Economics and International Relations M.A. (University of St Andrews)

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Artikel zum Master of Arts-Studiengang "Economics and International Relations" an der University of St Andrews (Schottland, Großbritannien)

Inhaltsverzeichnis

Universität und Stadt

Die Universität von St Andrews wurde im Jahr 1413 gegründet und ist somit sowohl die drittälteste Universität in Großbritannien und die älteste in Schottland. Sie bestand zunächst aus drei verschiedenen Colleges (St Salvator`s, St Leonard`s und St Mary`s); das College-System wurde aber aufgegeben. Was nicht aufgegeben wurde, sind die schönen alten Gebäude, die immer noch fest ins Stadtbild integriert sind. Da St Andrews traditionell eine eher geistewissenschaftlich ausgerichtete Universität war, liegen nur die Gebäude der medizinischen Fakultät und der Naturwisseschaften außerhalb der Stadt. Heute zählt die Universität circa 9000 Studenten, Doktoranden und Fakultätsangehörige. Die Stadt selbst ist mit etwas über 20000 Bewohnern und drei Hauptstraßen eher klein. Zum Ausgleich ist sie direkt an der Nordsee gelegen, bietet drei Strände und viele Golfplätze. Berühmt ist die Stadt vor allem durch den Old Course, den ältesten Golfplatz der Welt, in den letzten Jahren aber auch dadurch, dass Prinz William dort studierte. St Andrews gehört laut den einschlägigen Rankings konstant zu den besseren Universitäten in Großbritannien. So kam sie laut dem letzten "Times Good University Guide" auf den 18. Platz.

Studentenleben

St Andrews ist eine klassische Studentenstadt. Durch die geringe Anzahl von Stundenten lernt man in kürzester Zeit sehr viele Leute kennen. Dies geschieht vor allem in Vorlesungen und Tutorials, aber auch in Studentenclubs, von denen es unzählige gibt und bei denen man unbedingt einigen beitreten sollte, und in den vielen Pubs. Laut Gerücht hat St Andrews sowohl die größte Pub-Dichte in ganz Großbritannien als auch den größten pro-Kopf Verbrauch von Alkohol aller Universitäten in Großbritannien.

Als alte Universität hat St Andrews natürlich auch einige absonderliche Traditionen. Dazu gehören die rot-braunen Talare für Undergraduates, die - je nach Tragweise - die Fakultät und das Studienjahr der Träger anzeigen, aber meißt nur noch bei besonderen Rednern und zum Teil beim Debatierklub getragen werden. Ein weiteres Highlight im Leben eines Studenten aus St Andrews ist die Institution der akademischen Familie und damit zusammenhängend das Raisin Weekend, das jedes Jahr im November stattfindet. Während der ersten Monate in St Andrews sucht sich ein Erstsemester eine akademische Mutter und einen Vater, die zumeißt im dritten oder vierten Studienjahr sind. Diese richten für ihre akademischen Kinder am Raisin Weekend eine Party sowie eine Pubtour aus, bei der sehr viel getrunken wird und sich die akademischen Großfamilien näher kennenlernen können. Als dank überreichen die Kinder den akademischen Eltern je eine Flasche Wein (früher war es ein Pfund Rosinen). Montags werden die Kinder in Kostümen zu einer Rasierschaumschlacht in den Quad geschickt. Auch sonst gibt es in St Andrews immer viel zu tun; wem allerdings ein Clubabend pro Woche (der nächste Club ist in Dundee und kann mit einem Bus aus St Andrews erreicht werden) nicht ausreicht, wird in St Andrews wahrscheinlich nicht so zufrieden sein.

Studiengebühren sind wesentlich niedriger als in England und müssen erst nach Studienende errichtet werden. Jedes Jahr muss ein Antrag an die Students Award Agency for Scotland gestellt werden, die die Gebühren (zurzeit ca. 1200 Pfund pro Jahr) anstandslos an die Universität überweist. Nach Ende des Studiums muss der Absolvent als Anerkennung für die erbrachten Leistungen etwa 2000 Pfund zurückzahlen. Dies kann entweder direkt oder in zinslosen Raten, die sich nach der Einkommenshöhe richten, geschehen.

