IUTR-Graduiertenkolleg zu rechts- und naturwissenschaftl. Kooperation im Umweltschutz

aus e-fellows.net wiki, dem Wissensspeicher von e-fellows für e-fellows

Wechseln zu: Navigation, Suche
Infos zu über 700 Stipendien: die Stipendiendatenbank von e-fellows.net

Artikel über das Graduiertenkolleg "Verbesserung von Normsetzung und Normanwendung im integrierten Umweltschutz durch rechts- und naturwissenschaftliche Kooperation" am Institut für Umwelt- und Technikrecht der Universität Trier.

Inhaltsverzeichnis

Grundgedanke

Das Graduiertenkolleg beruht auf dem Grundgedanken, durch enge rechts- und naturwissenschaftliche Kooperation zur Bewältigung der Schwierigkeiten und Unsicherheiten beizutragen, die in der juristischen Praxis beim Erlaß und der Anwendung von Rechtsnormen auf dem Gebiet des integrierten Umweltschutzes bestehen. Der integrierte Umweltschutz ist dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Umweltgüter (Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft etc.) nicht jeweils getrennt, sondern als Einheit unter besonderer Berücksichtigung ihrer Wechselwirkungen betrachtet werden. Ein wichtiges Anliegen des Kollegs besteht in der Erarbeitung von Bewertungskriterien für die Konkretisierung der im Bereich des integrierten Umweltschutzes vielfach anzutreffenden unbestimmten Rechtsbegriffe (erhebliche Beeinträchtigung des Naturhaushalts, wesentliche Umweltbelastungen etc.). Zudem geht es darum, de lege ferenda Verbesserungsvorschläge für eine umweltrechtliche Begrifflichkeit zu entwickeln, die sich ebenso aus rechtswissenschaftlicher wie aus naturwissenschaftlicher Sicht als fachgerecht erweist.

Am Kolleg beteiligt sind das Fach Rechtswissenschaft (HD Dr. Christian Heitsch, Prof. Dr. Reinhard Hendler, Prof. Dr. Peter Marburger, Prof. Dr. Michael Reinhardt, LL.M, Prof. Dr. Meinhard Schröder) sowie die naturwissenschaftlichen Fächer Biogeographie (Prof. Dr. Roland Klein, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Paul Müller, Prof. Dr. Martin Paulus, Prof. Dr. Thomas Schmitt), Ökotoxikologie/Toxikologie (Prof. Dr. Brunhilde Blömeke) und Bodenkunde (Prof. Dr. Christoph Emmerling).

Stipendien

Allgemeines

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für den Zeitraum vom 1.10.2006 bis zum 31.3.2011 geförderten Graduiertenkollegs werden regelmäßig Promotionsstipendien ausgeschrieben. Aktuelle Informationen gibt es auf der Website der Uni Trier

Voraussetzungen

Das Kolleg richtet sich an überdurchschnittlich qualifizierte Hochschulabsolventen aus dem In- und Ausland, die im Rahmen des Kollegthemas promovieren und dabei eine Dissertation an der Schnittstelle von Rechts- und Naturwissenschaft bearbeiten wollen. Die Dissertationen werden jeweils von Vertretern beider Fachrichtungen betreut. Angeboten wird ein interdisziplinäres, auf Fragen des integrierten Umweltschutzes ausgerichtetes Studienprogramm mit dem Ziel, die Fähigkeiten der Kollegiaten und Kollegiatinnen zu fachübergreifender Kooperation und Problemlösung zu verbessern. Von den Kollegiaten werden eine regelmäßige Teilnahme und aktive Mitwirkung an der Gestaltung des Studienprogramms sowie eine Präsenz in Trier erwartet. Die Bewerber sollten in der Regel nicht älter als 28 Jahre sein. Die Höhe der Promotionsstipendien beträgt 1000,-- € (zuzüglich Familien- und Kinderbetreuungszuschläge, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind).

