Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln

aus e-fellows.net wiki, dem Wissensspeicher von e-fellows für e-fellows
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (kurz Energiewirtschaftliches Institut oder EWI genannt) ist ein An-Institut der Universität Köln. Neben der energieökonomischen Forschung und Lehre erstellt es wissenschaftlich basierte Studien für die Praxis. Das Institut nutzt dafür moderne empirische Methoden der angewandten Industrieökonomik, insbesondere computergestützte Modelle der europäischen Strom- und Gaswirtschaft, die von den Mitarbeitern entwickelt und ausgewertet werden. Zudem ist das EWI Herausgeber der Zeitschrift für Energiewirtschaft, einer Fachzeitschrift für angewandte energieökonomische Forschung, und unterhält eine energiewirtschaftliche Bibliothek. Im Institut arbeiten etwa 40 fest angestellte Mitarbeiter, davon vier Institutsdirektoren und etwa 20 wissenschaftliche Mitarbeiter (Stand Ende 2011).

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Schwerpunktthemen

Liberalisierung der internationalen Strom- und Gasmärkte; Modellierung der Europäischen Energiemärkte; Regulierung von Strom- und Gasmärkten in Deutschland und Europa; Prognosen kurz-, mittel- und langfristiger Preisentwicklungen; Entwicklung der Marktstrukturen auf dem deutschen und europäischen Elektrizitätsmarkt; Bewertung von großen Infrastrukturprojekten, Gestaltung eines effizienten Marktdesigns, Umwelt- und Klimaschutzpolitik in Deutschland und Europa

Nachwuchsförderung

Die Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs nimmt einen großen Stellenwert ein, u.a. durch die energiewirtschaftliche Lehre im Wahlpflichtfach Energiewirtschaft in Diplom-, Master-und Bachelor-Studiengängen an der Wirtschafts-und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Eine Promotion ist sowohl am Lehrstuhl als auch am EWI möglich:

Wissenschaftliche Mitarbeiter (m/w) für Forschungs- und Beratungsprojekte mit Promotionsmöglichkeit (laufende Ausschreibung)

EWI-Scholarship in Cooperation with Cologne Graduate School in Management, Economics and Social Sciences (CGS)

Stiftungsprofessur für Energiewirtschaft am Staatswissenschaftlichen Seminar der Universität zu Köln

Der Lehrstuhl für Energiewirtschaft organisiert regelmäßig Forschungsvorträge von externen Wissenschaftlern und ein Forschungskolloquium für Doktoranden: http://www.energie.uni-koeln.de/14374.html

In Barcelona haben 2011 Studenten der Universitäten Köln, St. Gallen, der Handelshochschule Warschau und der ESADE Barcelona eine Simulation internationaler Klimaverhandlungen im Kontext des Klimarahmenabkommen der Vereinten Nationen (UNFCCC) durchgeführt: "Model UNFCCC - Climate Change Strategy Roleplay": Die letzten internationalen Klimakonferenzen in Kopenhagen und Cancun haben ihr Ziel für ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll verfehlt. Die Verhandlungen scheinen festgefahren und die eigenen Positionen der Länder stehen in einem scheinbar unüberbrückbaren Gegensatz zueinander. Ziel des Planspiels war es, ein verbindliches Klimaschutzabkommen zu verabschieden. Zu den Vorbereitungskursen gehörte nicht nur die Auseinandersetzung mit der eigenen Position, d.h. den Interessen und Kapazitäten des eigenen Landes, sondern auch mit umweltökonomischen und physikalischen Aspekten des Klimawandels sowie klimapolitischen Steuerungsinstrumenten wie Emissionshandelssystemen oder CO2-Steuern. Während der zweitätigen Simulation in Barcelona wurden Ideen und Vorschläge in drei Arbeitsgruppen ausgetauscht, diskutiert und angepasst - dazu zählten die Arbeitsgruppen "Adaptation", "Mitigation" und "Trading". Finale Entscheidungen wurden im Plenum - unter Anwesenheit aller Staaten - nach dem allgemeinen UN-Grundsatz der Einstimmigkeit entschieden.

Computergestützte Modelle

Zu den Aufgaben der Wissenschaftlichen Mitarbeiter gehört die ständige Verbesserung der Modelle - hochaufgelöste, kalibrierte Abbildungen des europäischen Strommarktes (DIMENSION, DIANA) und des europäischen und globalen Gasmarktes (TIGER, COLUMBUS). Diese Modelle greifen auf die laufend aktualisierte EWI-Datenbank des Energieangebots zu und ermöglichen Simulationen. Neben Beratungsprojekten für politische Institutionen (Bundesregierung, Deutsche Energie-Agentur, Europäische Kommission u.a.) werden die Modelle in der Entscheidungsunterstützung von Energieunternehmen eingesetzt. Deutsche und europäische Unternehmen nutzen sie auch im Rahmen von Lizenzierungen. Die Untersuchungsergebnisse des EWI dienten im Rahmen des Enquête-Prozesses mehrfach als Grundlage für energiepolitische Richtungsentscheidungen und die Gesetzgebung.

Die EWI-Community

besteht aus der Förderergesellschaft, dem EWI-Alumni-Verein und dem Förderpool, der Kontakte zwischen StudentInnen mit energiewirtschaftlicher Spezialisierung und Unternehmen der Energiebranche fördert. Für die StudentInnen ist mit der Teilnahme am Pool ein Patenschaftsabonnement der Zeitschrift für Energiewirtschaft (ZfE) verbunden.

Auf der EWI / F.A.Z-Energiekonferenz tauschen sich jeden Herbst Vertreter aus Politik, Industrie und Wissenschaft zu aktuellen und künftigen Fragestellungen aus, z.B. zu Energiekonzepten, Klimapolitik oder globaler Versorgungssicherheit. Im Rahmen der Tagung wird der

Theodor-Wessels-Preis

für Dissertationen, Diplom-/Masterarbeiten oder wissenschaftliche Aufsätze /Working Papers verliehen, die einen bedeutenden Beitrag zur Klärung betriebs- und volkswirtschaftlicher Fragen der Energiewirtschaft oder für die Lösung wichtiger Aufgaben der Energiepolitik leisten.

Seine Räumlichkeiten hat das EWI in der Alten Wagenfabrik, einem ehemaligen Gebäude des Cölner Elektromobilwerkes von Heinrich Scheele in Köln-Bickendorf, Stadtteil Ehrenfeld.

Die Bibliothek

wird jährlich um etwa 200 Titel erweitert (Energiewirtschaft und –recht, Umwelt-, Klima-, Energie- und Wirtschaftspolitik, Statistik und Ökonometrie). Eine Übersicht aller Neuerwerbungen (u. a. auch „graue“ Literatur) und der katalogisierten virtuellen Dokumente ist hier zusammengestellt. Mittlerweile umfasst die Bibliothek 12.000 Bücher, 50 laufende Zeitschriften sowie ein Archiv von über 3.800 Geschäftsberichten deutscher und internationaler Energieversorgungsunternehmen.

Meine Werkzeuge