Moderation

Kreativ durch Moderation

Hast du schon mal stundenlang in einer Arbeitsgruppe gesessen, ohne dass es voran ging? Kennst du das Gefühl, wenn die Deadline eines Projektes näherrückt und dir und deinen Kollegen einfach keine gute Idee einfällt? Die Lösung für diese und ähnliche Probleme liegt in einer erfolgreichen Moderation.

Moderation ist eine der berühmten "Soft Skills" und damit eine wichtige Fähigkeit im modernen Berufsleben. Immer häufiger musst du in Gruppen mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten. Als Moderator einer Gruppe musst du Konflikte beseitigen, die Kreativität der Teilnehmer steigern und ihre Energien bündeln. Kurzum: Du musst dafür sorgen, dass alle schnell und effektiv zu einem guten Ergebnis kommen.

Der Schlüssel zur Kreatitivät

Kreativität entsteht am besten in einer entspannten, offenen Atmosphäre. Jeder Teilnehmer eines Meetings muss das Gefühl haben, dass die anderen seinen Input beachten. Doch das funktioniert nicht immer: Vielleicht kennen sich die Mitglieder einer Projektgruppe kaum oder sie konkurrieren sogar beruflich miteinander. Auch unter solch schwierigen Umständen eine kreative Arbeitsatmosphäre zu schaffen - genau das macht einen guten Moderator aus.

Explizit oder implizit zum Ziel?

  • Explizit bedeutet, dass du offen den Vorschlag machst, das Treffen zu moderieren. Das ist der Normalfall, und es ist auch das Beste. So sind die Rollen klar verteilt und alle wissen, woran sie sind. Für Laien ist ein Moderator aber vielleicht ungewohnt. Sie könnten Angst haben, dass du dich nur aufspielen oder die Kontrolle an dich reißen willst. Das kannst du verhindern, wenn du implizit moderierst.
  • Implizit bedeutet, dass du die Aufgaben des Moderators ergreifst, ohne dass du offen dazu ernannt wirst. Auch als einfacher Teilnehmer kannst du ein Meeting durch Nachfragen beleben oder gegen unfaire Beiträge vorgehen - und dich damit wie ein Moderator verhalten. Diese Methode hat jedoch Nachteile, weil du dich eben nicht so verhältst wie die anderen Diskussionsteilnehmer. Wenn du nicht sehr geschickt bist, wird das früher oder später auffallen. Implizit solltest du deshalb nur vorgehen, wenn du das Gefühl hast, dass die Gruppe dringend einen Moderator braucht, aber - warum auch immer - offiziell keinen will.

Moderator, nicht Terminator

Nicht jede Gruppe benötigt einen Moderator. Je besser der Arbeitsfluss ist und je besser die Teilnehmer miteinander auskommen, desto weniger wird er gebraucht. Denke daran: Kreativität benötigt eine entspannte Atmosphäre. Wenn du dich einer gut funktionierenden Gruppe aufdrängst, dann tötest du die Stimmung eher, als dass du sie belebst. Deshalb ist es wichtig, als Moderator nicht wie ein Befehlshaber aufzutreten, also anleiten und nicht autoritär Befehle erteilen. Wie gehst du aber vor, wenn du ein Arbeitsgruppentreffen moderieren willst?

Der Moderatoren-Knigge

  • Wenn es ein offizielles Meeting ist, dann begrüße die Anwesenden. Experten sollten vorgestellt werden, wenn sie nicht alle kennen. Fasse dich aber kurz: Es soll gearbeitet werden, nicht geredet.
  • Nenne kurz und exakt das Thema des Treffens. Wenn es komplexer ist, dann teile es in Unterfragen auf. Die einzelnen Punkte, die diskutiert werden sollen, müssen für jeden Teilnehmer sichtbar vorliegen. Entweder du schreibst sie an eine Pinnwand oder jeder erhält am Anfang ein Blatt mit den Punkten.
  • Wenn das Thema nicht selbsterklärend ist, dann gib eine kurze Einführung. Stelle dar, warum das Thema diskutiert werden muss und welche Punkte und Fragen kritisch sind.

Dieser Anfang ist wichtig. Erstens versetzt er die Teilnehmer in eine ähnliche Ausgangslage. Zweitens etablierst du so deine Funktion als Moderator. Das wird dir später helfen.

Auf einen gelungenen Ablauf achten

  • Während des Treffens achtest du darauf, dass es reibungslos und fair zugeht.
  • Du musst verhindern, dass sich Einzelne profilieren und dabei andere ausstechen. Dafür kannst du zum Beispiel nachfragen, ob der Rest der Gruppe derselben Meinung ist.
  • Wenn die Diskussion abschweift, musst du die Teilnehmer zurück auf das Thema bringen. Eine Möglichkeit ist, die neuen Fragen in einem "Ideenspeicher" festzuhalten und später zu diskutieren. Oft erübrigen sich solche Randpunkte, wenn das eigentliche Thema vorankommt. Die Fragen aber keinesfalls vergessen! Das wird als Manipulation empfunden.
  • Oft sind Beiträge zu technisch oder zu anspruchsvoll. Teilnehmer ohne das nötige Hintergrundwissen sind dann aus der Diskussion ausgeschlossen, wollen sich aber nicht die Blöße geben, nachzufragen. Hier musst du als Moderator selbst nachfragen oder Details erklären.

Nicht übertreiben

  • Je besser eine Diskussion läuft, desto stärker solltest du dich heraus- oder zumindest zurückhalten.
  • Du darfst keine eigene Meinung vertreten oder eigene Inputs einbringen. Damit würdest du deine neutrale Position verlassen. Wenn Sachfragen an dich gerichtet werden, dann gibst du sie an die Gruppe zurück.
  • Als Moderator bist du für den Ablauf der Diskussion verantwortlich, nicht für ihren Inhalt.

Tags


Kommentar schreiben

Sicherheitstext eingeben:*

* Pflichtfelder