Bewerbungsfrist und -formalien

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugniskopien, ggf. wissenschaftliche Veröffentlichungen) sind zu richten an Sprecher des Graduiertenkollegs:
Prof. Dr. Reinhard Hendler
Institut für Umwelt- und Technikrecht der Universität Trier, Campus II
54286 Trier

Weitere inhaltliche Informationen

Das Graduiertenkolleg ist dem integrierten Umweltschutz gewidmet, dessen Grundgedanke darin besteht, bei den Belastungen der Umwelt die einzelnen Medien (Boden, Wasser, Luft) nicht jeweils mehr oder minder isoliert in den Blick zu nehmen, sondern dezidiert als Einheit und in ihren wechselseitigen Beziehungen zu betrachten. Erheblich erschwert wird diese Betrachtungsweise durch den Umstand, dass die neuere Rechtsentwicklung zu einem besonders ausgedehnten Umweltverständnis tendiert, welches über die „klassischen“ Medien (Boden, Wasser, Luft) weit hinausreicht und z.B. auch die biologische Vielfalt, die klimatischen Gegebenheiten, die Gesundheit des Menschen, das kulturelle Erbe einschließlich der architektonisch wertvollen Bauten und archäologischen Schätze sowie die Wechselbeziehung zwischen den verschiedenen Faktoren umfasst (Richtlinie 2001/42/EG, Anhang I, Buchst. f).

Es kommt hinzu, dass in der umweltrechtlichen Normsetzung sowohl auf nationaler als auf europäischer Ebene häufig unbestimmte Rechtsbegriffe verwandt werden, was letztlich unvermeidbar sein mag, aber zu Schwierigkeiten und Unsicherheiten bei der Normanwendung führt. So ist z.B. in § 18 BNatSchG von der erheblichen Beeinträchtigung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts und in Art. 1 Abs. 1 UVP-RL von möglicherweise erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt die Rede.

Auszugehen ist davon, dass sich die Ziele des integrierten Umweltschutzes aus Gründen der Komplexität der tatsächlichen Verhältnisse und der Lückenhaftigkeit menschlicher Erkenntnisse nur näherungsweise erreichen lassen. Vor diesem Hintergrund richtet sich das Anliegen des Graduiertenkollegs auf die nähere Bestimmung des Maßes der Zielerreichung, das von der Normsetzungs- und Normanwendungspraxis bei vertretbarem Aufwand realisiert werden kann. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei die enge rechts- und naturwissenschaftliche Kooperation bei der Erarbeitung von Bewertungskriterien für die Konkretisierung unbestimmter Rechtsbegriffe im integrierten Umweltschutz. Insoweit geht es einmal darum, die Anwendung geltender umweltrechtlicher Normen mit unbestimmten Rechtsbegriffen naturwissenschaftlich zu fundieren. Ein wichtiges Anliegen des Graduiertenkollegs besteht zudem darin, de lege ferenda nach Möglichkeit Verbesserungsvorschläge für eine normtextlich verwendbare umweltrechtliche Begrifflichkeit zu entwickeln. Bei alledem wird in die Untersuchungen einzubeziehen sein, in welchem Umfang sich das Konzept des integrierten Umweltschutzes in anderen Staaten (auch außerhalb der EU) durchgesetzt hat und wie dort mit diesem Konzept umgegangen wird.

Das Studienprogramm ist darauf gerichtet, den Kollegiatinnen und Kollegiaten zusätzliche Kenntnisse über die jeweils andere Fachrichtung zu vermitteln und ihnen Gelegenheit zum interdisziplinären Dialog zu geben. Es soll dazu beitragen, die Fähigkeiten der Kollegiatinnen und Kollegiaten zur fachübergreifenden Kooperation und Problemlösung zu verbessern.

Beteiligte Wissenschaftler

Sprecher

Professor Dr. Reinhard Hendler, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Umweltrecht, FB V – Rechtswissenschaft, Universität Trier, Institut für Umwelt- und Technikrecht, Campus II, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 4700
Fax: 0651 - 201 - 4710
Mail: hendler@uni-trier.de
Internet: http://www.uni-trier.de/uni/fb5/hendler
Fachgebiet: Öffentliches Umweltrecht mit einem Schwerpunkt im Bereich des raumplanungsrechtlichen Umweltschutzes

