Humboldt-Universität zu Berlin

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Die Humboldt-Universität zu Berlin wurde 1809 gegründet und ist damit die älteste Berliner Hochschule. Heute hat die Humboldt-Universität mit der Charité elf Fakultäten und etwa 33.700 Studierende in insgesamt 258 Studiengängen. Die Universität hat ihren Hauptsitz Unter den Linden im Ortsteil Mitte in Berlin. 2009 wurden die Bibliotheken der meisten Fachbereiche in dem neu gebauten Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum zusammengelegt.

Siegel
Hauptgebäude

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Hauptgebäude 1964, Foto: Arnoldius

Die Geschichte der Universität begann mit Wilhelm von Humboldt, der die Reformideen des Philosophen Johann Gottlieb Fichte sowie des Theologen und Philosophen Friedrich Schleiermacherdes aufnahm und in seinem Konzept einer "universitas litterarum" integrierte. Nach seiner Vorstellung sollten erstmals die Lehre und Forschung in einer Universität vereint werden. Dieser Gedanke erwies sich als erfolgreich, verbreitete sich weltweit und ließ in den folgenden anderthalb Jahrhunderten viele Universitäten gleichen Typs entstehen.
Auf die Initiative des Wilhelm von Humboldt wurde die Universität am 16. August 1809 gegründet und nahm 1810 als "Berliner Universität" den Lehrbetrieb auf. Von 1828 bis 1946 hieß sie nach ihrem Gründer Friedrich-Wilhelms-Universität. Erst 1949 bekam sie ihren heutigen Namen: Humboldt-Universität zu Berlin.
Im 19. Jahrhundert wurde die Universität um zahlreiche Forschungs- und Lehreinrichtungen insbesondere im naturwissenschaftlichen Bereich erweitert und bereits vorhandene Einrichtungen wie die Charité, die Pépinière und das Collegium medico-chirurgicum wurden in die Universität eingegliedert.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden etwa ein Drittel der Mitarbeiter, darunter 250 jüdische Professoren und auch politisch missliebige Dozenten, aus der Universität entlassen. Viele, auch nichtjüdische Studenten verließen die Universität. Der Widerstand gegen die nationalsozialistischen Gräueltaten aus der Universität heraus war eher gering. So nahmen an der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 auch Studenten und Lehrende der Humboldt-Universität teil. Heute wird der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz gedacht, der dem Hauptgebäude der Universität gegenüber liegt.
Nach dem Wiederaufbau der Universität in den Nachkriegsjahren kam es unter den Einflüssen des Kommunismus zu Entlassungen und Verhaftungen von Lehrenden und Studenten. Daraufhin wurden unter dem Leitspruch: "veritas, iustitia, libertas" Forderungen nach Freiheit von Lehre und Forschung laut und es kam 1948 zur Gründung der Freien Universität im Berliner Stadtteil Dahlem. Die Humboldt-Universität bekam ihren heutigen Namen und wurde durch die Trennung Berlins in Ost- und Westberlin zur größten Universität der DDR.
Nach der Wiedervereinigung 1989 gab es einen weitreichenden Personalwechsel und umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen. Die Berliner Universitäten begannen zügig wieder zu kooperieren. Heute ist es beispielsweise in den meisten Fachbereichen möglich, als Student der Humboldt-Universität einzelne Veranstaltungen an der Freien Universität zu besuchen und sich diese auch anrechnen zu lassen und umgekehrt. (vgl. Geschichte der Universität)

Leitbild

Das Leitbild der Universität vom 13. Februar 2002 setzt sich aus folgenden Standpunkten zusammen:

  • 1. Humanität und Wissenschaft
  • 2. Bleibender Reformimpuls im Zeichen der Exzellenz
  • 3. Gesellschaftliche Verantwortung und kulturelle Präsenz
  • 4. Einheit von Forschung und Lehre
  • 5. Wissenschaft verpflichtet
  • 6. Innovation in Studium und Lehre
  • 7. Forschung als Lebensnerv der Universität
  • 8. Nachwuchsförderung
  • 9. Chancengleichheit der Geschlechter
  • 10. Ressourcen, Fonds und Absolventen
  • 11. Universitäre Selbstorganisation
  • 12. Internationalität
  • 13. Weltoffene Universität
  • 14. Berlin - Stadt der Wissenschaft