Allerdings muss bei der Wahl von St Andrews als Studienort berücksichtigt werden, dass die Lebenshaltungskosten sehr hoch sind. So kostet allein schon die Miete oft um die 100 Pfund pro Woche, wobei die Universität auch einige günstigere Möglichkeiten anbietet. Falls es in dieser Hinsicht Probleme gibt, sollte man dies direkt bei der Bewerbung um einen Platz in den Universitätsunterkünften erwähnen, da man sonst eventuell eine wesentlich teurere Unterkunft angeboten bekommt.

Das Studium

Der M.A. in Economics and International Relations ist ein vierjähriges Studium, dass aus einem zwei-Jährigen Grundstudium (Sub-Honours) und einem Hauptstudium (Honours) besteht. Bei der Bewerbung kann man bereits angeben, dass man sich für ein Doppelstudium bewirbt, es ist aber oft auch möglich, den Studienschwerpunkt nachträglich zu ändern. Während der ersten zwei Jahre können auch fachfremde Kurse belegt werden, soweit die Zugangsvoraussetzungen dafür erfüllt werden. Pro Semester werden im Schnitt drei Kurse während des Grundstudiums und zwei Kurse während des Hauptstudiums belegt. Dies variiert aber nach dem angegebenen Arbeitsaufwand der Kurse.

Für Economics kann man sich sowohl über die geisteswissenschaftliche als auch über die naturwissenschaftliche Fakultät bewerben. Der Abschluss ist entsprechend ein M.A. oder ein BSc, inhaltlich unterscheidet sich das Studium nicht. Allerdings müssen andere Nebenfächer während des Grundstudiums absolviert werden. Das erste Jahr besteht aus einem Makro- und einem Mikrokurs, ist relativ einfach zu bewältigen und recht langweilig. Schon ab dem zweiten Jahr wird es aber in den Mikro- und Makrokursen interessanter. Zudem müssen Mathematik- und Statistikkurse belegt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, finanzwirtschaftliche Kurse zu belegen.

Im Hauptstudium haben Studenten, die nur in Economics ihren Abschluss machen, eine Recht große Auswahl zwischen verschieden Kursen. Sie können zudem zwischen einem Abschluss in Economics, Financial Economics und Applied Economics wählen (letzteres wird aber nur selten empfohlen, da es als "leichte" Option gilt).

Studenten, die ein zweites Fach belegen, haben allerdings recht wenig Auswahl. Ihr Studium besteht aus weiteren Mikro- und Makrokursen, einem Ökonometriekurs und einem Wahlkurs.

Das International Relations Department ist - wie auch das Economics Department - eines der größten der Universität und erfreut sich seit einigen Jahren enormer Beliebtheit. Eine Folge davon ist, daß die Anzahl der Dozenten und Professoren sich in den letzten Jahren sehr vergrößert hat und das Betreuungsverhältniss nicht immer ideal ist. Andererseits bedeutet dies, dass es eine große Anzahl von Spezialisten gibt, die sowohl die verschiedenen thematischen Untergruppen von IR als auch alle wichtigen Regionen (außer Südamerika) abdecken.

Während es im Grundstudium keine Wahlfreiheit gibt, da alle relevaten Grundkurse abgedeckt werden müssen, ist die Auswahl an Kursen im Hauptsstudium sehr hoch. Die Kurse sind dementsprechend auch wesentlich kleiner als im Grundstudium. Grund- und Hauptstudium sind beide sehr interessant; viele bevorzugen aber das Hauptstudium, da sie sich auf ihre Interessen konzentrieren können und viele der Kurse nicht mehr so stark theoretisch ausgerichtet sind.

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