International Commercial and Business Law LL.M. (University of East Anglia)

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Artikel zum LL.M.-Studiengang "International Commercial and Business Law" an der University of East Anglia in Norwich.

Inhaltsverzeichnis

University of East Anglia

Die University of East Anglia liegt in Norwich, der Hauptstadt der Region East Anglia. Sie ist eine relativ junge Universität. Gegründet wurde sie 1963. Damals nahmen gerademal 87 Undergraduates ihr Studium auf. Heute zählt die Universität über 13.000 Studenten, 9.900 Undergraduates und 3.300 Postgraduates. 1.200 Studenten kommen aus dem Ausland.

Die Universität liegt außerhalb des Stadtzentrums und stellt eine reine Campus-Universität dar. Auf dem Campus finden sich neben den akademischen Einrichtungen auch mehrere moderne Wohnheime, der Sportspark, das Sainsbury Centre for Visual Arts, sowie ein Waterstone's Buchladen, mehrere Banken, ein Supermarkt, ein Pub und mehrere Cafés.


Law School

Die Law School ist etwas abseits des Main Campus ist der historischen Earlham Hall (siehe Bild unten) untergebracht. Für Postgraduates bietet die Law School neben einem LL.M. ohne Spezialisierung auch fünf Spezialprogramme: International Commercial and Business Law, International Trade Law, Information, Technology and Intellectual Property Law, International Competition Law and Policy sowie Employment Law. Im folgenden soll das Studium an der Law School im allgemeinen und der LL.M in International Commercial and Business Law im besonderen vorgestellt werden.
Earlham Hall

Akademisches Jahr

Das Studienjahr ist in Semester eingeteilt. Das „autumn semester“ fängt Mitte September an und endet Mitte Dezember, das „spring semester“ fängt Mitte Januar an und endet im April/Mai. Im Anschluß daran findet im Mai/ Juni die „assessment period“ statt, in der die Klasuren zu den Kursen des spring semester geschrieben werden. Die Klausuren für das autumn semester werden Anfang Januar noch vor Wiederbeginn der Lehrveranstaltungen geschrieben. Ferien gibt's von Mitte Dezember bis Mitte Januar und im April.

Lehrveranstaltungen, Prüfungen

Die Lehrveranstaltungen finden zumeist wöchentlich, teils auch zweiwöchentlich oder in Blockveranstaltungen statt. Die Kurse finden in Seminarform statt, dh in kleineren Gruppen bis ca. 25 Studenten.

Die Teilnahme an den Seminaren setzt die stetige Vor- und Nachbereitung des Kurses voraus, da in England meist nach der sokratischen Methode unterrichtet wird und von den Studenten die aktive Beteiligung am Kurs erwartet wird. In England wird man selten (zumindest nicht bei Kursen für Postgraduates) mit Frontalunterricht konfrontiert – die Diskussion mit dem Dozenten und den Kommilitonen steht im Mittelpunkt. Dies setzt aber eine vorherige Auseinandersetzung mit dem Thema der jeweiligen Stunde voraus, weshalb die Dozenten zum Teil sehr umfangreiche Literaturlisten herausgeben und erwarten, daß man auch weiß, was dort steht. Die Bewertung erfolgt entweder anhand einer Kombination aus essay/coursework und Klausur oder allein anhand eines essays. Typischerweise darf ein essay nicht länger als 4000 bis 5000 Wörter lang sein; stellt der essay die einzige Prüfungsleistung dar, kann er auch länger (bis zu 8000 Wörter)sein. Die am Ende zu fertigende „dissertation“ soll mindestens 8000 Wörter lang sein und darf nicht länger als 10000 Wörter sein.

International Commercial and Business Law

Aus meiner Sicht bietet die Spezialisierung auf International Commercial and Business Law (ICBL)die weitreichendsten Wahlmöglichkeiten aller Spezialisierungen. Bei den anderen Spezialisierungen ist es immer so, dass man ein bis zwei Pflichtfächer belegen muss, die man sich nicht selber aussuchen kann. Bei ICBL kann man seine Fächer frei auswählen und zwar nicht nur aus den für ICBL angebotenen Kursen, sondern auch aus denen der anderen Spezialisierungen.

