![]() |
|
||||||||||||||
|
|||||||
|
12.08.2005Roche DiagnosticsMitarbeiter im Gespräch
Ich arbeite innerhalb der Fermentation, das heißt in der biotechnologischen Produktion von therapeutischen und diagnostischen Einsatzstoffen, die zu Test-Kits und Medikamenten weiter verarbeitet werden. Meine Aufgabe ist es, aus ein paar Millilitern gefrorener Zellen zur richtigen Zeit eine Animpfkultur im Litermassstab für den Produktionsbetrieb bereitzustellen. Und natürlich während der gesamten Produktion immer eine geeignete Backup-Strategie parat zu haben, falls mal während der Fermentation was schief gehen sollte. Da ich acht Mitarbeiterinnen in vier Laboratorien betreue, macht einen Großteil meiner Arbeit natürlich die Personalführung aus. Darüber hinaus sind wir beteiligt, wenn es um zellbiologische Fragen oder Probleme innerhalb der Fermentation geht. Wie war Ihr Werdegang, bevor Sie zu Roche kamen? Ich habe Biologie in Erlangen mit Schwerpunkt molekulare Genetik studiert. Während meiner Diplomarbeit arbeitete ich im Umfeld Leukämieforschung. Nach Beendigung meines Studiums 1996 fertigte ich von 1997 bis 2001 meine Promotion am Lehrstuhl für Experimentelle Medizin, ebenfalls in Erlangen, an. Hier arbeitete ich noch bis 2002 als Post-Doc. Schwerpunktmäßig beschäftigte ich mich mit den molekularbio- logischen und zellbiologischen Mechanismen von Entzündungs- reaktionen. 2002 ging ich dann nach Schweden und habe dort bis 2004 am Lehrstuhl für experimentelle Pathologie gearbeitet. Während dieser Zeit stellte sich mehr und mehr heraus, dass ich die Arbeit in der Grundlagenforschung nicht für den Rest meines Lebens machen wollte. Einerseits reizte mich zwar die interessante Forschungsarbeit, andererseits ließ sich der oft unsichere Ausgang der Forschungsprojekte, gerade in der Grundlagenforschung, immer weniger mit dem stetig steigenden Publikationsdruck vereinbaren. Dies und andere Gründe veranlassten mich schließlich, den Sprung von der Uni in die Industrie zu wagen. Und wie kamen Sie dann von der Forschung zur Industrie? Zunächst störte mich am Universitätsbetrieb, dass dort die so genannten Soft Skills als derart unwichtig angesehen werden. Inwiefern jemand engagiert oder integrativ tätig ist, zählt nicht viel. Die Qualität der Personalführung ist im Vergleich zur Industrie oft indiskutabel, die Qualität von Vorträgen und Lehrveranstaltungen teilweise unprofessionell und dementsprechend schlecht. Wichtig sind in erster Linie die Publikationen. Diese Gründe, zusammen mit der allgemein schlechten Perspektive, die es zurzeit an den Universitäten gibt, veranlassten mich zum Wechsel in die Industrie. Wie unterschied sich Roche davon? Ende 2003 schrieb ich eine Initiativbewerbung an Roche. Ich bekam eine Einladung für ein Assessment Center und merkte schon dort den Unterschied: Die Atmosphäre war von Beginn an wertschätzend in jeder Beziehung. Neben dem nötigen Fachwissen wurde hier ganz konkret auf die sozialen Fähigkeiten, lösungsorientiertes Denken und kommunikative Stärke großen Wert gelegt. Obwohl mir als Zell- und Molekularbiologe zum Beispiel konkrete Kenntnisse in der Fermentationstechnologie fehlten, konnte ich diesen Nachteil durch Soft Skills und Transferdenken wettmachen und mich so gegen vier weitere Bewerber, die zum Teil aus dem Umfeld der Fermentation kamen, erfolgreich durchsetzen. Ist das repräsentativ fürs Unternehmen? Ja. Ich habe bei Roche immer den Eindruck gewonnen, dass hier Bewerber Pluspunkte sammeln, die offen und flexibel sind. Es ist keine hohle Phrase bei uns, wenn wir sagen, dass wir sozial kompetente Mitarbeiter suchen. Der offene Wissensaustausch unter Kollegen und das Schaffen von Netzwerken ist gerade bei fachlich so komplexen Themen ungeheuer wichtig.
