Bayerische EliteAkademie

Für eine engagierte Elite

Die studienbegleitende Ausbildung der Bayerischen EliteAkademie soll engagierten Studenten Managementwissen und Soft Skills, aber auch Verantwortungsbewusstsein vermitteln.

Dr. Thomas Wellenhofer, Geschäftsführer der Bayerischen EliteAkademie (Quelle: BEA)

"Jede Gesellschaft hat und braucht Eliten. Der Elitebegriff in unserem Namen zwingt uns, ihn immer wieder aufs Neue zu diskutieren. Uns geht es nicht um elitäres Gehabe, sondern um Leistung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Wir haben für uns deshalb die Leitbegriffe "Vorbild, Verantwortung, Verpflichtung" gewählt. Gerade in der aktuellen Lage wird es immer offenkundiger, dass wir Eliten brauchen, die positiv in die Gesellschaft hineinwirken, um ihr Auseinanderbrechen zu verhindern."

(Dr. Thomas Wellenhofer, Geschäftsführer der Bayerischen EliteAkademie)

Kontakt

Eva Glück
Bayerische EliteAkademie GmbH
Prinzregentenstraße 7
80538 München
Tel: (089) 21 88 90 80
Fax: (089) 21 88 90 819
E-Mail: info(at)eliteakademie.de
Homepage: www.eliteakademie.de

Die Idee einer Elite-Akademie für Bayern entstand 1996 im Wissenschaftlich-Technischen Beirat der Bayerischen Staatsregierung. Voraussetzung für die Gründung der Akademie war, dass sie von der bayerischen Wirtschaft finanziert wird.
 
Inzwischen unterstützen führende Unternehmen wie Allianz, Münchener Rück BMW, E.ON, Siemens, HypoVereinsbank und vor allem die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK) sowie der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie e.V. (VBM) die Akademie. Sie ist eine Stiftung und erhält zusätzliche Spenden von ihren Förderern. Besonders motivierte, leistungsbereite und gesellschaftlich engagierte Studentinnen und Studenten aus allen Fachbereichen bayerischer Universitäten und Hochschulen können sich bei der Bayerischen EliteAkademie bewerben.

Führungsfähigkeiten ausbauen

Die Ausbildung ist studienbegleitend. Den ersten Jahrgang von 15 Studenten hat die EliteAkademie 1999 aufgenommen. Inzwischen gibt es den zwölften Jahrgang mit 42 Studenten. Zwischenzeitlich ist auch das Netzwerk der Absolventen der Bayerischen EliteAkademie stark gewachsen. Der Alumni-Verein zählt mittlerweile über 300 Mitglieder. Die Akademie arbeitet eng mit allen bayerischen Universitäten und Fachhochschulen zusammen. Sie unterstützt herausragende und leistungsbereite Studenten, die sich weiter qualifizieren und später im Berufsleben Führungsaufgaben übernehmen wollen. Die Bayerische EliteAkademie sucht starke und vielseitige Persönlichkeiten, die auch für andere Verantwortung übernehmen und im Leben mehr im Blick haben als nur ihre eigene Karriere.

Prof. em. Dr. Dr. hc Durst

Prof. em. Dr. Dr. hc Franz Durst, Akademischer Leiter der Bayerischen EliteAkademie und emeritierter Inhaber des Lehrstuhls für Strömungsmechanik an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Was ist das Besondere an der Bayerischen EliteAkademie?
Die Bayerische EliteAkademie bietet ihren Studenten eine einzigartige Zusatzausbildung in den Bereichen, die an den Hochschulen zu kurz kommen. Universitäten und Fachhochschulen lehren Fachwissen, aber sie vermitteln keine besonderen Fähigkeiten, die die Führungskräfte von morgen brauchen. Hier setzt die Bayerische EliteAkademie an.

Welche Führungsqualitäten sind für sie besonders wichtig?
Führung setzt Kompetenz und Glaubwürdigkeit voraus. Besonders wichtig sind neben Intelligenz, Kreativität und Selbstmotivation vor allem die Fähigkeit zum ergebnisorientierten Planen und Handeln im Team, Mut zur Entscheidung oder auch Querdenken und Zivilcourage. Top-Manager stehen oft in dem Ruf, nur an ihren Profit zu denken und nichts für die Gesellschaft zu tun. Uns ist es aber gerade wichtig, dass unsere Studenten gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und soziale Kompetenz entwickeln.

