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von Catalina Schröder
Nationales Stipendien-Programm
Studienstiftung ade?
Auch die zwölf bestehenden Begabtenförderwerke stocken ihr Büchergeld auf 300 Euro im Monat auf. Doch wer braucht eigentlich noch Studienstiftung & Co., wenn das neue Programm kommt?
Freibier für alle: Mit der Einführung des nationalen Stipendienprogramms soll auch das Büchergeld der Begabtenförderwerke erhöht werden: Statt wie bislang 80 Euro monatlich erhalten die Stipendiaten der zwölf großen Stiftungen dann ebenfalls 300 Euro im Monat – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. Das "richtige" Stipendium, das zum Lebensunterhalt dient, bleibt weiterhin einkommensabhängig.
300 Euro Taschengeld?
Für jemanden, der sich um seine finanzielle Situation keine Sorgen machen muss, sind 300 Euro ein mehr als großzügiges Taschengeld. Die Studienstiftung hält die Erhöhung dennoch für angemessen: "Unsere Stipendiaten würden das Büchergeld sinnvoll einsetzen - zum Studium an den besten Universitäten, zum Erlernen von Sprachen, zum Kauf von besonderen studienfachbezogenen Materialien, die sie sich sonst nicht leisten könnten, zum Besuch interessanter Kongresse und Tagungen", erklärt Dr. Gerhard Teufel, der Generalsekretär der Studienstiftung.
Letzte Büchergeld-Erhöhung: 1980
Da die Stipendien, die über das Büchergeld hinausgehen, nach BAföG-Richtlinien vergeben werden, erhalten viele Stipendiaten gar keine weitere finanzielle Förderung. Das bedeute jedoch nicht, dass die Eltern dieser Studenten automatisch reich seien, so Teufel weiter. Und er führt noch einen anderen Aspekt an: Im Gegensatz zu den BAföG- und Stipendiensätzen, die in den letzten Jahren immer wieder an die Inflationsrate angepasst wurden, sei das Büchergeld schon seit 30 Jahren nicht mehr erhöht worden.
Wozu noch durchs Auswahlverfahren quälen?
Stipendiaten der großen Förderwerke, die "nur" das Büchergeld erhalten, sollen künftig finanziell mit den Stipendiaten des nationalen Programms gleichgestellt sein. Doch warum sollen sie noch ein aufwändiges Bewerbungsverfahren mit mehreren Runden über sich ergehen lassen, wenn die finanzielle Unterstützung durch das Bundesstipendium viel einfacher zu ergattern ist? Zu den besten acht Prozent gehören in der Regel auch die Stipendiaten der Begabtenförderwerke, das nationale Stipendium dürfte ihnen also sicher sein.
Darlehen statt Stipendium?
Auch die e-fellows diskutieren über die Existenzberechtigung der Studienstiftung und sind geteilter Meinung: Die Vorschläge reichen von der kompletten Abschaffung über eine rein ideelle Förderung bis hin zu der Idee, mehr Studenten in die Begabtenförderungswerke aufzunehmen und statt eines Stipendiums ein zinsloses Darlehen zu vergeben.
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Stefan Burgdörfer ist Referent für die Begabtenförderung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Das Begabtenförderungswerk unterstützt überdurchschnittliche Studenten seit 1965.
An das neue Stipendium kommt man ohne aufwändige Bewerbung. Befürchtet die KAS, dass sich künftig weniger gute Leute bewerben?
Wir sind zuversichtlich, dass sich auch weiterhin leistungsstarke, vielseitig interessierte und engagierte Studierende und Abiturienten bei uns bewerben. Es geht einer großen Zahl der Bewerber nicht nur um Geld, sondern vielmehr um das ideelle Förderprogramm der Konrad-Adenauer-Stiftung und um die Einbindung in ein Netzwerk von Gleichgesinnten.
Kann man die Förderwerke gleich abschaffen und generell die besten acht Prozent der Studierenden unterstützen?
Die Begabtenförderwerke bilden mit ihren unterschiedlichen Ausrichtungen weltanschaulich das gesamte Spektrum unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung ab. Hier können sich Studierende miteinander vernetzen, die ähnliche Wertvorstellungen, Ziele und Interessen haben.
Die Stipendiaten der KAS werden durch ein studienbegleitendes Seminarprogramm auf die Übernahme von Verantwortung vorbereitet. An fast allen Hochschulstandorten in Deutschland gestalten Stipendiatengruppen mit ihren Vertrauensdozenten ein Semesterprogramm mit Vortragsabenden, Exkursionen, Kulturveranstaltungen und geselligen Treffen. Alle Stipendiatinnen und Stipendiaten werden von uns individuell beraten und betreut. Diese Alleinstellungsmerkmale bleiben, und deshalb wird es auch in Zukunft Begabtenförderwerke geben.
Ist das nationale Stipendienprogramm sozial gerecht?
Das Bildungsministerium hat zurecht darauf hingewiesen, dass begabte Studierende aus einkommensschwachen Familien gleich doppelt von der Förderung des nationalen Stipendienprogramms profitieren, denn die 300 Euro werden nicht aufs Bafög angerechnet.
Andererseits zeigt sich bereits in Nordrhein-Westfalen, dass von diesem neuen Stipendienmodell nicht alle Fächer gleichermaßen profitieren.
Die Hälfte des Betrags kommt von der Wirtschaft – und die hat in der Regel wenig Interesse an der Förderung geisteswissenschaftlicher Studiengänge. Im Gegensatz dazu sind die Begabtenförderwerke nicht auf bestimmte Fächer festgelegt und alle haben die gleichen Chancen - ganz egal, was sie studieren. |
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Das Stipendium von e-fellows.net
...für Studierende und Doktoranden der Wirtschafts-, Natur-, Ingenieur- und Rechtswissenschaften, die mehr wollen als nur studieren.
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