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Willem C. Vis Moot in Wien - Erfahrungsbericht einer e-fellows.net-Stipendiatin

28.01.2010

KPMG’s International Case Competition 2010

Starbucks-Kaffee für Indien

Starbucks-Kaffee statt Masala Chai: Mit ihrer Fallstudie überzeugten vier HHL-Studenten die Jury beim Regional-Entscheid der "KPMG's International Case Competition 2010". Hier verraten sie, wie sie die erste Etappe des Wettbewerbs für sich entschieden haben und wie man sich auf einen Fallstudien-Wettbewerb vorbereiten kann.

Die e-fellows Janes Potthoff (28, links) und Bert Förster (24) studieren mit ihren Kommilitonen Dennis Grosche (23) und Igor Stepanishchev (22) im ersten Term den "Master of Science in Management" an der Handelshochschule Leipzig. Mit einer Fallstudie über den Markteintritt von Starbucks in Indien gewannen sie die erste Qualifikationsrunde der "KPMG's International Case Competition 2010".
Wie seid ihr auf die Case Competition aufmerksam geworden?
Janes: Die Ausschreibung lief bei uns am Lehrstuhl für Finanzmanagement und Banken. Prof. Dr. Bernhard Schwetzler kam auf uns zu und fragte, ob wir uns bewerben wollten. Wir haben jeder einzeln eine Bewerbung eingereicht und sind dann ausgewählt und zu einem Team zusammengestellt worden. Wir kannten uns aber vorher schon aus dem Studium.

Wie habt ihr euch auf den Wettbewerb vorbereitet?
Bert: Wir wurden recht kurzfristig ausgewählt, es lag nur ein Monat zwischen Auswahl und Termin. Lange vorbereiten konnten wir uns also nicht. Aber der erste Term an der HHL war ohnehin die beste Vorbereitung. In den Seminaren zu "Business Strategy" und "Problemsolving and Communication" haben wir uns Werkzeuge und methodische Kenntnisse angeeignet. Außerdem hatten wir mehrere Kurse, in denen wir insgesamt bestimmt 15 Fallstudien gelöst haben.
Janes: Natürlich haben wir uns im Team überlegt, wie wir unsere Präsentation am besten aufbauen und auch mit den Professoren Rücksprache gehalten. Der Unterschied zu den Fallstudien, die wir an der Uni bearbeitet haben, war die kurze Vorbereitungszeit von nur zwei Stunden.

Habt ihr einen Tipp, wie man sich in der kurzen Zeit am besten organisiert?
Janes: Arbeitsteilung! Nicht jeder kann jede Frage beantworten, sondern man muss gleich zu Anfang klären, wer der Ansprechpartner für welchen Teil ist. Also: Wer erklärt die Strategie, wer die Finanzierung? Da muss man seinen Teammitgliedern viel Vertrauen entgegenbringen. Es ist wichtig, die eigenen und die Stärken der Teammitglieder zu kennen und einzusetzen.

Wie habt ihr euren Ausflug zu KPMG erlebt?
Bert: Wir fuhren zur KPMG-Niederlassung in Düsseldorf. Dort waren elf Universitäten aus ganz Deutschland eingeladen. Wir waren ein bisschen nervös, weil unser Studienschwerpunkt nicht Wirtschaftsprüfung ist und wir nicht wussten, ob die Fallstudie wirtschaftsprüfungslastig ist.

Kanntet ihr KPMG schon?
Bert: Ich habe schon ein Praktikum bei KPMG gemacht, im Advisory-Bereich. KPMG wäre auch ein interessanter Arbeitgeber für mich, daher war der Wettbewerb für mich gleichzeitig eine gute Gelegenheit zum Netzwerken.

