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23.05.2005
Clifford Chance
Ob Straßenbau in Albanien oder ein Flughafen in Ankara - große internationale Projekte bedürfen nicht nur solventer Investoren, sondern auch rechtlicher Absicherung. Um die zu gewährleisten, arbeiten bei Clifford Chance mehrere erfahrene Teams Hand in Hand.
Man stelle sich folgendes Szenario vor: Eine Bank erwägt, den Bau eines großen Windparks in Taiwan zu finanzieren. Für die Investition werden fast 50 Millionen Euro an Fremdkapital benötigt. Die Bank wendet sich zur Kreditprüfung an die internationale Anwaltssozietät Clifford Chance, die das Projekt kritisch betrachten und rechtlich absichern soll.
Was ist zu tun?
Zunächst muss überprüft werden, ob dieses Projekt später genügend Cash-flow erwirtschaftet. Außerdem müssen die politischen Risiken, ebenso wie technische Probleme, wirtschaftliche Szenarien und alle rechtlichen Fragestellungen durchleuchtet werden. Diese Themen spielen bei einer internationalen Projektfinanzierung eine wichtige Rolle. In diesem Bereich besitzt Clifford Chance weitreichende Erfahrungen - sei es bei der Finanzierung von Straßenprojekten in Osteuropa, Flughäfen in der Türkei oder Südostasien, Windparks in Taiwan oder Telekommunikationsanlagen in Italien.
Der Cash-flow soll stimmen
Projektfinanzierung ist die Finanzierung einer sich selbst tragenden Wirtschaftseinheit. Sie findet insbesondere in kapitalintensiven Industriezweigen Anwendung. Dazu gehören die Rohstoff- und Energiegewinnung, der Anlagenbau, die Telekommunikation und die Verkehrsinfrastruktur. Das sind Bereiche, in denen Projekte die besten Chancen haben, nach ihrer Vollendung genügend Cash-flow zu erwirtschaften.
Risiken absichern, Gewinn ermöglichen
Um alle Risiken eines internationalen Projekts möglichst pass- genau abzusichern, müssen durch ein Projektfinanzierungsteam multilaterale Verträge mit allen am Projekt beteiligten Parteien ausgehandelt werden. Viele Facetten des nationalen und internationalen Rechts werden dabei berührt.
Bei Projekten im Rahmen einer Public-Private-Partnership (PPP), wo Unter- nehmen mit staatlichen Institutionen zusammenarbeiten, wie zum Beispiel bei großen Infrastrukturprojekten oder Schulen, kommen noch Aspekte des Vergaberechts und öffentlichen Rechts hinzu. Das Projektfinanzierungsteam von Clifford Chance muss deshalb eng mit Kollegen aus anderen Bereichen von Clifford Chance (Steuerrecht, Vergaberecht, Immobilien- recht) zusammenarbeiten. Das macht den besonderen Reiz von Projektfinanzierungen aus.
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Dr. Beda Wortmann (Jahrgang 1965) ist als Partner im Frankfurter Büro von Clifford Chance im Bereich Banking and Capital Markets tätig. Seine Schwerpunkte liegen in strukturierten Finanzierungen, vor allem Projektfinanzierungen, Public Private Partnership und Immobilienfinanzierungen. |
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Warum haben Sie sich für eine Karriere bei Clifford Chance entschieden?
Bei Clifford Chance herrscht eine sehr kollegiale Arbeits- atmosphäre, die eine gute Teamarbeit ermöglicht. Besonders gefällt mir hier die Internationalität der Projekte und der Teams. Ich habe viele Projekte betreut: Sei es die Finanzierung einer Mautstraße in Ungarn, die Finanzierung eines UMTS-Netzes in Italien, den Bau eines Zellstoffwerks in Ostdeutschland oder die Errichtung eines Windparks in Taiwan. Eine Besonderheit des Standortes Frankfurt ist die Möglichkeit, als deutscher Anwalt in einem internationalen Team an Projekten im Ausland zu arbeiten. In meinem aktuellen Projektteam in Frankfurt sind acht Nationalitäten vertreten. Eine wirklich einzigartige Chance für Anwälte, international zu arbeiten.