Studienangebot

  • Juristische Fakultät
  • Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät
  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät I
    • Biologie, Chemie, Physik
  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät II
    • Geographie, Informatik, Mathematik, Psychologie
  • Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Philosophische Fakultät I
    • Philosophie, Geschichte, Europ. Ethnologie, Bibliotheks- und Informationswissenschaft
  • Philosophische Fakultät II
    • Literatur, Linguistik, Nordeuropa-Institut, Romanistik, Anglistik/Amerikanistik, Slawistik inkl. Hungarologie, Klassische Philologie
  • Philosophische Fakultät III
    • Sozialwissenschaften, Archäologie, Kulturwissenschaft, Kunst- und Bildgeschichte, Musikwissenschaft und Medienwissenschaft, Asien-/Afrikawissenschaften, Geschlechterstudien
  • Philosophische Fakultät IV
    • Sportwissenschaft, Rehabilitationswissenschaften, Erziehungswissenschaften, Qualitätsentwicklung im Bildungswesen
  • Theologische Fakultät
  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Standorte

Die Einrichtungen der Universiät verteilen sich auf drei Standorte:

  • Campus Mitte
  • Campus Nord
  • Campus Adlershof

Auf dem traditionsreichen Campus Mitte haben Geistes- und Sozialwissenschaften, Wirtschaftwissenschaften und die Theologie ihren Sitz, der Campus Nord vereinigt die Lebenswissenschaften, und auf dem Campus Adlershof befinden sich die Mathematik und die Naturwissenschaften (vgl. Von Campus zu Campus).

Finanzen

Der Universitätshaushalt betrug 2009 ohne die Charité 254.953.600 Euro ohne Drittmittelausgaben.
Der Kreis der Förderer der Humboldt-Universität ist heute verhältnismäßig groß, was unter anderem durch die besondere Geschichte bedingt ist.

Studierende

Im Sommersemester 2010 waren nach Angaben an der Universität insgesamt 33.730 Studierende eingeschrieben, davon im Hochschulbereich 26.837 (15.435 Frauen und 4.502 ausländische Studierende) und an der Charié, der Universitätsmedizin Berlin, 6.893 (4.371 Frauen und 1.037 ausländische Studierende).

Bekannte Personen

Zahlreiche Nobelpreisträger waren wissenschaftlich mit der Universität verbunden. So erhielt 1901 der niederländischen Chemiker Jacobus Henricus van't Hoff während seiner Zeit an der Humboldt-Universität den ersten Nobelpreis, der überhaupt verliehen wurde. Theodor Mommsen, Professor für Alte Geschichte an der Humboldt-Universität, war der erster deutscher Nobelpreisträger für Literatur. Unter den insgesamt 29 Nobelpreisträgern der Universität waren auch Albert Einstein und Max Planck. Für ihre Leistungen in der Chemie wurden Emil Fischer, Walther Nernst und Otto Hahn, in der Medizin Robert Koch und Otto Heinrich Warburg ausgezeichnet.

Berühmte Allumni der Humboldt-Universität waren: Heinrich Heine, Adelbert von Chamisso, Ludwig Feuerbach, Otto von Bismarck, Karl Marx, Franz Mehring, Wilhelm und Karl Liebknecht, Alfred Wegener, Alice Salomon und Kurt Tucholsky

Wissenschaftsjahr 2010

Während des Berliner Wissenschaftsjahrs 2010 wurden unter anderem die Gründung der Berliner Staatsbibliothek vor 350 Jahren, die Gründung der Charité vor 300 Jahren, das erste Statut der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von 1710, und eben die Gründung der Humboldt-Universität zu Berlin 200 Jahren gefeiert. Der Bezirk Berlin-Reinickendorf hat in diesem Zusammenhang ein Programm zu dem sogenannten Humboldt-Jahr 2010 entwickelt. Im Rahmen des Jubiläums fanden zahlreiche Veranstaltungen an den verschiedenen Standorten der Humboldt-Universität statt.

Forschung

Das Forschungsprofil der Universität ist geprägt durch die Grundlagenforschung, eine auf soziale und ökologische Fragen ausgerichtete sowie eine an einer wirtschaftlichen Verwertbarkeit orientierten Forschung. Von der Qualität zeugen nicht zuletzt über 180 Millionen Euro, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Jahr 2008 von außerhalb der Universität eingeworben haben. (siehe zum Forschungsprofil: [1])

Weblinks

Meine Werkzeuge