Wie erreichen Sie dieses Ziel?
Durch die große Bandbreite der Themen unseres Curriculums und das Zusammenarbeiten in interdiziplinären Gruppen. Daneben sind die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und die Reflexion über ethikorientiertes Verhalten elementare Bestandteile der Methodik unserer Ausbildung.

Wie wichtig ist Ihnen Elite?
Diesen Begriff sollte man nicht falsch verstehen. Die Bayerische EliteAkademie will den Elite-Begriff in die Gesellschaft hinein tragen. Zudem bemühen wir uns, eine Institution für intelligente Studenten zu sein, die sich auf Führungsaufgaben vor allem in der Wirtschaft vorbereiten. Junge Leute bilden wir zu ihrem eigenen Vorteil weiter. Die Gesellschaft soll davon aber profitieren.

Studieninhalte/-aufbau

Die studienbegleitende Ausbildung dauert drei Semester. Im Anschluss bietet der Alumni-Verein der Bayerischen EliteAkademie ein attraktives Weiterbildungsprogramm und Möglichkeiten zur Pflege des persönlichen Netzwerkes.
 
Folgende vier Bestandteile kennzeichnen den Ablauf und die Gestaltung der Ausbildung:

  •  Präsenzphasen: Zweimal im Jahr verbringen die Studenten vier Wochen in der IHK-Akademie in Feldkirchen-Westerham bei München. Hier nehmen die Studenten teil an Seminaren, Vorträgen, Diskussionen und Workshops zu den Themen:
    • Persönlichkeitsbildung und Menschenführung
    • Ethik und Verantwortung
    • Interdisziplinäres Denken und Handeln
    • Interkulturelle- und Medienkompetenz
    • Globalisierung, Internationalisierung und
    • Märkte Unternehmensführung und komplexe Systeme
     Abgerundet werden die Präsenzphasen durch Kaminabende mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie Exkursionen oder Kulturprogrammen. Bei einem einwöchigen Aufenthalt in Brüssel lernen die Studenten, wie die europäischen Institutionen funktionieren und zusammenwirken.
     
  • Projektarbeiten:
     Die Studenten arbeiten interdisziplinär mit Tutoren aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Die Themen der vergangenen Jahrgänge findest du auf der Website der EliteAkademie.
     
  • Mentoren: Jeder Student wählt einen persönlichen Mentor (meist Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführer) aus den Führungsetagen der bayerischen Wirtschaft. Die Mentoren begleiten die Studenten während der Ausbildung und beim Übergang in den Beruf. Eine Übersicht der Mentoren bietet die Website der EliteAkademie.
     
  • Praktikum: Wer will, kann ein Praktikum im Ausland im Management der Förderfirmen machen und bekommt dabei Hilfestellung und Kontakte vermittelt.

Dozenten und Betreuer

Die Dozenten kommen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Zu der Gruppe der Führungskräfte gehören Bereichsleiter und Vorstandsmitglieder großer Unternehmen. Mit zum Dozentenkreis zählen auch führende Vertreter aus Gesellschaft, Politik und Medien sowie Professoren verschiedener Universitäten und Management-Trainer. Sie treffen in den Semesterferien vier Wochen lang in der Akademie der IHK in Feldkirchen-Westerham bei München mit den Studenten zusammen. Dort finden Seminare, Vorträge und Workshops statt. Das Erlernte der Präsenzphasen wird dann in konkreten, einjährigen Projekten umgesetzt.

Voraussetzung

Grundvoraussetzungen für die Bewerbung ist eine Immatrikulation an einer bayerischen Hochschule. Studentinnen und Studenten können sich ab dem dritten Semester bewerben. Pro Jahrgang werden etwa 30 Studenten in die Akademie aufgenommen, parallel zu ihrem regulären Studium, Masterstudium oder ihrer Promotion. Die Bayerische EliteAkademie ist allen Fachrichtungen gegenüber offen. Vorausgesetzt werden ein ausgeprägtes wirtschaftliches Interesse und der Wille, Führungsverantwortung zu übernehmen.

Prof. Dr. Dieter Frey

Prof. Dr. Dieter Frey, Akademischer Leiter der Bayerischen Elite-Akademie und Leiter des Instituts für Psychologie an der LMU in München.

Welches Ziel verfolgt die Bayerische EliteAkademie?
Die Bayerische EliteAkademie will jungen Studenten nicht nur Wissen, sondern vor allem Handlungskompetenzen vermitteln. Das soll sie zu Führungspositionen in der bayerischen Wirtschaft und Wissenschaft befähigen. "Elite" bedeutet nicht elitär oder arrogant zu sein, sondern ist die Summe von Werten und charakterlichen Tugenden.

