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ZeitmanagementMethoden im SelbsttestDie Ratgeber für Zeitmanagement sparen nicht mit Tipps. Doch welche sind sinnvoll? Wir haben für euch einige renommierte Methoden durchgespielt. Zeitraum: eine Woche. Hier ein Tagebuch - oder in der Sprache des Zeitmanagements: die schriftliche fixierte Nachkontrolle.
Montag, 5.2.: Ein Ratgeber sagt mir, dass ich vor Arbeitsbeginn meine Zielsetzungen erst mit der SMART-Methode überprüfen soll: Sind sie spezifisch, messbar, anspruchsvoll, realistisch und terminiert? Also: Ich habe eine Geschichte über Zeitmanagement zu schreiben. Sie soll einen messbaren Umfang haben. Das Thema halte ich für anspruchsvoll, aber realisierbar. Das Ganze soll am 16. Februar fertig sein. Alle SMART-Kriterien erfüllt. Es kann losgehen. Der Tagesplan Dienstag, 6.2.: Da liegt er auf dem Schreibtisch und schaut mich an: der Tagesplan. Jede Menge Kästchen, die gefüllt werden wollen. Also: Neun bis zehn Uhr: E-Mails unserer User beantworten. Dann die aktuellen Meldungen des Tages durchgehen. Bis zur Mittagspause News schreiben. Gehört das Mittagessen auch in den Plan? Wahrscheinlich, ich könnte es ja sonst vergessen. 14 Uhr: Termin für Telefoninterview. Danach: Interview zusammenschreiben, vom Interviewpartner absegnen lassen. Dann zwei Stunden Recherche in unseren Bilddatenbanken. Bilder aussuchen, bearbeiten und einbinden. 17 Uhr Redaktionskonferenz. Auch für den Abend kann ich etwas eintragen: Kino. Zwischen 19 und 20 klafft noch eine Lücke. Ach ja: Abendessen. Am Abend kann ich viele Kästchen abhaken. Ein gutes Gefühl. Damit ich garantiert nichts vergesse, fülle ich auch den virtuellen Tagesplan meines E-Mail-Programms aus. Die Termine springen mir nur so ins Gesicht. Ich vergesse den ganzen Tag über keinen Termin, muss aber dauernd die elektronischen Merkzettel wegklicken. Die ALPEN-Methode Mittwoch, 7.2.: Heute muss ich erst Grundlagenarbeit leisten: Tagesplanung mit der ALPEN-Methode. Die ALPEN-Methode liefert fünf Schlüsselkategorien für eine geordnete Tagesplanung:
Die 60:40-Methode Donnerstag, 8.2.: Damit die unverplante Zeit garantiert ausreicht, halte ich mich an das 60:40-Prinzip. Es rät mir: Verplane nur 60 Prozent deiner Zeit für Arbeit, der Rest füllt sich von alleine. Breites Grinsen bei meiner Chefredakteurin: "Sollen wird dich auch nach der 60:40-Methode bezahlen?" Probleme tauchen auf, als meine verplante Zeit zuende ist. Soll ich jetzt die Füße hochlegen und Däumchen drehen? Nein, schließlich habe ich ja ein Ergebnis abzuliefern. Also: Weiterarbeiten für die restliche Zeit. War das jetzt im Sinne der Methode? Die Eisenhower-Methode Freitag, 9.2.: Ike war ein gutorganisierter Mann und sein Schreibtisch immer aufgeräumt. Denn: Ike verstand, zu delegieren. Die nach ihm benannte Methode besagt: Ordne deine Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit. Gehe selbst die wichtigen an und gib die unwichtigen an jemand anders weiter. Leider bin ich nicht Präsident der Vereinigten Staaten und muss meinen Kleinkram selbst erledigen. Es gibt niemanden, an den ich etwas delegieren könnte. Oder bin ich etwa von Ikes umgeben? Mitnichten: Teamwork ist angesagt. Ich folgere: Die Eisenhower-Methode ist was für Chefs im Kalten Krieg. Die Handformel Samstag, 10.2.: Wochenende? Denkste. Das Zeitmanagement entlässt mich noch nicht: Nach der reinen Lehre muss ich noch zur Nachkontrolle, und zwar bei mir selbst. Mit der Eselsbrücke "Handformel" überprüfe ich:
Fazit: Der Weg ist das Ziel Habe ich jetzt Zeit gespart? Eher nicht, denn das Erstellen der Pläne hat auch Zeit gekostet. Eine einfache "To-Do-Liste" hätte es auch getan. Aber ich habe mir überlegt, wie und wann ich Aufgaben am besten angehe. Die allein seligmachende Methode habe ich nicht gefunden. Aber: Eine eigene Strategie entwickelt sich am besten in der Auseinandersetzung mit anderen Strategien. |
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