Nach der Doktorarbeit am Institut für Zellbiologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München folgten zwei Jahre als externer Post-Doc bei Roche in Penzberg in der Entwicklung von Immunoassays. In dieser Zeit konnte ich bereits wertvolle Erfahrungen im industriellen Umfeld sammeln. Aufgrund der innovativen, zielgerichteten und anwendungsorientierten Arbeitsweise sowie der freundlichen und kollegialen Arbeitsatmosphäre fokussierte ich meine Suche nach einer adäquaten Gruppenleiterstelle vor allem innerhalb der Firma Roche. Hier entwickelte sich auch zunehmend mein Interesse für die Umsetzung von entwickelten Proteinreinigungsverfahren im Produktionsgroßmaßstab. Über ein Assessment Center kam ich 2004 zu meiner heutigen Stelle als Gruppenleiter in der Pharmaproduktion bei Roche in Penzberg. Was ist Ihre aktuelle Tätigkeit im Pharma-Bereich? In meiner heutigen Funktion bin ich verantwortlich für eine Produktionsstraße in der Aufreinigung des therapeutischen Proteinwirkstoffes Erythropoietin. Meine Aufgaben umfassen die Sicherstellung der spezifikationsgerechten Produktion, des GMP-gerechten Produktionsumfeldes, der Arbeitssicherheit und auch der technischen Funktionalität der Produktionsanlage. Die Anleitung von zirka 18 Produktionsmitarbeitern und die Prüfung der korrekten Dokumentation sowie die Vorbereitung von Behördeninspektionen zählen ebenfalls zu meinen Tätigkeiten. Aufgrund des Umfangs der einzelnen Tätigkeiten für die gesamte Produktionsstraße teile ich mir die Aufgaben mit einem Gruppenleiterkollegen. Hierbei bedarf es einer guten Koordination und detaillierten Kommunikation sowie permanenter Abstimmung, um unter anderem mit einheitlichen, klaren Anweisungen für die Mitarbeiter aufzutreten. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen zurzeit aus? Die Produktionsaktivität erfordert eine Reihe von täglichen Regelsitzungen, die der Produktqualität, Produkt- und Arbeitssicherheit und Dokumentation dienen. Dabei ist unter anderem die enge Zusammenarbeit mit Kollegen aus der Analytik, der "Quality Assurance" und "Regulatory Affairs" unerlässlich. Bei Abweichungen im Produktionsablauf ist es Aufgabe des Gruppenleiters, Lösungen proaktiv voranzutreiben. Diese Aktivitäten treten ad hoc auf und müssen zusätzlich zum normalen Tagesablauf bearbeitet werden. Die Entwicklung und Überarbeitung von Vorschriften, die Prüfung von Produktionsprotokollen sowie Fragestellungen der Arbeitssicherheit und das Verfassen von Produktionsberichten gehören auch zum Arbeitsalltag. Darüber hinaus umfasst die Funktion als disziplinarischer Vorgesetzter verschiedene Arten des Personalgesprächs. Unter anderem individuelle Gespräche und Schulungen, Zielvereinbarungen sowie die Nachverfolgung von Entwicklungsplänen. Alles im allem für mich ein sehr vielschichtiger, abwechslungsreicher und interessanter Arbeitsalltag, der immer wieder Neues mit sich bringt und nie langweilig wird. Was unterscheidet Roche Ihrer Meinung nach von den Konkurrenzunternehmen am Markt? Der Name Roche ist mit höchster Produktqualität und innovativer Produktentwicklung verbunden. Diese Eigenschaften werden sowohl durch den Erfolg am Markt, als auch durch die Qualitätskontrollen der Überwachungsbehörden bestätigt. Stets den hohen Standard zu bewahren und dennoch immer noch einen Tick besser zu werden, ist treibende Kraft und Grundlage der hohen Qualität. Dies spiegelt sich in der großen Nachfrage unserer Medikamente am Markt, der erfolgreichen Wirkung unsere Produkte wie zum Beispiel Antikörper bei der Therapie von Brustkrebs, wie auch im stetigen Wachstum der Produktionseinheiten wieder. Wer wird gesucht und womit kann man in Ihrem Team punkten? Teamfähigkeit ist hier ein gutes Schlagwort, denn wir müssen hier alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Ferner spielen bei uns neben guten Fachkenntnissen der Proteinchemie und Biotechnologie Verantwortungsbewusstsein und Engagement eine große Rolle. Da unsere pharmazeutischen Wirkstoffe in der Humanmedizin zum Beispiel zur Therapie von Brustkrebs und Blutanämie zum Einsatz kommen, ist im Produktionsprozess ein hohes Maß an Sorgfalt und Einhaltung der Vorschriften gefordert. Die komplexen Anlagen und Produktionsabläufe erfordern technisches Verständnis und individuelle Verantwortung bei der Durchführung der Aufgaben. Der kontinuierliche Produktionsprozess setzt ferner ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Begeisterungsfähigkeit für schnelle und pragmatische Lösungen in einem regulierten Umfeld voraus. Das Spektrum an Jobs reicht hier von Produktionsassistenten für Produktionsaktivitäten vor Ort, Betriebsingenieuren für die Produktionsanlagen bis hin zu Führungsaufgaben für promovierte Naturwissenschaftler. |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|