Deutsche Journalistenschule (DJS)
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Über die Schule
Die Deutsche Journalistenschule München ist eine der renommiertesten in Deutschland. Sie liegt im Herzen der Altstadt am Altheimer Eck direkt am Marienplatz. Viele bekannte Namen haben dort die Ausbildung durchlaufen, u.a. der Moderator der Sendung "Wer wird Millionär". Die DJS bietet eine crossmediale Ausbildung, d.h. die Schüler werden in vier journalistischen Jargons unterrichtet: Print-, Hörfunk-, TV-, Online- Journalismus.
Wann?
Die Bewerbungsfrist endet stets zum 10. Dezember. Bis dahin muss der Bewerber die Unterlagen anfordern. An zwei Terminen beginnt die Ausbildung. Beim ersten Termin beginnen zwei Klassen zum Wintersemester. Eine der Klassen nennt sich K wie Kompaktausbildung und beginnt im November. Die andere nennt sich A wie Aufbaustudiengang und fängt im Oktober an. Zum zweiten Termin beginnt die B Klasse im April des jeweils nächsten Jahres.
Unterschied?
Der Unterschied zwischen den A- und B-Klassen einerseits und der K-Klasse andererseits: A und B sind inhaltlich der selbe Aufbaustudiengang und dauern rund drei Semester (letztes Semester = Praxissemester). Es geht nur an unterschiedlichen Terminen (Oktober bzw. April) los. Voraussetzungen: man sollte ein Hochschulstudium abgeschlossen haben und zum Stichtag der Bewerbung jünger als 31 Jahre sein. Die Kompaktklasse K absolviert eine 16-monatige Ausbildung (beinhaltet kein Praxissemester). Voraussetzung: Zum Stichtag der Bewerbung sollte man jünger als 29 Jahre sein. Alle Klassen werden durchnummeriert. Die Klassen von Oktober 2007 und April 2008 nennen sich die "46. Lehrredaktion". Das heißt, die DJS München wurde vor rund 45 Jahren gegründet. Sie ging aus einer Stiftung hervor.
Wie viele?
Die DJS nimmt in jeder Klasse 15 Schüler auf. Insgesamt sind es also 45 Personen jährlich, die in den Genuss der Ausbildung kommen.
Kosten?
Die DJS selbst kostet nichts. Sie wird von mehr als 40 Organisationen (Stiftungen, Verbände, Verlage, Parteien etc.) gefördert und ist verlagsunabhängig. Lediglich die Semestergebühren für die Universität muß der DJS-Schüler entrichten, da ein Teil der Ausbildung in Form eines KW-Studiums am kommunikationswissenschaftlichen Institut stattfindet.
Abschluss?
Die DJS bescheinigt den Teilnehmern der Kompaktklasse die Ausbildung. Sie ist jedoch wesentlich mehr wert als eine bloße "Teilnahmebestätigung". Den Absolventen der A und B Klasse verleiht die LMU München ein postgraduales Diplom.
Voraussetzung: Eine Diplomarbeit in Kommunikationswissenschaft am Ende der Ausbildung.
Aufnahmeprüfung
Rund 2000 Personen fordern jährlich die Bewerbungsunterlagen an. Lediglich mehr als ein Viertel bewerben sich tatsächlich. Die erste Hürde stellt eine selbst angefertigte Reportage dar. Die Themen sind vorgegeben. Aus vier Themen wählen die Kandidaten eines aus. Der Bewerber muss dann Mitte Januar eine Reportage mit 5000 Zeichen zum Thema seiner Wahl abgeben. Die zweite Hürde ist nervlich. Mitte bis Ende März verschickt die DJS die Einladungen per Post für die zwei Prüfungstage. Der Bewerber wartet darauf.
Die zwei Prüfungstage an der DJS bestehen aus drei Teilen am ersten Tag und einem Bewerbungsgespräch am nächsten Tag. Am ersten Tag testen die Autoren der Prüfungen das Wissen, das Bildergedächtnis und ob der Bewerber die erste Reportage selbst geschrieben hat. Der Prüfling schreibt über einen Videobeitrag, der 5-8 Minuten dauert und tut so, als ob er oder sie (z.B. einen Beitrag von "Report aus Mainz" oder ähnlichen Formaten) selbst recherchiert hat. Daraus soll der Kandidat eine Mischung aus Reportage und Feature mit 50 Zeilen verfassen.
