Gemeinnützige Hertie-Stiftung
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Artikel zum Stipendium der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
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Allgemeines zur Stiftung
Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. Neben seinem Unternehmen und dessen Mitarbeitern fühlte er sich vor allem dem Allgemeinwohl verpflichtet.
Mit ihrem Vermögen von rund 820 Mio. Euro und einem jährlichen Fördervolumen von durchschnittlich rund 20 Mio. Euro gehört die Hertie-Stiftung zu den größten privaten Stiftungen Deutschlands.
In ihren drei Förderbereichen Neurowissenschaften, Europäische Integration sowie Erziehung zur Demokratie will die Stiftung neue, intelligente Lösungen aufspüren und zu deren praktischer Umsetzung beitragen. Sie will ihr Privileg nutzen, abseits politischer Interessen sinnvollen Neuerungen zum Durchbruch zu verhelfen und langfristig Perspektiven aufzuzeigen.
Stipendienprogramm START der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung
Das Stipendienprogramm START vergibt Schülerstipendien für begabte und engagierte Kinder- und Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Das Programm will Zuwandererkarrieren in Deutschland den Weg bereiten – als Ansporn zur Integration, als "Investition in Köpfe" und als positives Signal in unsere Gesellschaft hinein.
Die Hertie-Stiftung und ihre Partner möchten mit dem Schülerstipendium für begabte Zuwanderer folgende Ziele erreichen:
- Schule:
- die Entwicklungschancen befähigter und bildungswilliger Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund verbessern und den Übergang in die gymnasiale Oberstufe erleichtern.
- besonders begabte und bildungswillige Schülerinnen und Schüler zur Wahl eines höheren Bildungsweges ermutigen;
- die Konzentration auf die Schule ermöglichen.
- Beruf:
- die Voraussetzung für eine akademische Laufbahn verbessern;
- Wege in berufliche Leitungsfunktionen eröffnen.
- Gesellschaft:
- die erfolgreiche und beispielhafte Integration in die Gesellschaft ermöglichen;
- die Vorbildfunktion der Stipendiaten für andere stärken;
- die Stipendiaten zur Vermittlung zwischen Migranten und deutscher Bevölkerung qualifizieren.
Leistungen des Programms
Materielle Föredrung:
Die Förderung umfasst monatlich 100 Euro Bildungsgeld. Mit dem Bildungsgeld sollen die Stipendiaten die Kosten für bildungsrelevante Erfordernisse (u.a. Lernmaterialien, gezielter Förderunterricht, Kulturausgaben) bestreiten. Das Bildungsgeld wird auf ein gesondertes Konto des Stipendiaten überwiesen. Um Medienkompetenz sowie die Vernetzung mit der Hertie-Stiftung und den Stipendiaten untereinander sicherzustellen, können für eine PC-Grundausstattung mit Internetanschluss einmalig und zweckgebunden bis zu 1.800 Euro beantragt werden.
Je nach Leistung, Bewährung und Erfordernis können weitere Fördermittel bis zu einer Höhe von 500 Euro pro Jahr bewilligt werden für: eine schulpädagogische Begleitung durch Lehramtsstudierende; gezielten Förderunterricht für Stipendiaten bei der Prüfungsvorbereitung durch Studierende; Erweiterung der Sprachkompetenz durch Besuch eines Deutsch- oder Fremdsprachenkurses; einen Computerkurs; ein Praktikum im In- und Ausland; Studienfahrten; Besuch eines Schullandheims; Fortbildungskurse, Fahrtkosten - sofern diese mit schulischer Weiterbildung oder Sprachförderung im Zusammenhang stehen.
In Ausnahmefällen kann im Rahmen des Stipendiums weitere Unterstützung für z.B. Mietzahlungen und Beihilfe zum Lebensunterhalt gewährt werden, wenn die Stipendiaten während schulischer Ausbildung, Praktikum und Weiterbildungskursen nicht bei ihren Eltern wohnen können.
Ideelle Förderung:
Noch wichtiger als das Geld ist uns und unseren Stipendiaten die ideelle Förderung. Hierbei ganz vorne: die START-Bildungsseminare
Die ideelle Förderung umfasst insgesamt: Bildungsseminare; Sommerakademie; Exkursionen; Jahrestreffen der Stipendiaten; Beratungsangebote; Kooperation mit Hochschulen; dezentrales Stipendiatennetzwerk; Kontakt zu Studienförderwerken; Alumni-Netz.
Bewerbungsverfahren
Wer kann sich bewerben?
Gefördert werden Kinder von Zuwanderern der Jahrgangstufen 8 bis 13.
Grundbedingungen:
Wohnsitz und Schule in in einem der Bundesländer, in denen es START bereits gibt;
Gute bis sehr gute schulische Leistungen;
gesellschaftliches Engagement.
Persönlichkeitsprofil:
starkes und bemerkenswertes Persönlichkeitspotenzial;
ausgewiesene soziale Kompetenz (Engagement in der Schule oder in anderen politischen, gesellschaftlichen und sozialen Bereichen, z.B. Klassensprecher, Redakteur der Schülerzeitung etc.)
Teamfähigkeit (d.h. Schülerinnen und Schüler, die bereit sind, ihre Fähigkeiten gemeinsam mit anderen und für andere einzusetzen);
Leistungsmotivation;
Leistungsvermögen.
Familiäre und wirtschaftliche Lage:
kinderreiche Familie;
schwierige Wohnverhältnisse (z.B. kein eigenes Zimmer, kein eigener Arbeitsplatz, beengte Wohnung, laute Umgebung)
mangelnde Unterstützungsmöglichkeiten durch die Eltern;
Mehrfachbelastungen: Sprachdefizit, Nebenverdienst, Betreuung der Geschwister, Haushalt etc.;
"Aufholer", die ihre frühe Kindheit in ihrem Herkunftsland verbracht haben.
