LL.M. an der University of Cambridge 2007
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Erfahrungsbericht von Felix Steffek
St. John’s College
LL.M.-Erfahrungsberichte
Welcher LL.M. ist der richtige für mich? In der Rubrik "LL.M.-Erfahrungsberichte" berichten LL.M.-Absolventen von Australien bis Südafrika von ihrer Erfahrung.
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Wann hast du den LLM absolviert?
Unmittelbar nach dem ersten Staatsexamen
War der LLM für dich die Alternative zur Promotion oder machst du beides?
Beides.
Was waren die ausschlaggebenden Gründe für die Entscheidung für ein LLM-Studium?
- Beschäftigung mit Rechtsgebieten und Rechtsmethoden, die nicht zum Stoff der Staatsexamina zählen - Interesse an ausländischem Recht und Rechtsvergleichung - Auslandserfahrung - Erwerb vertiefter englischer Sprachkenntnisse
Nach welchen Kriterien hast du dir das Studienland ausgesucht? Gab es Alternativen?
Erstes Kriterium war die Frage: In welchem Land gibt es Universitäten, die den Lehrstoff anbieten, der mich interessiert? Interessiert war ich an einem in Theorie und Praxis führenden Kapitalgesellschafts- und Insolvenzrecht, internationalem Bankrecht und ökonomischer Analyse des Rechts. Damit war der Kreis eingeengt auf England oder die USA. Den Ausschlag für England ergab u.a. die Tatsache, dass das englische Gesellschafts- und Insolvenzrecht im Rahmen der europäischen Freizügigkeitsrechte eine ganz erhebliche Bedeutung auch in der deutschen Praxis gewonnen hat.
Nach welchen Kriterien hast du dir die Uni ausgesucht? Gab es Alternativen?
Ein wichtiger Aspekt war erneut die Kompetenz der Universität in meinen Interessengebieten. An der University of Cambridge hat mich besonders das College-System gereizt. Weitere Kriterien waren die Attraktivität der Stadt und ihres Umfelds sowie die Angebote der Universität jenseits des LLM-Studiums (Sport, Vorträge etc.). Alter-nativen waren die University of Oxford und die LSE in London.
Wie zufrieden warst du anschließend mit deiner Wahl?
Sehr zufrieden.
Welche besonderen Herausforderungen hat dein Studienland mit sich gebracht?
Auf den ersten Blick keine, auf den zweiten Blick die Herausforderung, subtile, aber bei weitem nicht irrelevante Unterschiede zwischen der englischen und der deut-schen Gesprächskultur im akademischen und nicht-akademischen Bereich zu meistern.
Wie hast du das LLM-Studium finanziert?
Stipendium. Meiner Erfahrung nach ist es schwerer, ein Stipendium zu erhalten als einen Studienplatz zu bekommen. Daher meine Empfehlung, die Bewerbungen um Stipendien breit zu streuen.
Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten?
Deutlich höher als in einer deutschen Universitätsstadt; die Lebenshaltungskosten hängen natürlich stark von der individuellen Lebensgestaltung ab.
Waren der MBA oder andere Postgraduiertenprogramme eine Alternative für dich?
Nein. MBA wäre eine Überlegung wert gewesen, wenn ich nicht als Zweitstudium BWL studiert hätte.
Wie bist du mit der Landessprache und den kulturellen Besonderheiten des Landes klar gekommen?
Unproblematisch, siehe auch oben.
Wie ging es für dich nach dem LLM weiter?
Rechtsvergleichende Dissertation über englisches Kapitalgesellschafts- und Insolvenzrecht.
Meinst du, dass sich das LLM Studium finanziell ausgezahlt hat?
Ja
Hat sich das LLM-Studium in Sachen Karriere gelohnt?
Ja
Hast du nach dem LLM-Studium überlegt, in deinem Studienland zu bleiben?
Im Rahmen der anschließenden Dissertation habe ich ein zweites Jahr an der University of Cambridge verbracht und währenddessen auch englisches Gesellschaftsrecht unterrichtet.
Würdest du dich für dasselbe LLM-Studium noch einmal entscheiden?
Ja: fantastische Lehre, fantastische Leute und in jeder Hinsicht eine gute Zeit
Welche Tipps gibst du zukünftigen LLM-Studenten?
Es mag helfen, wenn man sich nicht zuerst auf die Frage stürzt, wann und wo man ein LLM-Studium absolvieren möchte, sondern sich zunächst fragt, was man hinsichtlich Karriere und sonstiger Lebensplanung eigentlich erreichen will. Danach beantworten sich die Fragen nach dem Ob, Wann und Wo des LLM-Studiums meist von selbst.
