LL.M. an der University of Minnesota (2009)

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Erfahrungsbericht von Kirsten Anna Hoffmann

LL.M.-Erfahrungsberichte

Welcher LL.M. ist der richtige für mich? In der Rubrik "LL.M.-Erfahrungsberichte" berichten LL.M.-Absolventen von Australien bis Südafrika von ihrer Erfahrung.

  • Infos zu Vorbereitung, Auswahl und Finanzierung eines LL.M.-Studiums sowie weitere Infos zum Master of Laws bietet das Buch "Der LL.M.".


LL.M. for Foreign Lawyers an der University of Minnesota Law School

Für den LL.M. habe ich mich nach dem Besuch des e-fellows.net LL.M. Day entschieden, auf dem auch die University of Minnesota ihr Programm vorstellte.

Das Studium an einer US-amerikanischen Law School war für mich eine ganz besondere Erfahrung. Die University of Minnesota Law School, eine der Top 20 Law Schools in den USA, erschien mir aufgrund des LL.M.-Programms speziell für Foreign Lawyers besonders attraktiv. Mit ca. 30 Studenten, die aus vielen verschiedenen Ländern der Erde stammen, ist die LL.M.-Klasse vergleichsweise klein. Dadurch entwickelt sich ein sehr guter Zusammenhalt zwischen den Studenten. Alle Kurse finden gemeinsam mit den amerikanischen J.D.- Studenten statt, was das Knüpfen von Kontakten auch zu amerikanischen Studenten leicht gemacht hat. Zudem wird im Rahmen des Mentorship-Programms jedem LL.M.-Studenten ein amerikanischer Student zugeordnet, der seinem Schützling mit Rat und Tat zur Seite steht.

Das LL.M.-Programm beginnt mit dem zweiwöchigen Kurs Introduction to American Law vor Beginn des eigentlichen Semesters. Im Rahmen dieser Veranstaltung erhält man einen guten Überblick über das US-amerikanische Rechtssystem. An den Nachmittagen gibt es die Möglichkeit, an kulturellen Ausflügen teilzunehmen. Der Kurs endet mit einer kurzen Prüfung. Anschließend bietet sich die Möglichkeit, Kurse aus dem breiten Angebot der Law School je nach Interessengebiet frei zu wählen. Für den LL.M.-Abschluss müssen während des zweisemestrigen Studiums 24 Credits erzielt werden. Dies entspricht der Anzahl von Credits, die auch zum Absolvieren des New York Bar Exams erforderlich ist. Je nach Arbeitsaufwand erhält man für jeden Kurs zwei bis fünf Credits. In allen Kursen herrscht eine durchweg positive Arbeitsmoral. Es wird erwartet, dass man die sog. Readings, die durchaus bis zu 100 Seiten pro Woche je Kurs betragen können, zu jeder Unterrichtsstunde erledigt hat und sich außerdem aktiv an den Kursdiskussionen beteiligt. Dies fällt anfangs nicht leicht, an das für deutsche Verhältnisse hohe Lesepensum – noch dazu in einer fremden Sprache – gewöhnt man sich aber recht schnell. Am Ende eines jeden Semesters findet in jedem Fach eine schriftliche Prüfung statt, wobei diese in einigen Kursen durch einen Essay ersetzt werden kann. Hat man die Readings regelmäßig erledigt, hält sich der Lernaufwand vor der Prüfung in Grenzen. Aufgrund der kleinen Lerngruppen besteht in den Inhalte im Fokus: Kirsten Anna Hoffmann Kursen ein sehr enger Kontakt zu den Professoren, die immer ein offenes Ohr für die Studenten haben. Im zweiten Semester gibt es für LL.M.-Studenten außerdem die Möglichkeit, ein Praktikum bei einem Richter an einem US-amerikanischen Gericht zu absolvieren. So konnte ich einen sehr interessanten Einblick in das Jury-System erhalten.

Für die USA habe ich mich entschieden, weil das Studium an einer US-amerikanischen Law School etwas ganz Besonderes ist. Nicht zuletzt wurde meine Entscheidung auch von der Tatsache beeinflusst, dass der in den USA erworbene LL.M. von den Kanzleien sehr gerne gesehen und jedenfalls von einigen auch als Alternative zur Promotion akzeptiert wird. Bereits während des Studiums in Minneapolis wurde ich von Wirtschaftskanzleien mit Standorten in Deutschland zu einem ersten Kennenlernen nach Chicago und New York eingeladen. Auf der jährlich im Januar an der New York University stattfindenden Jobfair für LL.M.-Studenten habe ich schließlich die Kanzlei kennen gelernt, bei der ich jetzt meine Anwaltsstation ableiste.

Ich habe das LL.M.-Studium nach dem ersten Staatsexamen absolviert. Sich nach dem zweiten Staatsexamen noch einmal zum Studium zu motivieren, stelle ich mir schwierig vor, wenn man direkt in den Beruf starten könnte. Alles in allem denke ich, dass sich das LL.M.- Studium für mich in jeder Hinsicht gelohnt hat – ich würde es jederzeit wieder machen.

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