Fonds der chemischen Industrie

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Inhaltsverzeichnis

Kurzporträt des Stipendiengebers

Im "Fonds der Chemischen Industrie" (FCI) sind die Fördermaßnahmen des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) zusammengefasst. Sein Ziel ist die Unterstützung der die Grundlagenforschung in der Chemie an den Hochschulen, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs und zunehmend auch des Chemieunterrichts an den Schulen. Für ausführlichere Informationen über den Fonds selbst sei auf die Homepage http://fonds.vci.de/ verwiesen.

Förderprogramme und Stipendien

Die Förderprgramme des FCI bestehen aus mehreren Säulen. Eine davon betrifft Forschung und Lehre an den Hochschulen, z.B. durch Forschungsförderung für Hochschullehrer, Tagungszuschüsse, Sachkostenzuschüsse, Dozentenstipendien und Preise.

Eine weitere Säule ist die "Schulpartnerschaft Chemie", die z.B. Programme zur Lehrerfortbildung oder das Bereitstellen von Unterrichtsmaterialien für die Schule beinhaltet.

Für Studenten und Doktoranden der Chemie und angrenzender Fachgebiete am Interessantesten sind natürlich die Stipendien des FCI:

  • Chemiefonds-Stipendium (Promotionsförderung)
  • Kekulé-Stipendium (Promotionsförderung)
  • Stipendium für Lehramts-Kandidaten


Chemiefonds- und Kekulé-Stipendium fördern Doktoranden des Faches Chemie oder angrenzender Gebiete. Der Unterschied besteht in der zusätzlichen Zielsetzung des Kekulé-Stipendiums, die Mobilität der Studenten zu fördern. Das heißt, die Voraussetzung für das Kekulé-Stipendium ist, dass zwischen die zwischen Studium und Promotion der Ort und die Hochschule gewechselt wird.

Voraussetzungen und Bewerbung für das Chemiefonds-Stipendium

Der Antragsteller für das Chemiefonds-Stipendium ist die Betreuerin / der Betreuer der Doktorarbeit. Die formalen Voraussetzungen werden vom FCI wie folgt angeben: (vgl. Merkblatt zum Chemiefonds-Stipendium auf der FCI-Homepage)

  • Deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit
  • Hochschulstudium innerhalb von maximal 10 Semestern (inkl. Abschlussarbeit)
  • Durchgehend hervorragende Studienleistungen
  • Anfertigung der Doktorarbeit an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung (nicht in gewerblich tätigen Unternehmen).
  • Beantragung maximal 3 Monate nach Beginn der Doktorarbeit.

Wegen der Grenze von 10 Semestern für das Studium habe ich mich in meinem Fall erkundigt, da die Anfertigung meiner Diplomarbeit bis Ende Oktober erfolgt ist, und damit schon in das 11. Studiensemester "hineingeragt" hat. Das war jedoch kein Problem.

Die Bewerbung muss den Antrag sowie ein Gutachten der Doktormutter / des Doktorvaters beinhalten. Dazu kommt als sehr wichtiger Bestandteil ein Exposé des Doktoranden mit Thema und Arbeitsplan der Doktorarbeit, in der eine kurze Zusammenfassung und die Ziele dargelegt werden (ca. 1 Seite), eine Einleitung mit Einordnung in den Stand der Forschung sowie eine Aufstellung der geplanten Experimente (5-7 Seiten) erfolgt, und schließlich ein grob umissener Zeitplan (1 Seite) angegeben wird. Für das Exposé sollte man sich Zeit nehmen und es sehr gut ausarbeiten, um darin wirklich allgemeinverständlich deutlich zu machen, was die Bedeutung des geplanten Forschungsvorhabens ist. Die Seitenzahl ist dafür eher knapp bemessen. Zum Beleg der "durchgehend hervorragenden Studienleistungen" wird das Abschlusszeugnis verlangt, dazu 3 Exemplare der Abschlussarbeit, die man nach der Begutachtung wieder zurückerhält. Schließlich muss man noch einen Personalfragebogen mit tabellarischem Lebenslauf, inklusive Vordiplomsnoten, ausfüllen.