Stellvertretende Sprecher

Professor Dr. Roland Klein, Biogeographie, Wissenschaftspark Trier-Petrisberg, Universität Trier, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 4695
Fax: 0651 - 201 - 4903
Mail: kleinr@uni-trier.de
Internet: http://www.uni-trier.de/~biogeo
Fachgebiet: Biogeographie, insbesondere Ökosystembeobachtung und Umweltinformationssysteme

Professor Dr. Martin Paulus, Biogeographie, Wissenschaftspark Trier-Petrisberg, Universität Trier, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 4662
Fax: 0651 - 201 - 4903
Mail: paulus@uni-trier.de
Internet: http://www.uni-trier.de/~biogeo
Fachgebiet: Biogeographie, insbesondere Biomonitoring und ökologische Umweltbeobachtung

Weitere Wissenschaftler

Professor Dr. Brunhilde Blömeke, FB VI – Ökotoxikologie/Toxikologie, Wissenschaftspark Trier-Petrisberg, Universität Trier, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 3783
Mail: [bloemeke@uni-trier.de]
Internet: http://www.uni-trier.de/uni/fb6/toxikologie
Fachgebiet: Ökotoxikologie und Toxikologie, insbesondere Wirkungsforschung und Allergene

Professor Dr. Christoph Emmerling, Bodenkunde, FB VI - Geographie/Geowissenschaften, Universität Trier, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 2238
Mail: emmerling@uni-trier.de
Internet: http://www.uni-trier.de/uni/fb6/boden
Fachgebiet: Bodenkunde, insbesondere Bodenbiologie und Agrarökologie

Hochschuldozent Dr. Christian Heitsch, FB V – Rechtswissenschaft, Universität Trier, Institut für Umwelt- und Technikrecht, Campus II, 54286 Trier / Juristische Fakultät, TU Dresden
Tel.: 0651 - 201 - 4700
Fax: 0651 - 201 - 4710
Mail: heitsch@uni-trier.de oder heitsch@jura.tu-dresden.de
Internet: http://www.uni-trier.de/uni/fb5/hendler
Fachgebiet: Öffentliches Umweltrecht, insbesondere Anlagenzulassungsrecht

Professor Dr. Peter Marburger, Universität Trier, Institut für Umwelt- und Technikrecht, Campus II, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 4700
Fax: 0651 - 201 - 4710
Mail: iutr@uni-trier.de
Internet: http://www.iutr.de
Fachgebiet: Umweltprivatrecht und Technikrecht, insbesondere Recht der technischen Normung

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Paul Müller, Biogeographie, Wissenschaftspark Trier-Petrisberg, Universität Trier, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 4691
Fax: 0651 - 201 - 3852
Mail: muellerp@uni-trier.de
Internet: http://www.uni-trier.de/~biogeo
Fachgebiet: Biogeographie, insbesondere klassische Biogeographie und Raumbewertung

Professor Dr. Peter Reiff, Lehrstuhl für Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Privatversicherungsrecht, FB V – Rechtswissenschaft, Universität Trier, Institut für Umwelt- und Technikrecht, Campus II, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 4700
Fax: 0651 - 201 - 4710
Mail: reiff@uni-trier.de
Internet: http://www.uni-trier.de/~reiff/welcome.html
Fachgebiet: Zivilrecht

Juniorprofessor Dr. Thomas Schmitt, Molekulare Biogeographie, Universität Trier, Biogeographie, Wissenschaftspark Trier-Petrisberg, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 4901
Fax: 0651 - 201 - 3852
Mail: thsh@uni-trier.de
Internet: http://www.uni-trier.de/~biogeo
Fachgebiet: Biogeographie, insbesondere Phylogeographie und molekulare Ökologie

Professor Dr. Meinhard Schröder, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere ausländisches öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht, FB V –Rechtswissenschaft, Universität Trier, Institut für Umwelt- und Technikrecht, Campus II, 54286 Trier
Tel.: 0651 - 201 - 4700
Fax: 0651 - 201 - 4710
Mail: schroedm@uni-trier.de
Internet: http://www.uni-trier.de/~schroedm
Fachgebiet: Öffentliches Umweltrecht, insbesondere europäisches und internationales Umweltrecht

Weblinks

Persönliche Werkzeuge