Trainee oder Direkteinstieg
Training für die Karriere - der Einstieg mit dem Bachelor
Angeblich sind Bachelor-Absolventen bereits jobreif; tatsächlich dürfen sie aber oft nur über ein Trainee-Programm ins Arbeitsleben starten. Viele finden das ein wenig ernüchternd: Wozu hat man studiert, wenn man nun "trainiert" werden muss? Und dann geistert da noch das Wort "Edelpraktikant" durch die Köpfe.
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Ich will jetzt endlich in den Job starten, denkst du, als du das Bachelor-Zeugnis in der Hand hältst. Ich will beweisen, was ich alles kann! Und dann hörst du von deinem Traumunternehmen nur: Ein Direkteinstieg mit dem Bachelor ist bei uns nicht möglich. Was bleibt, ist die Bewerbung auf ein Trainee-Programm. Oder, wie beispielsweise bei BMW, ein Programm, das explizit kein Trainee-Programm ist - aber dennoch alle Elemente eines solchen enthält.
Nur auf den ersten Blick ernüchternd
Diese sprachliche Abgrenzung hat der Autobauer vermutlich gewählt, weil das Prinzip "Trainee" bei vielen Gedanken an ein zweijähriges Praktikum weckt. In manchen Branchen - allen voran in Redaktionen und der Werbung - stimmt das zuweilen auch. Für Wirtschafts- und Naturwissenschaftler oder Ingenieure aber ist das Trainee-Programm vielleicht sogar der cleverere Einstieg. Je nach dem, wo sie in ihrer Karriere hinwollen.
Weißt du schon, was du willst?
Der Direkteinstieg ist ein Sprung ins kalte Wasser. Auch für die recht jungen Bachelor-Absolventen gibt es kaum Schonzeit. Wer als vollwertiger Mitarbeiter einsteigt, der muss sich auch als solcher beweisen und rasch eigene Projekte übernehmen. Das bedeutet auch: Der arbeitet sich schnell tief in seine Aufgaben und seine Abteilung ein - "Seitensprünge" in andere Arbeitsfelder sind so kaum noch möglich. Wer den Direkteinstieg wagt, sollte also schon wissen, dass die gewählte Aufgabe das Richtige für ihn ist.
Trainees: Geld fürs Schnuppern
Bei Trainee-Programmen sind dagegen meist Rotationen durch die unterschiedlichen Abteilungen vorgesehen. Das bedeutet, dass ein Trainee seinen Lebensunterhalt damit verdient, dass er einen Konzern von der Pike auf kennen lernen darf. Das klingt entspannt: Erst wird man 12 bis 24 Monate fürs Lernen bezahlt - Auslandsaufenthalt oft inklusive - und dann winkt ein Job in der Abteilung, die einem am besten gefallen hat. Schön wär's.
Unsichere Zukunft für Trainees?
Das große "Aber" beim Trainee-Programm ist nämlich die Befristung des Vertrags. Das Unternehmen wird dich ausbilden, sofern es ein seriöses Programm ist, aber es wird dich auch auf Herz und Nieren prüfen. Solltest du in den zwei Jahren nicht den Erwartungen entsprechen, läuft der Vertrag einfach aus. Und du bist draußen. Das Ende des Trainee-Vertrags ist eine Sollbruchstelle, derer sich einige Firmen gerne bedienen.
Entscheidungsfreiheit statt Knebelvertrag
Auf der anderen Seite will ein Unternehmen normalerweise nicht viel Geld in die Ausbildung des Nachwuchses stecken, um ihn dann nach zwei Jahren wieder abzuschieben. Daher gibt es auch eine andere Variante: Mit der Unterzeichnung des Trainee-Vertrags muss sich der Einsteiger verpflichten, mindestens vier oder fünf Jahre im Unternehmen zu bleiben - ob es ihm dort gefällt oder nicht. Die Befristung einer Trainee-Stelle ist also nicht automatisch Schikane. Sie bedeutet ebenso die Chance, sich nach zwei Jahren bewusst noch einmal für den Arbeitgeber zu entscheiden.
Typen von Trainee-Programmen
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Vorbereitung auf die Führungskarriere (Management-Trainee). Das Progamm beinhaltet Rotationen durch verschiedene Abteilungen, um das Denken und Planen in größeren Zusammenhängen zu fördern. In Seminaren werden Führungskompetenz, Rhetorik, Präsentationstechniken und Ähnliches geschult.
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Vorbereitung auf die Fachkarriere (Fach-Trainee): für Einsteiger, bei denen bereits klar ist, in welchem Unternehmensbereich sie später arbeiten werden. Ziel ist die Vorbereitung auf eine Fach-, nicht eine Führungskarriere. Daher sind die Fortbildungen und Praxiseinsätze von Anfang an weniger breit angelegt als bei einem Management-Trainee; der Wechsel durch verschiedene Abteilungen ist unüblicher.
- Projektbezogene Trainee-Programme ähneln den Führungskräfte-Programmen insofern, als auch hier Rotationen an der Tagesordnung sind. Diese Wechsel hängen aber von Beginn und Abschluss eines Projekts ab, in das der Trainee eingebunden wird. So lernt er die einzelnen Abteilungen zwar nicht so breit, aber dafür in einem Arbeitsbereich tiefer kennen.
Gehälter als Trainee: kaum geringer
Und wer glaubt, mit dem Direkteinstieg schneller mehr Geld zu verdienen, sollte auch noch einmal umdenken. Erstens liegen die Trainee-Gehälter im Schnitt nur 2.000 Euro pro Jahr unter dem, was ein Direkteinsteiger verdient (Staufenbiel Jobtrends 2006/07). Zweitens hängt das Einstiegsgehalt stark von der Region, der Branche und der Aufgabe ab - ein Management-Trainee in einem Münchner Großunternehmen verdient mehr als ein Marketing-Direkteinsteiger in einem kleinen Verlag auf dem Land. Und drittens überrunden die Trainees von heute oft schon morgen die, die den Sprung ins kalte Direkteinstiegswasser wagen. Trainee-Stellen sind nämlich oft darauf ausgelegt, auf spätere Führungspositionen vorzubereiten.
Denkst du, der Bachelor wird noch zum Erfolgs- programm? Oder taugt das Konzept einfach nichts?
Alles hat zwei Seiten...
Karriere macht nur, wer Trainee war? Das stimmt natürlich nicht - manchmal ist der Direkteinstieg der richtige Weg. In kleinen Firmen ist die "Abteilungsrotation" nämlich ein Witz, wenn es nur zwei Abteilungen gibt. Und das Netzwerken, ein wichtiges Element des Trainee-Programms, ist bei drei festen Mitarbeitern auch recht schnell erledigt. Hier ist die Trainee-Zeit also unter Umständen verlorene Zeit.
Aber auch internationale Unternehmen haben gute Gründe, Direkteinsteiger willkommen zu heißen. Sofern die das entsprechende Wissen sowie Praxiserfahrung aus ihrem Bachelor-Studium mitbringen. Und wenn sie überzeugt davon sind, sich für genau ihren Traumjob zu bewerben - ohne Herumschnuppern.
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So sieht der Einstieg bei den Partnerunernehmen von e-fellows.net aus