Welche Tugenden sind das?
Notwendig ist sowohl der Wille als auch die Fähigkeit zur Führung. Die Studenten sollen eine positive Grundhaltung haben, Probleme mit Lösungen verbinden und unkonventionelle Lösungen voranbringen. Sie sollen vor allem heterogene Talente in ihrer Umgebung miteinander verbinden können und so wertvolle Synergieeffekte erreichen.

Was bedeutet das Wort "Netzwerk" für Sie?
Durch die Ausbildung und den Alumni-Verein können Netzwerke gut entstehen. Sie werden durch eine gemeinsame Grundhaltung zusammen gehalten. Unsere Philosophie ist angelehnt an Karl Popper, der die kritisch-rationale Diskussion definiert hat. Und an Immanuel Kant, der sagt, man solle den anderen so führen, wie man selbst geführt werden möchte. Aber auch von Albert Schweitzer, der fordert, für Menschen ein Herz zu haben und das auch zu zeigen. Das ist Leistung, Verantwortung und Innovation auf der Basis humanitärer Prinzipien.

Auswahlkriterien:

Neben überdurchschnittlichen Abitur- und Studienleistungen wird insbesondere auch Wert gelegt auf:

  • Gesellschaftliches Engagement (auch in Sport, Musik, Kunst, Kultur)
  • Interesse an ökonomischen Zusammenhängen
  • die Bereitschaft, künftig Führungsverantwortung übernehmen zu wollen
  • Kreativität
  • Praktika
  • Stipendien und Auszeichnungen
  • Beherrschung mindestens einer Fremdsprache

Bewerbungsverfahren

Um in die Bayerische EliteAkademie aufgenommen zu werden, müssen die Bewerber ein dreistufiges Auswahlverfahren durchlaufen. Stufe eins ist eine Online-Bewerbung. Fällt diese positiv aus, werden die Bewerber eingeladen, sich ausführlich schriftlich zu bewerben, mit je einem Gutachten eines Vertrauensdozenten der Bayerischen EliteAkademie an der jeweiligen Hochschule sowie eines Fachgutachters. Die 60 Besten verbringen ein Auswahlwochenende an der IHK-Akademie in Feldkirchen-Westerham. Hier werden in Einzelinterviews, Gruppendiskussionen und Rollenspielen Problemlösungsfähigkeiten, interdisziplinäres Denken und Handeln, Sozialkompetenz, persönliches Wertesystem, Führungsfähigkeit und Belastbarkeit geprüft.

Bewerbungen nimmt die Akademie ab dem 15. Oktober entgegen. Die Bewerbungsphase endet am 7. Januar 2012.

Studiengebühren/Finanzierung

Die Kosten der Ausbildung belaufen sich pro Teilnehmer auf über 28.000 Euro. Daran beteiligt sich jeder Student mit einer Gebühr von 650 Euro pro Semester. Der Rest wird durch die Förderfirmen getragen. Der Aufenthalt in der Tagungsstätte und die Lernmittel sind darüber hinaus frei. Um zu gewährleisten, dass wegen finanzieller Belastungen kein erfolgreicher Bewerber von der Aufnahme in die Akademie ausgeschlossen wird, kann die Gebühr ganz oder teilweise auf Antrag zinslos gestundet werden.

 Im Porträt: Programmteilnehmer

 

Foto: Piyal Ranasinghe

e-fellows.net-Stipendiatin Samanthi (22) studiert International Business Studies an der Universität Erlangen-Nürnberg und nimmt am 11. Jahrgang der EliteAkademie teil. Ihre Projektarbeit zu Patenten dort gefällt ihr so gut, dass sie sich vorstellen kann, mit ihrem Team zu gründen.

Was bringt es dir, in der bayerischen EliteAkademie zu sein?
Das Zusatzstudium unterstützt vor allem meine persönliche Entwicklung. Ich bekomme dadurch die Möglichkeit, mich verstärkt mit ethischen Fragen auseinanderzusetzen und beginne durch die Vielfalt der Studienfächer interdisziplinärer zu denken. So setzt sich unsere Projektgruppe aus einem Physiker, Maschinenbauer und mir als BWLerin zusammen. Was ich nicht kann, können die anderen Teammitglieder und so entwickeln wir uns gemeinsam weiter.