Wie lief der Wettbewerb ab?
Janes: Um 9 Uhr 30 sind wir empfangen worden. Erst wurde KPMG vorgestellt mit den Bereichen Tax, Audit und Advisory. Im Anschluss bekam jede Gruppe ihren Tagesplan. Immer eine Gruppe bereitete ihre Fallstudie vor, während die anderen Gruppen ein Rahmenprogramm besuchten. Dieses Rahmenprogramm bestand aus Team-, Intelligenz- und Geschicklichkeitsspielen.
Bert: Für einige Teams war das eine gute Vorbereitung, weil sich die Teilnehmer noch gar nicht kannten. In die Entscheidung, welches Team in die nächste Runde kommt, floss am Ende aber nur die Bewertung der Fallstudie ein.

Was war das Thema eurer Fallstudie?


Bert: Die Frage war, ob sich ein Einstieg von Starbucks in Indien lohnt und wenn ja, welche Markteintrittsstrategien in Frage kommen. Wir haben Alternativen abgewogen und uns für den Markteintritt entschieden. Danach haben wir die Umsetzung umrissen. Dafür haben wir indische Unternehmen in Bezug auf Kooperationsmöglichkeiten bewertet, um eine nachhaltig gewinnbringende Position zu erlangen.

Mit eurer Präsentation habt ihr gewonnen und fahrt im März zum National-Entscheid nach Berlin - was werdet ihr dort anders machen als bei der letzten Präsentation?
Janes: Wir haben die Strategie vorgestellt, aber man hätte noch einen Schritt weiter gehen können in Richtung Implementierung. Der nächste Schritt wäre jetzt gewesen, eine Empfehlung zu geben, welchen Partner man auswählen würde für die operative Umsetzung.

Was wird beim National-Entscheid in Berlin auf euch zukommen?
Janes: Das Thema kennen wir nicht, das kann etwas ganz anderes sein. Wir haben in Düsseldorf sehr viel von dem, was wir an der Uni gelernt haben, einbringen können. Ich gehe daher davon aus, dass wir im März, nach unserem zweiten Term an der HHL, methodisch sowie fachlich wieder ein großes Stück weiter sein werden.

Konntet ihr Kontakte knüpfen bei der Präsentation?
Bert: Networking hat bei dem Wettbewerb eine große Rolle gespielt. Abends gab es ein Dinner, da sind viele Telefonnummern und Visitenkarten ausgetauscht worden. Ein Manager aus dem Bereich Wirtschaftsprüfung hat sich noch mal eine Stunde Zeit genommen und uns ein individuelles Feedback gegeben. Im März in Berlin können wir uns dadurch noch besser vorbereiten.

Euer Lehrstuhl kann sich über 2.000 Euro Preisgeld freuen - was habt ihr von dem Gewinn?
Janes: Wir haben individuell wie auch als Team wertvolle Erfahrungen gesammelt, von denen wir sowohl in der nächsten Runde als auch an der Universität profitieren werden. Des Weiteren hatten wir ein sehr erlebnisreiches Wochenende, bei dem neben der Arbeit natürlich auch der Spaß nicht zu kurz gekommen ist.

Wie schätzt ihr eure Chancen ein, zur internationalen Entscheidung nach Athen zu reisen?
Bert: Die Konkurrenz ist stark, keine Frage, aber wir sind zuversichtlich, dass uns das Studium an der Handelshochschule Leipzig sowohl methodisch als auch fachlich ein sehr gutes Fundament verschafft. Wir wollen natürlich gewinnen! In Düsseldorf hat es geklappt.

Habt ihr einen Tipp für künftige Teilnehmer?
Bert: Man kann das methodische Vorgehen bei Fallstudien vorher üben, wenn man es im Rahmen des Studiums nicht gemacht hat. Ich kann empfehlen, sich mit dem Aufbau von typischen Fallstudien auseinander zu setzen. Darüber hinaus bietet das Buch "On Competition" von Michael E. Porter einen guten Einblick.


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Fallstudien üben in der Gruppe "Brainteaser und Cases".
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