Erfahrungsbericht - PricewaterhouseCoopers und KPMG, Praktikant

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Ein Erfahrungsbericht von Bennet Görlitz

Assistant im Bereich

Transaction Advisory Services bei Ernst & Young

Inhaltsverzeichnis

Praktika bei PwC und KPMG

Erfahrungsberichte aus der Unternehmensberatung
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Wie ist es wirklich in der Unternehmensberatung? Und wie komme ich da rein? Praktikanten, Jobeinsteiger und Berufserfahrene berichten in der neuen Rubrik "Unternehmensberatung" von ihren Erfahrungen.

Dieser Erfahrungsbericht stammt aus dem Buch "Perspektive Unternehmensberatung".

Während meiner Praktika in der Unternehmensberatungssparte von PwC und KPMG war ich in der Transaktionsberatung bzw. im Bereich Corporate Finance tätig. Dort konnte ich nicht nur den Berateralltag kennen lernen, sondern auch verantwortungsvolle Teilprojekte mit Mandantenkontakt übernehmen.

Geschäftsbereich Advisory, Valuation & Strategy

Das Beratungsgeschäft wird bei den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften allgemein im Geschäftsbereich Advisory zusammengefasst. Einen wichtigen Teilbereich bildet die Beratung zu Fragen, die sich im Zusammenhang mit Akquisitionen und Desinvestitionen von Unternehmen ergeben. Entsprechende Dienstleistungen werden bei PwC in der Transaktionsberatung und bei KPMG im Bereich Corporate Finance gebündelt. Diese Bereiche setzen sich wiederum aus verschiedenen Abteilungen mit speziellem Aufgabenfokus zusammen.

Meine Praktika habe ich in den Abteilungen „Valuation & Strategy“ bei PwC in Berlin sowie „Valuation“ bei KPMG in Frankfurt/Main absolviert. Kerngeschäft dieser Abteilungen bilden Unternehmens- und Anteilsbewertungen, Strategieentwicklungen, Kaufpreisallokationen, Überprüfungen von Impairment-Tests sowie die Beratung zur wertorientierten Unternehmensführung.

Als weiterer wichtiger Bereich sei die Abteilung „Mergers & Acquisitions“ genannt, die Mandanten bei der Planung, Strukturierung und Steuerung der verschiedenen Phasen einer Transaktion unterstützt. Während diese Abteilungen in Frankfurt und anderen Standorten eng miteinander verzahnt sind, haben die beiden Firmen in Berlin keine M&A-Abteilung.

Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten

Grundsätzlich wird branchenübergreifend beraten. Erfahrungen und Kontaktnetzwerke der Partner (Abteilungsleiter) führen jedoch i. d. R. dazu, dass jeder Standort einen gewissen Branchenschwerpunkt hat. Bei PwC Berlin ist dies z. B. die Medien- und Unterhaltungsbranche und bei KPMG Frankfurt die Telekommunikationsbranche.

Die meiste Zeit meiner Praktika arbeitete ich im Büro meiner Niederlassung. Meine Tätigkeiten bei PwC waren u. a. aufgrund der berlintypischen kurzen Projektlaufzeiten sehr abwechslungsreich. Dies liegt vor allem an der von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägten Mandantenstruktur in der Region Ost (Berlin und neue Bundesländer), die von Berlin aus betreut wird. In Frankfurt war ich hingegen in eher langfristige Projekte eingebunden. Hier gehören große Mittelständler und DAX-Unternehmen zu den regelmäßigen Auftraggebern. Trotzdem waren meine Aufgaben sehr vielfältig und hatten oft aufgrund der höchst brisanten Informationen einen besonderen Reiz.

Die verschiedenen Projekte, in die ich eingebunden war, konkretisieren das Aufgabenspektrum in diesen Abteilungen:

Projekt Pflegeheim

Für einen Betreiber von Pfl egeheimen, der sich auf Objekt -und Investorensuche befand, sollte ich ein MS-Excel-basiertes Geschäftsplanungsmodell ergänzen. Auf Wunsch des Mandanten war das Modell um eine Break-Even-Point-Analyse (Gewinnschwellenanalyse) zu erweitern. Nach einer ausführlichen Erläuterung über die Auftragshintergründe konnte ich diese Aufgabe selbständig durchführen.

