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24.06.2009 von Nikolaus Raab
Recherche-Software für Studenten
Gut zitiert ist halb studiert
Studieren ist Fleißarbeit. Mit den richtigen Hilfsmitteln kannst du dir trotzdem eine Menge Aufwand ersparen. Für Haus- oder Diplomarbeiten und Dissertationen musst du oft eine Unmenge an Fachliteratur studieren. Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi, EndNote oder JabRef helfen, dabei nicht den Überblick zu verlieren. Wenn dir diese Namen noch nichts sagen, dann solltest du dringend dazulernen.
Die Recherche ist ein wesentlicher Bestandteil jedes Studiums. Viele zähe Stunden vergehen mit Zitieren und Exzerpieren. Doch nur wenn du verstehst, deine Schätze zu organisieren, kannst du später auch mit deinen (P)funden wuchern.
Jäger und Sammler
In der Literaturverwaltung gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze: einsam oder gemeinsam. Programme wie EndNote oder Citavi sind die Klassiker der Literaturverwaltung. Wenn du eines der Programme auf deinem Rechner installierst, kannst du deine Fundstellen katalogisieren und in Dokumente einbauen. Schnell und einfach erhältst du einen Überblick über den eigenen Wissenstand. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Schlauer als Gollum
Projekte wie CiteULike oder das Firefox-Plugin Zotero dagegen setzen auf die Vernetzung von Wissen. Sie wollen mit dem klassischen Eigenbrödlerdasein der Studenten und Forscher brechen. Statt wie Gollum streng den eigenen Schatz zu hüten, teilst du deine Exzerpte und Literaturverweise offen mit einer ganzen Gemeinschaft von Interessierten. Im Gegenzug erweiterst du die eigene Arbeit um zahlreiche neue Fundstellen.
Früh übt sich
Für welche Lösung du dich auch entscheidest, sie alle erleichtern dir die Arbeit. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Hausarbeit im zweiten Semester oder die Promotion handelt. Weil einige der Programme Einarbeitungszeit verlangen, solltest du sie so früh wie möglich im Studium verwenden.
Bessere Übersicht für schnelleres Arbeiten
Bisher erfüllten die Programme vor allem zwei Aufgaben: Katalogisieren und Zitieren. Der Nutzer trägt ein Zitat mit der Angabe der Quelle in dafür vorbereitete Felder. Die Software übernimmt dann die Einordnung und Verknüpfung der neuen Fundstelle im Gesamtbestand der nutzereigenen Zitate. Das geschieht mit Hilfe der vordefinierten Textmasken und so genannten Tags. Das sind Schlagworte, die der Anwender mit seinen Einträgen verbinden kann. Über eine Suchfunktion lassen sich die Daten aufrufen und nach Themenfeldern oder Tags filtern. Der schnelle Überblick erleichtert die Erarbeitung komplexer Stoffgebiete.
Zitierkünstler
Bei der Präsentation der gewonnenen Erkenntnisse zeigt sich die zweite Stärke einer Literaturverwaltung. Universitäten, Verlage und Bibliotheken setzen bestimmte formale Standards bei Zitaten in einem Dokument voraus. Die gebräuchlichsten sind APA, Harvard, Chicago/Turabian, MLA und DIN 1505. Sie variieren je nach Adressat des Textes. Außerdem gibt es zahlreiche zusätzliche Formate, die auf spezielle Fachgebiete zugeschnitten sind. Eine gute Literaturverwaltung bietet die passenden Vorlagen. Setzt du eine Fußnote im Text, wird das entsprechende Zitat automatisch in der korrekten Form eingefügt.
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Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Programme wie EndNote, Citavi oder JabRef beherrschen diese Zitierstandards gleich gut. Der Unterschied liegt im Detail. Während die ersten beiden einsteigerfreundlich sind und problemlos in Word-Dokumente integriert werden können, verlangt JabRef mehr Geduld. Das Programm nutzt das spezielle Textsatzsystem TeX. Auf TeX basiert die Makrosammlung LaTeX. "Makros" sind Programmanweisungen, die aus mehreren Einzelbefehlen bestehen. LaTeX ist wiederum Grundlage für das BibTeX-Format. Dieses Format ist speziell für die Ansprüche einer Literaturverwaltung entworfen worden.
Optisch anspruchsvoll
Anwendungen wie JabRef, die auf die TeX-Syntax zurückgreifen, sind vor allem für professionelle Publikationen interessant. Mit ihnen hast du völlige Freiheit in der Gestaltung anspruchsvoller Layouts und kannst sie deshalb auch für die Darstellung komplizierter Formeln und Grafiken eingesetzen. Das wissen vor allem Naturwissenschaftler und Ingenieure zu schätzen.
Webbasierte Lösungen
Webbasierte Lösungen wie das Firefox-Plugin Zotero besitzen einen anderen Schwerpunkt. Sie ermöglichen dir einen breiten Zugriff auf Datenbestände zu deinem Thema. Zugleich soll deine Arbeit anderen verwandten Forschungsarbeiten zugute kommen. Dafür werden deine angelegten Datenbanken über das Internet öffentlich zugänglich gemacht. Deine Literaturangaben kannst du weltweit mit den Katalogen großer Bibliotheken abgleichen. Die zwei grundlegenden Aufgaben Katalogisieren und Zitieren beherrscht Zotero ebenfalls.
Vernetztes Denken
Dienstleister wie scholarz.net verfolgen den Netzwerkgedanken noch konsequenter. Dort bilden sich Communitys von Autoren, die sich die Vorteile des vernetzten Recherchierens bewusst zu Nutze machen. So kannst du Aufgaben verteilen, Arbeitsgruppen bilden und Ergebnisse zeitnah austauschen. Der Dienstleister stellt mit seiner Plattform zusätzlich die nötigen Werkzeuge zur Verfügung, mit denen du Exzerpte und Konzepte bearbeiten und katalogisieren kannst, ähnlich wie es die klassischen Programme bieten.
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Probleme mit LaTeX? Die e-fellows der LaTeX-User-Gruppe helfen dir sicher in der Community weiter.
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