Aus meiner Sicht besonders zu empfehlen sind International Business Law (Prof. Miller), International Banking Law (Ian Benson), International Commercial Arbitration und Cyberspace and the Law (beide T.T. Arvind). Wer sich auf internationales Handelsrecht im engeren Sinne, d.h. auf den grenzüberschreitenden Warenverkehr, spezialisieren möchte, dem seien Foundations of International Commercial Law, International Carriage of Goods, Law of the International Sale of Goods und Finance in International Trade empfohlen.

Kontakte an der Uni

Der Kontakt zu den Dozenten ist im allgemeinen einfacher herzustellen als in Deutschland und erheblich lockerer. Das zeigt sich allein schon daran, daß man die meisten Dozenten mit Vornamen anspricht, selbst den Dekan der Fakultät.

Der Kontakt zu den englischen Kommilitonen gestaltet sich schwieriger. Allein über die juristischen Veranstaltungen wird man nur wenige Engländer/innen kennenlernen,weil einfach nicht soviele einen Master machen. Eine gute Gelegenheit sind aber die verschiedenen Clubs und Societies und hier insbesondere die Sportclubs.

Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Masterprogramms an der UEA ist der Kontakt zu den anderen ausländischen Studenten hingegen leicht. In meinem Jahr waren neben Studenten aus Deutschland auch Franzosen, Slowaken, Schweizer, Mexikaner, Brasilianer, Indonesier, Thailänder, Chinesen, Koreaner, Syrer, Ägypter, Inder...

Freizeitmöglichkeiten (Sport, Kultur..)

Die UEA hat einen sehr modernen Sportspark mit großem Schwimmbad, Squashcourts, Kletterwand und vielem anderem mehr. Nähere Infos gibt's auf der Internetseite der UEA. In kultureller Hinsicht gibt es verschiedene Societies, über die man sich am besten vor Ort informiert.

In kultureller Hinsicht bietet Norwich verschiedene Theater, drei Kinos etc. Eigentlich alles, was man sich als Student so wünscht. Und wenn's mal langweilig wird ist man in 2,5 Stunden mit dem Zug in London oder in ca. 1 Stunde in Cambridge.

Außerdem bietet Norwich natürlich jede Menge Pubs. Empfehlenswert sind hier das Adam & Eve (der älteste Pub von Norwich), das Fat Cat (Gewinner mehrerer Preise wegen seiner großen Auswahl an verschiedenen Bieren)sowie das Bell Hotel (gehört zur Wetherspoons-Kette und die Preise sind entsprechend niedrig). Zu Semesterbeginn verteilt die Student's Union einen Guide, in dem unter anderem auch die verschiedenen Pubs aufgelistet werden.

Unterkunft

Bei der Wohnungssuche ist die Website der Students Union sehr hilfreich. Man muß allerdings um Zugang zu den Wohnungsangeboten zu erhalten bei der Union anrufen und sich eine Benutzerkennung und ein Passwort sagen lassen. Das ist aber überhaupt kein Problem, sobald man von der UEA die Bestätigung erhalten hat, daß man einen Studienplatz hat. Wenn man dort etwas gefunden hat, sollte man die Leute telefonisch oder per email kontaktieren und auf jeden Fall einen Besichtigungstermin vereinbaren. Es lohnt sich auf jeden Fall im Juli oder August für 2-3 Tage nach Norwich zu fliegen um sich die Zimmer persönlich anzusehen. Einerseits wird man ansonsten kaum einen Vermieter finden, der bereit ist einem ein Zimmer zu vermieten, und andererseits erspart man sich herbe Enttäuschungen was das Zimmer oder die Mitbewohner angeht.