Die Meinungen gehen auseinander, ob der vor Ort verfasste Text eine Reportage, ein Feature, oder eine Mischung aus beidem ist. Der Videobeitrag läuft währenddessen in Schleife und kann jederzeit nochmal angeschaut werden. Beim Wissens- und Bildertest beweist der Prüfling, ob er oder sie sich über einen längeren Zeitraum aktuell informiert hat.
Das Bewerbungsgespräch erfordert mehr Energie, als der dreiteilige Prüfungstag zuvor. Eine Wand von acht Menschen mitten aus dem journalistischen Leben (aus Lehre und Praxis) fordert den Bewerber gedanklich heraus und möchte schlicht und ergreifend herausfinden, wie die Leute "ticken". Dazu haben alle den Lebenslauf des Kandidaten/der Kandidatin vor sich liegen. Drei bis vier Bewerber sitzen jeweils zusammen und werden manchmal der Reihe nach, manchmal kreuz und quer befragt.
Veränderungen an der DJS
Die Ausbildungsstruktur wird sich nach der Aufnahmeprüfung 2007/08 ändern, aber nur für die Teilnehmer des Aufbaustudiums. Seit langem wurde geplant, einen Master-Studiengang anzubieten. Das wird ab der Aufnahmeprüfung 2008/09 der Fall sein. Statt auf das Diplom arbeiten die Aufbaustudenten der A- und B-Klasse dann auf den Master-Abschluss hin. Die Ausbildung für beide Klassen wird verlängert und dauert dann vier Semester anstatt drei. Zudem fangen A- und B-Klasse gleichzeitig an und nicht mehr an verschiedenen Terminen. Los gehts mit diesem System ab Oktober 2008. An der Aufnahmeprüfung ändert sich nichts, auch die Bedingungen für die K-Klasse bleiben gleich.
Erfahrungsbericht und Tipps
Niemand sollte sich darauf versteifen, auf die DJS München zu gelangen. Das ist zwar nicht einfach, befreit aber den Kopf vom langwierigen Prüfungsverfahren und macht es angenehmer, die Zeit durchzustehen, bis zumindest mal die Einladung (oder die Ablehnung) zu den Prüfungstagen ankommt. Schließlich ist die reine Wahrscheinlichkeit bereits sehr gering, dass man auf die DJS gelangt.
Das Quäntchen Glück und positives Denken gehören sicherlich dazu.
Hartnäckig zu sein lohnt sich oft (Reportage von Jan Weiler). Das soll aber nicht heißen, beim Bewerbungsgespräch provokativ zu sein. Aber auf provokative Fragen sollte man sich einstellen. Nicht verstellen! Die Anspannung ist in der Situation ziemlich groß. Kein Platz für Schauspielerei. Es kann sich lohnen, die Tage zuvor die Szenerie nachzustellen. Man nehme dazu einen Mitbewohner, der gerne fiese Fragen stellt und setze sich gegenüber. Bittet ihn oder sie unterschiedliche, möglichst viele und fast feindliche Fragen zu stellen. Legt euch für die ein oder andere Frage ein As im Ärmel bereit. Der Klassiker unter den Fragen: "Warum wollen Sie eigentlich Journalist werden?"
Grenzen muss der Bewerber auch aufzeigen. Bei zu persönlichen Fragen muss man eben diese Eigenschaft der Frage deutlich aber freundlich klarstellen.
Zum Bildertest: Die Fragen zu den Bildern mehrmals lesen. Die Zeit ist knapp. Deswegen stets schnell sein. Die Frage lautet leider nicht immer: "Wen sehen Sie auf diesem Bild?", sondern bspw. "Das ist Faris-El-Sultan. Woher kommt er und was macht er da gerade bei welcher Gelegenheit?" Stichpunktartiges Antworten reicht meistens.
Zum Wissenstest: Ebenfalls die Fragen genau lesen. Eine Beispielfrage: "Bei welcher Zugverbindung braucht man Sauerstoffmaske und UV-Lichtfilter?" Na? (Fragebögen der DJS)
Nach zwölf Bildern, 24 Fragen, zwei Stunden Schreiben, rund 20 Minuten Bewerbungsgespräch und einigen Gerstensaftschorlen innerhalb der folgenden Wochen verschickt die DJS die Einladungen und Ablehnungen. Abwarten.
