Erfahrungsbericht - PricewaterhouseCoopers, Praktikum

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Ein Erfahrungsbericht von Simon Breuninger

Studium des Wirtschaftsingenieurwesens

Universität Karlsruhe

Inhaltsverzeichnis

Auf nach Australien. Wie? Mit gute Noten, Projekterfahrung und Praktika

Erfahrungsberichte aus der Unternehmensberatung
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Wie ist es wirklich in der Unternehmensberatung? Und wie komme ich da rein? Praktikanten, Jobeinsteiger und Berufserfahrene berichten in der neuen Rubrik "Unternehmensberatung" von ihren Erfahrungen.

Dieser Erfahrungsbericht stammt aus dem Buch "Perspektive Unternehmensberatung".

Seit dem zweiten Semester arbeite ich neben meinem Studium als studentischer Berater bei delta e. V. in Karlsruhe. Um für den späteren Berufseinstieg ein besseres Bild der Arbeit in einer Unternehmensberatung zu erhalten, war es für mich naheliegend, meine studentischen Erfahrungen mit der kommerziellen Realität abzugleichen. Da ich außerdem gerne ins Ausland wollte und bereits einen Kontakt zu PricewaterhouseCoopers in Brisbane (Australien) bestand, ging meine Initiative nach Downunder. Meine Bewerbung wurde direkt an die sehr international aufgestellte Strategy and Operations Group weitergeleitet, die mit mir kurzfristig ein telefonisches Bewerbungsgespräch durchführte. Das halbstündige Interview zu meinen Studienschwerpunkten, sonstigen Aktivitäten und meinen Zukunftsplänen verlief sehr gut, obwohl ich anfangs schon ein wenig aufgeregt war. Besonders angetan war der Interviewer offensichtlich von meinen Projekterfahrungen bei delta e.V., da der zuständige PwC-Partner angeblich großen Wert auf Selbstständigkeit und projektgetriebenes Denken lege. Neben meinen sehr ordentlichen Noten war für die Entscheidung, mir ein Internship anzubieten, sicherlich auch ausschlaggebend, dass ich zu dem Zeitpunkt gerade bei der Porsche AG ein Praktikum als Assistent der Projektleitung für die Antriebsentwicklung des Carrera begonnen hatte.

Mit dem Wassertaxi ins Büro

Ein halbes Jahr später saß ich bereits im Flugzeug nach Brisbane, wo ich an einem Freitag landete. Am Montagmorgen ging es für mich los, und zwar mit dem CityCat (eine Art Wassertaxi) auf dem Brisbane River, das mich in den Central Business District brachte. Angekommen bei PwC, durfte ich mich nach einigen Einführungsveranstaltungen und Online- Trainings dem Performance Improvement Team vorstellen. Zu meiner Überraschung waren viele meiner neuen Kollegen in meinem Alter. In Australien steigt man nämlich üblicherweise nach dem Bachelor-Abschluss, also oft mit Anfang 20, in den Berufsalltag ein und ergänzt dann seine Qualifikation entweder berufsbegleitend oder während einer Auszeit mit einem Master. Das junge Team hat meinen Einstieg natürlich einfacher gemacht.

Zunächst muss man beweisen, was man kann

Praktika in unserem Verständnis sind in Australien eigentlich unüblich. Mehr als vier bis acht Wochen Schnupperarbeiten während der Uni-Sommerpause werden häufig nicht absolviert, aber auch von Unternehmen nicht gefordert. Dadurch waren jedoch auch die Erwartungen innerhalb der Abteilung an mein Wissen und Können nicht besonders hoch. Ich würde vermuten, dass der Durchschnittspraktikant bei PwC in Australien gerade mal 20 Jahre alt ist, im zweiten Semester studiert und keine Praxiserfahrung mitbringt. Für mich hieß das, dass ich mich, was das Niveau der mir zugetrauten Aufgaben betraf, erst einmal beweisen musste. Ich wurde einem kleinen Team zugeordnet, das gerade damit begonnen hatte, an einem Thought Leadership Paper (TLP) zum Thema Projektmanagement von kapitalintensiven Minenprojekten zu arbeiten. TLPs sind kleine Studien zu einem bestimmten Thema, die als Ergebnis z. B. Optimierungspotenzial in einer Branche aufzeigen sollen. Meine Aufgaben waren also erstmal Recherche, Interviews führen und Textpassagen schreiben. Damit habe ich die ersten Wochen hauptsächlich im Büro verbracht und konnte meine Kollegen kennenlernen.

Da ich meine Sache offensichtlich gut gemacht hatte und das Paper auf einer internationalen PwC-Konferenz in den USA sehr gute Kritik seitens der Partner erhalten hatte, kam ich endlich auf mein erstes Projekt. Im Team mit einem Projektleiter und zwei Kolleginnen ging es darum, das Angebot an möglichen Abschlüssen einer kurz zuvor privatisierten Hochschule hinsichtlich Profitabilität und strategischem Fit zu prüfen. Ergebnis sollte ein optimiertes und verkleinertes Angebot an Abschlüssen sein.

Vor der Arbeit erstmal auf den Berg oder an den Strand

In den weiteren Wochen bei PwC habe ich die meiste Zeit über vor Ort beim Kunden gearbeitet, Workshops und Interviews vorbereitet und durchgeführt, sowie Profitabilitätskennzahlen ermittelt. Leider konnte ich den – wie ich heute weiß erfolgreichen – Projektabschluss nicht mehr miterleben, da mein Praktikum vorher endete. Ganz besonders in Erinnerung werden mir die diversen Teamevents bleiben. In der australischen Winterzeit, in der es allerdings tagsüber selten unter 20° Grad hat, trifft sich das Performance Improvement Team einmal pro Woche außerhalb von Brisbane zum morgendlichen Wandern. Kurz vor 7 Uhr, wenn Queenslands Sonne schon längst aufgegangen ist, heißt es dann, den Mount Coottha hinauf und wieder hinunter laufen. Als Abschluss geht es nach einem gemeinsamen Frühstück ins Büro zum Duschen und Umziehen. Um halb 9 Uhr sitzen dann alle schon wieder im Anzug am Schreibtisch. Im Sommer wird Wandern durch Surfen ersetzt. Treffpunkt ist der Main Beach in Surfers Paradies kurz nach Sonnenaufgang, um eine Stunde zu surfen und dann zurück ins Büro zu fahren. Da kommt richtig australisches Lebensgefühl auf. So etwas gibt es bei uns in Deutschland einfach nicht.

Mein persönliches Fazit

Alles in allem waren die zwei Monate in Brisbane einfach super! Neben der interessanten Arbeit, die mich gefordert, aber viel Spass gemacht hat, waren die Kollegen bei PwC sehr nett und wir gingen auch abends regelmäßig gemeinsam auf einen Absacker in ein Pub. Wer Lust hat, den australischen Way of Worklife kennenzulernen, sollte sich auf die Suche nach einem Praktikum in einem australischen Unternehmen machen. Es lohnt sich!

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