Da die Bewerbungen für das Chemiefonds-Stipendium bei Weitem die Zahl der vergebenen Stipendien übersteigen, findet wohl eine ziemlich rigide Vorauswahl anhand der Noten statt. Dann aber werden Gutachten und Exposé, sowie die eingereichte Abschlussarbeit bei der Begutachtung berücksichtigt. Zu beachten ist, dass die Bewerbung zum Chemiefonds-Stipendium immer nur zu Stichtagen erfolgen kann, derzeit zum 1. März, 1. Juli und 1. November eines jeden Jahres.

Voraussetzungen und Bewerbung für das Kekulé-Stipendium

In Vielem deckt sich die Bewerbungs-Prozedur mit dem des Chemiefonds-Stipendiums. Die Besonderheit ist nur, dass diesmal der Doktorand selbst Antragsteller ist, und Gutachten seiner bisherigen Hochschule benötigt. Das hängt damit zusammen, dass das Stipendium ja dafür gedacht ist, einen Orts- und Hochschulwechsel zur Promotion zu fördern.

In meinem Fall kam das Kekulé-Stipendium nicht in Frage, da ich zwar zur Promotion den Ort gewechselt habe, aber mein Betreuuer schon meine Diplomarbeit beaufsichtigt hatte. Allerdings war es bei mir ein Grenzfall, da ich bereits zur Diplomarbeit einen Ortswechsel vorgenommen hatte, und diese "extern" an einem Max-Planck-Institut angefertigt hatte.

Abweichend von den Unterlagen des Chemiefonds-Stipendiums muss diesmal kein Gutachten des Doktorvaters, dafür eines des Betreuuers der Abschlussarbeit und ein weiteres Professoren-Gutachten der alten Hochschule beigefügt werden. Außerdem wird ein kurzes Motivationsschreiben zum Ortswechsel verlangt. (vgl. Merkblatt zum Kekulé-Stipendium auf der Homepage des FCI)

Da das Kekulé-Programm noch relativ jung ist und noch nicht so bekannt, und zudem die Voraussetzungen etwas enger gefasst, sind die Chancen hier im Allgemeinen wohl ein bisschen besser. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass die Bewerbung jederzeit und nicht nur zu bestimmten Stichtagen erfolgen kann.

Leistung der Promotionsstipendien

  • Das monatliche Stipendium beträgt 1250€. Dieses ist steuerfrei, dazu muss man selbst eine Krankenversicherung abschließen.
  • Im Fall des Kekulé-Stipendiums wird eine Umzugskostenpauschale von € 1.750,-- zu Stipendienbeginn ausgezahlt
  • Während der zwei Jahre Laufzeit der Stipendien hat man Anspruch auf einen Sachkostenzuschuss zur Verwendung für Reisen zu wissenschaftlichen Tagungen in Europa, für Fachliteratur, Verbrauchsmaterial und Kleingeräte oder zum Dissertationsdruck. Über diese Mittel kann man relativ flexibel verfügen, benötigt aber das (formlose) Einverständnis des Betreuuers und des Fonds. Der Sachkostenzuschuss beträgt 1000€ für das Chemiefonds- und 1250€ für das Kekulé-Stipendium.
  • In beiden Fällen muss man sich als Stipendiat sich an einer "Unterrichtstätigkeit z.B. von 2 Semesterwochenstunden" beteiligen.

Erfahrungen mit dem Stipendium und weitere Angebote

Mit dem FCI-Stipendium promoviert es sich sehr angenehm. Es ist in der Chemie sehr gut angesehen, auch bei den evt. zukünftigen Arbeitgebern in der chemischen Industrie. Es ist allerdings so, dass tatsählich nicht nur direkt industrierelevante Forschungsrichtungen gefördert werden, sondern auch Grundlagenforschung. Das konnte ich bei dem jährlich stattfindenden Stipendiatentreffen feststellen, bei dem alle FCI-Stipendiaten einer geographischen Region Kurzvorträge über ihre Arbeiten geben und Zeit dum Austausch und zur Diskussion haben.

Im Gegensatz zu den Stipendien der großen Förderwerke gibt es allerdings keine weitergehenden Angebote wie Akademien oder Seminare. Dafür ist die Handhabung des Stipendiums durch den Fonds sehr flexibel und unkompliziert.


=Verwandte Artikel im e-fellows.wiki

Weblinks

--Bernhard.vonvacano 13:33, 12. Sep 2006 (CEST)

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