Projekt Musical

Bei diesem Projekt wirkte ich bei der Erstellung eines Businessplans für ein Musical mit. Dieser setzte sich aus einem Planungsmodell mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Cashflow sowie Finanzierungs- und Steuerplanung zusammen. Zudem sollte eine Präsentation erstellt werden, mit der der Mandant, ein Musicalproduzent, potenzielle Investoren von seinem Projekt überzeugen wollte. Die Anpassung des Modells an die Kundenbedürfnisse sowie die Aufbereitung der Zahlen und Analyseergebnisse für die Präsentation nahm ich in enger Abstimmung mit meinem Vorgesetzten vor.

Projekt Joint Venture Regenerative Energie

Für einen Energieversorger erstellte ich ein Planungsmodell für eine noch zu gründende Joint-Venture-Gesellschaft. Hintergrund war das Interesse an einer innovativen Erfi ndung eines mittelständischen Unternehmens im Bereich regenerativer Energiegewinnung. Das Geschäftsplanungsmodell war auf der Grundlage von Planungsrechnungen, Forschungsgutachten und eines Due-Diligence-Berichts zu modellieren. Dieses Modell beinhaltete eine Szenarienrechnung sowie eine indikative Unternehmenswertbestimmung nach dem Discounted-Cash-Flow (DCF)-Verfahren. Treff en zwischen dem Geschäftsführer des Energieversorgers und meiner Managerin konnte ich mit der Vorstellung einer „Rohversion“ des Planungsmodells und eigenen Modellierungsvorschlägen unterstützen. Abschließend stellte ich die wesentlichen Planungsprämissen und -rechnungen in einer Präsentation für das geplante Treff en der Joint-Venture-Gesellschafter zusammen.

Strategieprojekt Telekommunikation

Zur Unterstützung der strategischen Beratung von Telekommunikationsunternehmen generierte ich aus verschiedenen M&A-Datenbanken Informationen zu Transaktionsprämien im europäischen Telekommunikationsmarkt. Diese Daten fl ossen in ein Modell zur Untersuchung durchschnittlich gezahlter Prämien. Abschließend war dieses um verschiedene Analysekriterien zu erweitern.

Projekt Impairment-Test

Für ein Telekommunikationsunternehmen erstellte ich ein Modell zur Unternehmensbewertung nach dem DCF-Verfahren, welches zur Durchführung des Impairment-Tests (Werthaltigkeitstest) für verschiedene Tochtergesellschaften gedacht war.

Unterstützung Bewertungsprojekte

Bei verschiedenen Bewertungsprojekten leistete ich kleinere unterstützende Tätigkeiten wie z. B.:

  • Ermittlung von Multiplikatoren zur Plausibilisierung ermittelter Unternehmenswerte für

Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

  • Peergroupanalysen u. a. zur Bestimmung des Beta-Faktors, als Maß für das unternehmensspezifische Risiko des zu bewertenden Unternehmens.
  • Recherchen im Rahmen einer Purchase Price Allocation (PPA) eines Online-Portals u. a. bei Patentämtern und in Studien zur Beurteilung der Portalqualität.
  • Erstellung von Charts zur Darstellung von Transaktionsstrukturen sowie von Präsentationen

zu verschiedenen Finanzierungsthemen u. a. für öff entliche Vorträge.

Fazit

Meine Erwartungen an die Praktika wurden mehr als erfüllt. Beeindruckt hat mich der freundliche und verbindliche Umgang der Kollegen untereinander, der in beiden Firmen von Anfang an für eine angenehme Arbeitsatmosphäre gesorgt hat. Wer ein Faible für Investitions- und Finanzierungsthemen hat, herausfordernde und abwechslungsreiche Aufgaben sucht und Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben legt, für den ist eine Tätigkeit in diesen Abteilungen in jedem Fall eine wertvolle Erfahrung.

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