Erfahrungsbericht - Studentische Unternehmensberatung
Ein Erfahrungsbericht von Lukas von Kohout
studiert Medienwirtschaft an der Universität Siegen
Inhaltsverzeichnis |
Führungsherausforderungen bei einer studentischen Unternehmensberatung
Erfahrungsberichte aus der Unternehmensberatung
Wie ist es wirklich in der Unternehmensberatung? Und wie komme ich da rein? Praktikanten, Jobeinsteiger und Berufserfahrene berichten in der neuen Rubrik "Unternehmensberatung" von ihren Erfahrungen. Dieser Erfahrungsbericht stammt aus dem Buch "Perspektive Unternehmensberatung". |
Angesichts der hohen Personalfluktuation besteht die Kernherausforderung der Führung einer studentischen Unternehmensberatung darin, ohne direkte monetäre Anreize und ohne klassische Weisungsmöglichkeiten auf den Märkten nachhaltiges Vertrauen in die Marke zu erzeugen sowie Wissensressourcen zu sichern und zu entwickeln, um immer erfolgreicher zu werden.
Qualitatives Wachstum bei permanentem Wandel
Die meisten Studenten kommen nach den ersten Semestern in die Beratung und verlassen diese kurz vor den Abschlussprüfungen; verschärft wird die Situation durch enger getaktete Bachelor-Studiengänge. Diese Fluktuation erfordert eine effiziente Personalentwicklung und ein nachhaltiges Wissensmanagement. Um die Beratungsexpertise zu erhalten und zu verbessern, sind interne Schulungsmaßnahmen und intensives Peer Tutoring notwendig. Deshalb müssen bei der Bewerberauswahl die Kriterien Talent, Motivation und Erfahrung priorisiert werden. Um die Qualität der internen Prozesse und Standards sicherzustellen, ist es für die Führung unumgänglich, ein integriertes Qualitätsmanagement zu etablieren.
Maximierung des Mitgliederwerts als oberste Zielgröße
Da es für die Arbeit in einer studentischen Unternehmensberatung keine direkte Vergütung gibt, empfiehlt es sich, für die Motivation und die größtmögliche Nutzung des intellektuellen Kapitals der Studenten eine inklusive, partnerschaftliche Führungskultur zu leben und den Wert für die Mitglieder permanent zu maximieren. Den Mitgliederwert als höchstes Organisationsziel zu verfolgen – neben dem Mehrwert für die anderen Anspruchsgruppen – ergibt sich schon allein aus der demokratischen Struktur des Vereins: Die Führung ist in erster Linie ihren Mitgliedern verpflichtet. Der Mitgliederwert setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:
- Beratungshonorar
- Gemeinschaft
- Wissenserwerb
- Methodenkompetenz
- Kontakte
- Lebenslaufaufwertung
Starke Interdependenzen ergeben sich auch für die "Arbeitgebermarke" (Employer Branding) der Junior Enterprise: Hochqualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind das Blut jeder Beratung. Um Potenzialträger zu gewinnen und diese zügig in qualitätsbewusste Berater mit Führungsqualitäten zu entwickeln, bedarf es einer gelebten und im universitären Umfeld bekannten Maximierung des Mitgliederwerts.
Eine starke Qualitätsmarke auf allen Märkten schaffen
Vertrauen ist die Grundlage jeder Beratung. Studentische Unternehmensberatungen haben ein strukturelles Vertrauensdefi zit: Warum sollten junge Menschen erfahrene Unternehmer beraten können?
Um dieser Herausforderung eff ektiv begegnen zu können, müssen Professionalität und Qualität nicht nur gelebt, sondern auch durch Vertrauensmarken intensiv kommuniziert werden. Professoren und Unternehmer engagieren sich im Kuratorium, profi lierte Kunden dienen als Referenz und mehrwertstiftende Partner zeigen das strategische Führungsverständnis der Studenten. Die Markentransfereff ekte stiften auf diese Weise Vertrauen in die Qualität und die professionelle Expertise der studentischen Unternehmung.
Darüber hinaus können Dachverbände wie der BDSU (Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberater) mit seinem starken Profi l als Qualitätssiegel dienen. Hier kommen Netzwerkeff ekte im Erfahrungsgut Beratung zum Tragen: Viele Unternehmen haben sehr gute Erfahrungen mit JEs gemacht und aus studentischen Beratern sind Alumni in der Führungsebene geworden. So nutzt das Netzwerk nicht nur durch unabhängiges Qualitätsmanagement, Wissenstransfer und Projektkooperationen, sondern eben auch als gemeinsames Leistungsversprechen Kunden wie Studenten.
Dass dies einen echten Mehrwert für beide Seiten darstellt, zeigen die beeindruckenden Referenzen: vom Start-up über den Hidden Champion bis zum DAX-Konzern. Unternehmerisches Handeln wird früh gelernt und das lohnt sich für alle.