Konfliktmanagement
Wenn Friede, Freude und Eierkuchen fehlen
Der Typ Einzelkämpfer hat in den letzten Jahren als Vorbild für das richtige Verhalten im Büro ausgedient. Krieger sind out, Teamspieler gefragt. In der globalisierten, vernetzten und hochtechnisierten Wirtschaft ist Teamfähigkeit eine Kardinaltugend. Dazu gehört auch der möglichst entspannte und kompetente Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz.
Im Job musst du nicht nur mit deinen eigenen, sondern eben auch mit den Unzulänglichkeiten anderer auskommen. Möchtest du Personalverantwortung tragen, solltest du Grundlagen und Techniken des Konfliktmanagements schon jetzt in deinen Lehrplan aufnehmen. Wir geben erste Tipps. Denn den richtigen Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen und die Fähigkeit, Konfliktsituationen zu meistern, kann man lernen.
Friede, Freude, Eierkuchen?
Schöne heile Bürowelt: Die Mitarbeiter sind lammfromm und kuscheln sich vertrauensvoll an die Flanke des Löwen - oder besser des Chefs. Einigungen gibt es stets im Guten. Niemand wird laut und das ganze Team zieht an einem Strang. Alles Quatsch, schreibt die Unternehmensberaterin Hedwig Kellner in ihrem Buch "Konflikte verstehen, verhindern, lösen". Die "Friede-Freude-Eierkuchen-Fassade" in vielen Unternehmen ist demnach eine Illusion. Konflikte gehören zum Arbeitsalltag - und das zu erkennen ist der erste Schritt zu einem gelungenen Konfliktmanagement. Außerdem haben Auseinandersetzungen im Berufsleben durchaus ihre guten Seiten: Sie zeigen, wo etwas falsch läuft, sie führen oft zu kreativeren Lösungen und die Konfliktpartner lernen sich letztendlich besser kennen.
Ursache und Wirkung
Für kleine Reibereien und handfeste Streits im Job gibt es Ursachen genug. Jede Firma und jede einzelne Abteilung ist ein komplexer und störanfälliger Mechanismus, den ein fragiles Räderwerk aus verschiedenen Personen, Interessen und Beziehungen in Gang hält. Daher gibt es einige Faktoren, die dieses Zusammenspiel stören können:
Konfliktfaktoren
- Innovationen. Das gilt sowohl für technische Innovationen als auch für Neuerungen bei Arbeits- und Kommunikationsabläufen.
- Widersprüchliche Anforderungen an Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen des Unternehmens.
- Sich widersprechende Interessen der Mitarbeiter eines Unternehmens, direkte Konkurrenz.
- Unterschiedliche Persönlichkeiten und Temperamente.
- Machtgefälle im Unternehmen, formelle und informelle Hierarchien.
- Normale menschliche Unzulänglichkeiten wie Irrtümer, Pannen, unterschiedliche Wertvorstellungen oder Antipathien.
- Fehlende oder nicht ausreichende Arbeitsmittel (IT-Ausrüstung).
- Missverständnisse durch kulturelle Unterschiede oder sprachliche Probleme.
