedoch ohne größeren Aufwand möglich.

Wie schwierig ist der Anteil an Mathematik und Physik? In Mathematik und Physik werden hauptsächlich Grundlagen behandelt, also sind diese beiden Fächer ohne größere Schwierigkeiten zu schaffen, wenn man in der Schule gut mitgekommen ist.

Kann man während des Studiums noch nebenher arbeiten? Das ist eigentlich nur sehr schwer möglich, wenn man den Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit erreichen will. Am ehesten ist die Möglichkeit zum Nebenverdienst im zweiten Semester gegeben, da hier das zu bewältigende Pensum nicht ganz so groß ist. In den anderen Semestern ist der Tag aber meistens mit dem Studium gut ausgefüllt. Logistisch am einfachsten ist natürlich ein Nebenjob als HiWi an einem Lehrstuhl der Fakultät. Hier lässt sich auch noch praktische Erfahrung im späteren Arbeitsbereich sammeln. Am besten eignet sich ein solcher Nebenverdienst nach den ersten beiden Semestern, da dann schon genügend Vorwissen vorhanden sein sollte.

Wie hoch ist der Arbeitsaufwand für dieses Studium? Die Semesterwochenstundenzahl liegt jedes Semester zwischen 30 und 35 SWS, davon ist meistens jeden Tag vormittags Vorlesung / Seminar (Beginn 8 bis 10 Uhr) und nachmittags Praktikum im Labor (Ende 17 bis 19 Uhr). Danach ist aber durchaus noch eine Menge zu tun, wie z.B. Protokolle schreiben, Vorlesungen nachbereiten, Referate vorbereiten etc. Am Wochenende gibt es auch immer genug zu tun, so dass die Freizeit während des Semesters sehr gering ist. Dafür sind die Semesterferien (zumindest in den ersten Semestern) ganz frei. Natürlich kommt es darauf an, mit welchen Noten man sich zufrieden gibt, aber generell ist der zeitliche Aufwand für dieses Studium nicht mit einem geisteswissenschaftlichen Studium zu vergleichen (ohne den Studenten solcher Fächer zu nahe treten zu wollen, dort sind eben andere Dinge, wie Hausarbeiten in den Ferien etc., gefordert, die es bei Pharmaceutical Sciences überhaupt nicht gibt) und auch für ein naturwissenschaftliches Studium ist der Aufwand eher hoch.

--Sarah.mickisch 13:37, 6. Sep 2006 (CEST)

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