Erfahrungsbericht - Monitor, Consultant
Ein Erfahrungsbericht von Hannes Sommer
Consultant
Monitor
Inhaltsverzeichnis |
Wie aus Bildschirmen ein Traumarbeitgeber wurde
Erfahrungsberichte aus der Unternehmensberatung
Wie ist es wirklich in der Unternehmensberatung? Und wie komme ich da rein? Praktikanten, Jobeinsteiger und Berufserfahrene berichten in der neuen Rubrik "Unternehmensberatung" von ihren Erfahrungen. Dieser Erfahrungsbericht stammt aus dem Buch "Perspektive Unternehmensberatung". |
Was ist denn bitte Monitor? Haben die etwas mit Bildschirmen zu tun? Derartige Fragen schwirrten mir im Kopf herum, als ich an meiner Uni das erste Mal ein Plakat mit der Einladung zu einem Vortrag über Innovationsmanagement sah. Diese Unklarheiten wurden jedoch schnell beseitigt. Im Laufe des Vortrags stellte sich heraus, dass Monitor von Michael Porter gegründet worden war und mit Bildschirmen herzlich wenig zu tun hat. Vielmehr handelt es sich um eine in Deutschland relativ kleine, auf strategische Fragestellungen spezialisierte Beratung. Meine Neugier war geweckt und ich beschloss, mich für ein Praktikum zu bewerben. Der Bewerbungsprozess verlief sehr beratungstypisch; die Gespräche bestanden aus zwei umfassenden Case Studies und Fit-Interviews. Wenige Wochen später konnte es losgehen.
Der erste Tag
Als ich am ersten Tag im Büro erschien, erhielt ich sogleich meinen Laptop und ein Handy für die nächsten zehn Wochen; ich war nun also „Berater“. Kurz darauf lernte ich mein Team kennen, mit dem ich die nächsten Wochen gemeinsam bestreiten sollte. Es bestand aus einem Partner, einem Projektleiter und einem Modulleiter – es war also recht klein, was jedoch die Vorteile hatte, dass ich von Anfang an sehr aktiv eingebunden wurde und die Gelegenheit bekam, die Teammitglieder intensiv kennenzulernen.
Eine typische Beraterwoche mit ihren Reizen und Schattenseiten
Eine typische Woche sieht wie folgt aus: Am Montagmorgen reist man zum Kunden, im Laufe der Woche arbeitet man beim Kunden vor Ort oder im ortsansässigen Monitor-Büro, am Donnerstagabend fliegt man zurück und am Freitag ist Office Day in München. Dieser Arbeitsablauf ist einerseits sehr faszinierend, da man stets neue Eindrücke von anderen Ländern und Organisationen gewinnen kann, jedoch birgt er auch den größten Nachteil des Beratungsjobs: Man ist ständig unterwegs und somit in der Regel nur am Wochenende zu Hause, um Freunde zu treffen oder bei der Familie zu sein. Zudem ist die Arbeitsbelastung beim Kunden in der Regel relativ hoch, sodass man nur wenig Gelegenheit hat, die fremden Städte intensiv zu erkunden.
Diese Nachteile werden jedoch durch die Vorteile der Arbeit mehr als kompensiert. Schon von Anfang an wurde ich in sämtliche Diskussionen aktiv eingebunden und ab der ersten Minute – auch als Praktikant – ernst genommen. Auch meine Vorschläge wurden aktiv diskutiert. Diese intellektuellen Diskussionen und die enge Zusammenarbeit im Team reizen mich bis heute am meisten an der Beratung.
Nette Kollegen und eine angenehme Atmosphäre sind das A und O
Schon während meines Praktikums habe ich somit den größten Vorteil Monitors kennenlernen dürfen: Die Kollegen! Bei Monitor herrscht stets eine sehr herzliche und angenehme Arbeitsatmosphäre, ohne dass Abstriche bei der Professionalität gemacht würden. Selbst in kritischen Projektphasen wird aufeinander Rücksicht genommen. Auch findet man immer Gehör für seine professionellen, aber auch privaten Belange.
Nach dem Bachelor: Master oder Berufseinstieg?
Ich war in der glücklichen Situation, nach dem Praktikum ein Angebot für einen Einstieg als Bachelor zu bekommen. Somit musste ich mich entscheiden, ob ich direkt im Anschluss an mein Bachelor-Studium einen Master machen möchte oder ob ich zunächst ein paar Jahre arbeite, um dann einen Master bzw. MBA zu absolvieren. Monitor hat mir für diese Entscheidung zum Glück reichlich Bedenkzeit eingeräumt, und so konnte ich in Ruhe alle Vor- und Nachteile abwägen. Ich entschloss mich letztlich zum Berufseinstieg und zu einem späteren Anschluss eines vertiefenden Master-Studiums, um die bis dahin gemachten Erfahrungen auszubauen. Dies war jedoch eine sehr persönliche Entscheidung. Für jemanden, der z. B. auf jeden Fall in Deutschland promovieren möchte, ist es eher ratsam, den Master direkt im Anschluss an das Bachelor-Studium zu absolvieren.
Mich hat dabei auch das Monitor-Programm für Bachelor-Absolventen überzeugt, das sich dadurch auszeichnet, dass es eben kein festes Programm ist. Vielmehr steigt man mit den gleichen Aufgaben und Verantwortungen wie ein Diplomand ein und erhält einen unbefristeten Arbeitsvertrag und somit viel gestalterischen Spielraum für die eigene Zukunft. So gibt es auch keinen vorgeschriebenen Zeitpunkt, wann man seinen Master machen muss, und auch mit einem Bachelor-Abschluss stehen einem bei Monitor alle Karriereoptionen offen.
Mein „zweiter erster Arbeitstag“
So trat ich schließlich meinen „zweiten ersten Arbeitstag“ bei Monitor an. Wieder wurde ich sehr herzlich empfangen und fühlte mich vom ersten Tag an voll integriert. Die positiven Eindrücke aus meinem Praktikum wurden im Laufe der Zeit und durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Teams bestätigt. Insgesamt haben mich diese Erfahrungen – trotz der beratungstypischen Nachteile – auch nach nun insgesamt einem knappen Jahr Beratungserfahrung sehr überzeugt.