Meteorologie (Diplom) (Universität Hamburg)
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Artikel zum Meteorologie-Studium allgemein und zum Diplom-Studiengang "Meteorologie" an der Universität Hamburg
Inhaltsverzeichnis |
Studium der Meteorologie allgemein
Was genau ist Meteorologie?
Meteorologie (von griech.: μετέωρος "oben am Himmel") ist sehr nah mit der Physik verwandt, sie ist sogar eine Spezialrichtung, nämlich die „Physik der Atmosphäre“. Wer also vorhat, Meteorologie zu studieren, der sollte sich bewusst sein, dass es hier nicht mehr um reine Beschreibungen geht, wie meist in der Schule (Geographie), sondern hauptsächlich um Formeln, mit denen man Zustände der Atmosphäre und Phänomene des Wetters beschreiben kann. Die Meteorologen interessieren sich also zum Beispiel für Beziehungen zwischen Druck, Temperatur, Dichte und Wassergehalt der Luft in bestimmten Höhen oder für die Intensität, mit der die Erde von der Sonne erhaltene Wärme wieder ins Weltall schickt. Das hängt u.a. davon ab, wie stark die bestrahlte Fläche reflektiert oder auch wie viele Spurengase sich in der Atmosphäre befinden (das ist der allgemein bekannte Treibhauseffekt). Aber auch Wind, Wolken, Hoch- und Tiefdruckgebiete und was man noch so aus dem „Wetter“ im Fernsehen kennt, wird behandelt, allerdings eben auch mit vielen, vielen Formeln belegt.
Was sollte ich mitbringen?
Da in diesem Studium die Physik eine wichtige Rolle spielt, ist es klar, dass man als Student ein gutes mathematisch-physikalisches Verständnis braucht. Wie in den meisten Naturwissenschaften sollte man Sachverhalte gut analysieren und abstrahieren können und sich zum Auswerten von Daten mit Computern und Programmiersprachen auskennen, was aber auch im Studium gelehrt wird. Außerdem muss ein Student vor allem in den höheren Semestern englische Literatur verstehen können, da die meisten Veröffentlichungen nur noch in Englisch verfasst werden. Und – wie in allen Studiengängen – schadet „unfallfreies Deutsch“ nie, sei es für schriftliche Arbeiten oder für Vorträge.
Und was machen Meteorologen nach dem Studium?
Es gibt ein ziemlich breit gefächertes Feld, wo man als Meteorologe später arbeiten kann. Natürlich kann man in Instituten vielfältige Forschungen anstellen oder im öffentlichen Dienst zum Beispiel beim Deutschen Wetterdienst Wettervorhersagen machen. Außerdem brauchen z.B. Versicherungen meteorologische Gutachten und auf Flughäfen müssen Meteorologen die Starterlaubnisse erteilen. Es gibt also noch mehr Arbeitsmöglichkeiten als nur die in Rundfunk und Fernsehen.
Meteorologie an der Uni Hamburg
Warum in Hamburg studieren?
Also erst einmal ist Hamburg einfach eine richtig schöne Stadt. Es gibt zahlreiche Parks, die die Großstadt enorm auflockern, der Hafen ist einfach eine Sensation (wenn man Glück hat, sieht man auch mal eines von den richtig großen Schiffen wie die „Queen Mary“) und die Leute sind auch nicht so schlimm, wie man immer hört. Aber nun zum Meteorologischen: Einerseits befindet sich direkt neben dem Unigebäude das „Max-Planck-Institut für Meteorologie“, so dass man schon früh einen Einblick in die Tätigkeiten dort bekommen kann; das Deutsche Klimarechenzentrum ist auch gleich um die Ecke und der DWD (Deutscher Wetterdienst) hat seinen Sitz ebenfalls in Hamburg. Andererseits finde ich die Betreuung ziemlich gut. Jeweils einem Jahrgang (nur ca. 20 Studenten im ersten Semester) wird einer der Professoren als Mentor zugeordnet, mit dem man über alle Probleme reden kann. Oder man wendet sich einfach an den Fachschaftsrat (Meteorologen aus allen Semestern), die einem gerne helfen.
Wie läuft das Studium ab?
Umstellung auf Bachelor
Wie ja momentan in vielen Studiengängen herrscht durch das Umstellen auf Bachelor auch in Hamburg ein ziemliches Chaos bei den Studien- und Prüfungsordnungen. Nachdem die Bachelor- Studienordnung für das WS 06/07 aber noch nicht einmal ganz feststeht, werde ich den alten Diplomstudiengang hier vorstellen. Wer Meteorologie auf Bachelor und Master studiert, wird aber wohl insgesamt doch nicht viel Anderes lernen.
Grundstudium
Im Grundstudium (bis 4. Sem.) lernen die Studenten vor allem die mathematischen und physikalischen Grundlagen und erhalten auch einen ersten Einblick in die Meteorologie. Zeitlich überwiegen sicherlich Mathematik, Physik, theoretische Physik und 2 phys. Praktika gegenüber der „Einführung in die Meteorologie“, Hydrodynamik, „Meteorologischem Messinstrumentenpraktikum“ und „Praktikum Datenverarbeitung in der Meteorologie“. Mit den zu belegenden „Ergänzungsveranstaltungen“ aus verschiedenen Fachrichtungen kommt man auf ca. 25 SWS.
Hauptstudium I
Nach dem Vordiplom kommt man in die erste Phase des Hauptstudiums, wo es nun endlich meteorologischer wird: Es gibt z.B. Vorlesungen zu „Turbulenz und Grenzschicht“, „Thermodynamik der Atmosphäre“ ein „Meteorologisches Seminar“, bei dem ein Vortrag zu halten ist, und das „Synoptikpraktikum“. Am Ende des sechsten Semesters schreibt man eine Studienarbeit, die in etwa der kommenden Bachelor-Thesis entspricht. Ein Abschluss wird aber für Studenten nach der alten Prüfungsordnung nicht vergeben wegen Problemen mit dem Bafög.
Hauptstudium II
In der letzten Phase bis zum 10. Semester für Regelstudierende (meinst braucht man angeblich aber ca. 13 Semester) muss man sich ein Nebenfach wählen (z.B. Ozeanographie) und hört Vorlesungen z.B. zu „Strahlung“ oder „Wolkenphysik“. Außerdem steht das „Numerikpraktikum“ an und eine Lehrexkursion. Zum Abschluss schreibt man dann im 10. Semester seine Diplomarbeit. Wer es noch genauer wissen will, der besucht am besten die Seite des Meteorologischen Instituts in Hamburg www.mi.uni-hamburg.de , wo alle wichtigen und aktuellen (Bachelor!) Infos zu finden sind.
Studiengänge bei e-fellows.net
Ausführliche Porträts von Studiengängen aller Fachrichtungen gibt es auf der Website von e-fellows.net.
Sie informieren über
- Inhalte des Studiums
- Voraussetzungen
- Fristen und Termine
- Kontakte
Weblinks
- Meteorologisches Institut der Uni Hamburg
- Max-Planck-Institut für Meteorologie
- Deutscher Wetterdienst
- Das Klima der Erde (sehr gute Zusammenfassung des Meteorologiestoffs der ersten beiden Semester)
- Aktuelle Wetterdaten aus Hamburg (ausführlich mit Temperatur, Wind, Feuchte, Bedeckung, ... in verschiedenen Höhen)
- Wetterzentrale: Topkarten (Wetterkarten in allen Variationen)
--Andrea.gierisch 23:23, 31. Aug 2006 (CEST)