In Norwich ist es üblich, daß sich Studenten nachdem sie ihr erstes Studienjahr im Wohnheim gewohnt haben, gemeinsam ein Haus teilen. Zumeist wohnt man zu 3-6 Leuten zusammen. Die beliebteste Gegend ist wohl das „Golden Triangle“ zwischen Earlham Road, Unthank Road und Colman Road. Das „Triangle“ liegt ziemlich genau zwischen Uni und Stadt. Beide sind mit dem Bus Nr. 25 (über Unthank Road) und 35 (über Earlham Road) in wenigen Minuten zu erreichen. Das „Triangle“ zeichnet sich weiter durch seine hübschen viktorianischen Reihenhäuser, die ruhige Wohnlage und die Nähe zu den Shops und Pubs auf der Unthank und der Earlham Road aus.

Plätze in Wohnheimen gibt es nach offizieller Auskunft für deutsche Studenten nicht. Tatsächlich sieht es anders aus, aber auch nur, wenn bei Semesterbeginn noch ein Zimmer frei ist. Und das hieße dann in Norwich anzureisen, ohne zu wissen, wo man wohnen wird. Ich würde diese Alternative nicht empfehlen, auch weil die Wohnheime erheblich teurer sind als Zimmer auf dem freien Wohnungsmarkt. Zudem liegt die Uni und damit auch die Wohnheime relativ weit außerhalb der Stadt. Der einzige Vorteil an einem Wohnheim ist aus meiner Sicht, daß man sehr schnell Kontakt zu anderen Studenten findet.

Die Preise für ein Zimmer in einem „shared house“ liegen bei ca. 220 Pfund pro Monat exklusive der Nebenkosten. Die sind allerdings in England nicht besonders hoch. Die Grundgebühr für's Telefon beträgt z.B. für drei Monate nur 30 Pfund, die dann ja auch noch unter den Mitbewohnern aufgeteilt werden. Strom und Wasser sind auch nicht zu teuer, weil man ja alle Kosten immer mit den Mitbewohnern teilt. Es gibt auch preiswertere Zimmer (ab 180 Pfund), aber da muß man doch erhebliche Abstriche machen, was die Größe, Qualität und Lage angeht. Teurere Zimmer gibt's natürlich auch immer.

Transport, Verkehrsmittel

Die Anreise erfolgt am günstigsten per Flugzeug nach London Stansted (zB Ryanair, Germanwings, Air Berlin) und dann weiter mit dem National Express Bus direkt nach Norwich oder mit dem Zug mit Umsteigen in Cambridge. Der Zug ist, wenn man eine Rail Card kauft, günstiger als der Bus (auch wenn man eine Student's Card von National Express hat). Der Preisunterschied ist aber nicht so groß und der eindeutige Vorteil des Busses ist, daß er direkt durchfährt und man nicht mehr umsteigen muß. Die Bahn ist in England sehr unzuverlässig und es macht überhaupt keinen Spaß, wenn man in Cambridge abends den letzten Anschlußzug nach Norwich verpaßt, Züge einfach ausfallen oder man stundenlang auf dem Bahnsteig auf den nächsten Zug warten muß.

Vor Ort betreibt First die meisten Buslinien. Zur Uni fahren von der Stadt aus die Linien 25 (über Unthank Road) und 35 (über Earlham Road). Es lohnt sich durchaus in Vorleistung zu treten und für 148 Pfund (2008) ein Jahresticket für Studenten zu kaufen, denn die einfach Fahrt kostet mindestens 1,20 Pfund, die Hin- und Rückfahrt 2 Pfund. Und der Weg zur Uni ist weit, je nachdem wo man wohnt. In jedem Fall lohnt sich aber die Anschaffung eines gebrauchten Fahrrades (sollte für 30 Pfund zu bekommen sein).

Fazit

Die University of East Anglia ist aus meiner Sicht eine hervorragende Wahl für einen LL.M.-Studiengang. Nicht nur bietet sie ein hervorragendes akademisches Umfeld, was sich auch in den in England allseits beliebten Rankings ausdrückt, sie liegt zudem in einer wunderschönen historischen Stadt, die zurecht von sich sagt: "Norwich - A fine city"!

N.B.: Ich habe mich erstmal auf die Darstellung im Allgemeinen beschränkt, nähere Infos zum Studiengang International Commercial and Business Law folgen noch!


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