Worin liegt für Sie der besondere Reiz an Projekt- finanzierungen?
In Projektfinanzierungen lernt man verschiedene Industrie- zweige kennen und begleitet Projekte vom Anfang bis zum Ende über einen längeren Zeitraum hinweg. So lerne ich einerseits immer wieder Neues hinzu. Andererseits führt die kontinuier- liche Arbeit an einem Projekt auch zu einer hohen Identifikation mit dem Projekt. Für viele Mitarbeiter und Neueinsteiger ist besonders reizvoll, dass sie an so genannten Headline Deals mitwirken können. Als Beispiel nenne ich das Projekt "Herku- les", ein Outsourcing-Projekt der Bundeswehr, wo wir den Luftfahrt- und Elektronikkonzern EADS Deutschland beraten haben. Es ging dabei um die Ausrüstung der Bundeswehr mit moderner Informationstechnologie.
Was sind die besonderen Herausforderungen bei einer Projektfinanzierung?
Nehmen wir zum Beispiel das Projekt "Herkules" der Bundes- wehr. Bei der rechtlichen Absicherung dieses Milliarden-Projekts werden viele verschiedene Rechtsgebiete berührt: das Vergaberecht, AGB-rechtliche Vorschriften, Gesellschaftsrecht, Steuerrecht und viele mehr. Das ist ein breiter Kanon von Rechtsgebieten, die geregelt werden müssen, um Finanzie- rungsprojekte abzusichern. Aufgrund der verschiedenen Industrien, in denen Projektfinanzierungen angesiedelt sind, besteht eine weitere Herausforderung darin, die unterschied- lichen wirtschaftlichen Anforderungen in Vertragsklauseln zu gießen. Neben spannenden juristischen Problemen lernt man auch viel über technische Sachverhalte.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit in einem Projektteam?
Ein Partner von uns ist in der Regel der Teamleiter, bei dem alle Fäden zusammen laufen. Er oder sie behält den Überblick, kann aber nicht in allen involvierten Gebieten spezialisiert sein. Dafür sorgen die Mitglieder des Teams, in dem jeder seinen Aufgabenbereich wahrnimmt. Ein junger Anwalt, der bei uns einsteigt, ist Teil des Teams und lernt auf diese Weise mit der Zeit alle Facetten der Projektfinanzierung kennen. Mit dem Ziel, später einmal Führungsaufgaben zu übernehmen.
Wie sollte man sich am besten auf diese Aufgaben vorbereiten? Welche Schritte kann man schon im Studium dafür gehen?
Eine spezielle Vorbereitung für Projektfinanzierungen gibt es nicht und muss es auch nicht geben. Wir beschäftigen uns mit vielen Aspekten des Zivilrechts, das man auch schon im Jura-Studium behandelt. Ansonsten kann man durch die intensive Mitarbeit in unsere Projekte und ihre Aspekte hineinwachsen. Wenn jemand seinen Master of Laws mit dem Schwerpunkt Projektfinanzierung gemacht hat oder als Referendar bei uns Erfahrungen sammelt, so freut uns das. Aber eigentlich gibt es keine Vorbedingungen, außer natürlich einem gutem Examen und guten Englischkenntnissen.
Welche Qualitäten und Qualifikationen sind für die Mitarbeit in einem Projektfinanzierungsteam wichtig?
Projektfinanzierung ist ein schnelles Geschäft mit anspruchs- vollen Mandanten, oftmals Banken aber auch Projektsponsoren. Der Zeitdruck ist oft groß. Das Ziel ist es, Transaktionen zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Ein Einsteiger sollte also Spaß an der Erfassung und Auswertung von wirtschaftli- chen Zusammenhängen mitbringen. Wir setzen aber keine Schablonen an, sondern beurteilen die Qualität der Arbeit und die Fähigkeit, sich in ein Team zu integrieren. Auslands- erfahrungen sind nicht zwingend. Bei uns besteht aber die Möglichkeit, solche zu sammeln. Und natürlich beschäftigen wir auch Referendare.
Wie entwickelt sich der Bereich Projektfinanzierung?
Sehr gut. In den nächsten zwölf Monaten suchen wir alleine in meinem Team sechs bis acht neue Mitarbeiter.
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