Die Bayerische EliteAkademie unterstützt leistungsbereite Studentinnen und Studenten, wenn sie sich weiter qualifizieren und später im Berufsleben Führungsaufgaben übernehmen wollen. Das Programm, das sie bietet, ist meiner Meinung nach in seiner Zusammenstellung einzigartig. Ein Mentor steht mir zur Seite, uns werden Auslandspraktika vermittelt. Zudem arbeiten wir in den Präsenzphasen interdisziplinär und werden von hochrangigen Dozenten aus Wirtschaft und Wissenschaft angeleitet. Während des Semesters bereiten wir kleinere Projekte in studiengangübergreifenden Teams vor und arbeiten an einer Projektarbeit, die sich über alle Semester erstreckt. Dieses Gesamtpaket kenne ich von keinem anderen Stipendien- oder Studienprogramm.

Was für ein Projekt ist das?
Das Thema des 11. Jahrgangs ist "Vom innovativen Patent zur Geschäftsidee". Wir arbeiten in interdisziplinären Teams, die meist aus einem Wirtschaftswissenschaftler, einem Geisteswissenschaftler und zwei Technikern oder Ingenieuren bestehen. Im ersten Schritt versuchten wir Patente zu finden, die an Universitäten entwickelt wurden und aus denen eine Geschäftsidee entstehen könnte. Dafür machten wir uns zuerst auf die Suche nach 10 bis 20 Patenten. Dann haben wir eine Vorauswahl getroffen, uns eingelesen und die fünf Patente mit dem größten Potential ermittelt. Derzeit schreiben wir die Innovatoren an und erörtern die weitere Zusammenarbeit. Bei sehr technischen Patenten benötigte ich viel Hilfe von unseren Ingenieuren, beim Schreiben des Businessplans kann ich mehr beitragen. Wenn alles klappt, können wir uns vorstellen am Ende ein Unternehmen zu gründen. Dann würde aus unserem Projektteam eine Firma werden.

Ist das nicht viel Extra-Arbeit?
Ich finde, es ist vollkommen machbar. Ich habe das Glück, dass ich während der Präsenzphasen keine Klausuren schreibe. Dadurch kann ich mich ausschließlich auf die vierwöchigen Blockveranstaltungen konzentrieren. Zwar kann ich in den Semesterferien kein Praktikum machen, aber das Programm der EliteAkademie gleicht das mehr als aus. Während des Semesters ist gute Koordination gefragt. In der Projektgruppe haben wir früh Termine vereinbart und die Arbeitswochenenden geblockt. Und zu jedem Projekt und jeder Veranstaltung der Präsenzphase gehört auch jede Menge Spaß. Wir bei der BEA sind schließlich genauso Studenten, aus denen schnell gute Freunde werden, die miteinander leben, arbeiten und feiern.

Gab es ein besonderes Aha-Erlebnis im Zusammenhang mit der EliteAkademie?
Ja, das war beim Outdoor-Wochenende. Gewohnt haben wir in einer Jugendherberge. Zusammen hatten wir viele kooperative Abenteueraufgaben zu bestehen. Unter anderem wurde eine überdimensionale Kugelbahn gebaut oder gemeinsam die tiefsten Winkel einer Tropfsteinhöhle erkundet. Gefeiert haben wir auch und hinterher, beim Aufräumen, haben alle angepackt. Nicht wie in der Schule, wo am Ende oft drei, vier für alle aufräumen. Alle haben sich verpflichtet gefühlt. Das ist die Einstellung, die die Leute hier haben.

Hast du Tipps für die Bewerbung?
Ich finde, es wichtig, sich zu trauen. Wenn man zu selbstkritisch ist, denkt man vielleicht, die stellen unglaubliche Ansprüche, da bin ich nicht gut genug dafür. Gerade bei Frauen ist diese Tendenz zu Selbstzweifeln groß. Aber die meisten haben oft mehr drauf als sie denken und unterschätzen sich. Also: Einfach bewerben und authentisch sein. Wer es zum Auswahlwochenende schafft, sollte sich in aller Ruhe den Aufgaben stellen. Es ist eine Art Prüfungssituation und da ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Gibt es etwas, das du anders machen würdest, wenn du das Programm gestalten würdest?
Mir gefällt die Entwicklung der letzten Jahre sehr gut, vor allem, dass das Programm noch internationaler wird. Seit einigen Jahren ist ein Aufenthalt in Brüssel Teil des Curriculums und für den 10. Jahrgang gibt es eine China-Akademie. Diese Entwicklung würde ich noch stärker verfolgen. Außerdem haben wir alle die Möglichkeit, am Programm mitzuwirken. So werden in der kommenden Präsenzphase unter anderem ein Besuch der Oper sowie ein Europadiskussionsforum von den Studenten organisiert.

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