Melanie Grell

KPMG

Partner im Profil - Advisory - Beratung mit Finanzkompetenz

"Unternehmensberatung" lautet die Antwort vieler Wirtschaftsstudenten, wenn sie nach ihrem Berufswunsch gefragt werden. Aber Consulting-Unternehmen gibt es viele, und sie unterscheiden sich oft erheblich voneinander. Manchmal steckt sogar dort eine Beratung drin, wo man es zunächst nicht erwartet hätte: zum Beispiel in der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Die Beratungssparte "Advisory" (betriebswirtschaftliche Beratung) ist neben "Audit" (Wirtschaftsprüfung) und "Tax" (Steuerberatung) eines der drei Standbeine von KPMG.

KPMG bündelt sein Advisory-Know-how in zwei Sparten

  • Transactions & Restructuring
    • Corporate Finance
    • Restructuring
    • Transaction Services

Transactions & Restructuring bündelt KPMG’s Know-how zu Finanzierung, Bewertung, Restrukturierungs- und Spezialsituationen sowie Transaktionen.

  • Consulting
    • Strategy & Operations
    • Finance
    • Risk
    • Information Technology
    • Forensic
    • Financial Services

Consulting befasst sich mit Strategiefragen, Kostenstrukturen, Prozessen, Change Management und IT-Systemen sowie Fragen der Risikosteuerung, Rechnungslegung und Corporate Governance

Hilfe für den Mandanten
Der Geschäftsbereich Advisory von KPMG hat sich unter anderem auf die Beratung des CFO (Finanzvorstand) spezialisiert. Die Berater begleiten ihre Mandanten bei Anpassungen der Accounting-Systeme (internes und externes Rechnungswesen), bei Bewertungen, Transaktionen und Restrukturierungen oder helfen ihnen, Finanzprozesse zu optimieren. Wenn sich beispielsweise die Gesetze ändern, müssen Unternehmen ihre Prozesse im Rechnungswesen, bei Buchungen und Bilanzierung anpassen. Dadurch ändern sich oft die Abläufe, und die Systeme neigen zu Fehlern. Dann werden Rechnungslegungsgrundsätze nicht mehr richtig dokumentiert - die externe Berichterstattung leidet.

KPMG europaweit
Weil die Mandanten zunehmend auf internationalen Märkten aktiv sind, hat KPMG seine Firmenstruktur angepasst. Im Oktober 2007 schlossen sich die KPMG-Gesellschaften aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz zur KPMG Europe LLP zusammen. Dieser Zusammenschluss umfasst heute 18 Mitgliedsstaaten. Sie bilden nun das größte Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Europa. Der Zusammenschluss bedeutet neben den wirtschaftlichen auch Vorteile für die Mitarbeiter: Sie können nun ohne großen Aufwand im Ausland arbeiten. Das gilt für Einsteiger wie für alte Hasen.

KPMG, Advisory

Dr. Markus Kreher (Jahrgang 1967) ist Partner bei KPMG in München und leitet Projekte bei Unternehmen aus der "ICE"-Branche. ICE steht dabei für Information, Communication and Entertainment. Nach seinem Studium in Münster und verschiedenen Praktika stieg er 1993 bei KPMG ein. Damals waren Audit und Advisory noch eins, und Markus Kreher kümmerte sich in Leipzig um die Prüfung von D-Mark-Eröffnungsbilanzen der Betriebe aus der ehemaligen DDR.

Während eines zweijährigen Aufenthalts bei KPMG in Texas entdeckte er seine Vorliebe für die amerikanische Rechnungslegung US-GAAP. Daher verschlug es ihn nach München: In der bayerischen Hauptstadt gibt es viele Unternehmen, die an der US-Börse gelistet sind und ihr Rechnungswesen umstellen mussten.

Herr Kreher, Sie sind Partner in der ICE-Branche. Welche Unternehmen beraten Sie?
Zu meinen Mandanten zählen Unternehmen aus Information, Kommunikation und Unterhaltung, also viele private Fernsehsender, Verlage und Medienunternehmen. Das hängt auch stark mit meinem Standort zusammen. Hier in München gibt es zahlreiche Unternehmen aus dieser Branche. Um den Anforderungen der internationalen Kapitalmärkte gerecht zu werden, mussten sie ihre Systeme grundlegend anpassen. Das bedeutet, dass mindestens zwei Werte in den Systemen parallel geführt werden müssen. Wir beraten sie dabei, eliminieren Fehlerquellen und können durch unser Know-how die Abläufe effizienter gestalten.

War die ICE-Branche von Anfang an Ihr Ziel?
Nein, ich kann nicht sagen, dass ich zu Beginn schon wusste, wo ich mal landen möchte. Das ist von KPMG auch nicht gewollt. Als Einsteiger sollte man viele Branchen, unterschiedliche Unternehmen, Unternehmensgrößen und Sichtweisen kennen lernen. Dabei kristallisiert sich heraus, was einem gut gefällt. Und in diese Richtung kann man sich dann weiter spezialisieren.

Mit zunehmender Arbeitserfahrung wird es immer wichtiger, sich Kenntnisse aus einer speziellen Branche anzueignen – so ist die eigene Arbeit für die Kunden wesentlich wertvoller, als wenn man sich jedes Mal wieder neu einarbeiten müsste. Der Prozess ist also eine Mischung aus Zufall, persönlicher Neigung und Strategie, aus breiter Streuung und Spezialisierung.

Wie sah denn Ihr Weg zum Partner aus?
Als Partner leite ich momentan die Standorte München und Stuttgart. Bei KPMG dauert es bis zum Partner etwas länger als bei "normalen" Unternehmensberatungen - man kann ungefähr von Fünfjahresschritten ausgehen. Zunächst wird man Manager und erhält Prokura und Auftragsverantwortlichkeit. Gleichzeitig beginnt man, Teams zu leiten, und ist für Mitarbeiter verantwortlich. Als Manager hat man auch die Möglichkeit, für das Development Center vorgeschlagen zu werden. Neben der fachlichen Eignung trainieren und fördern wir dort vor allem Soft Skills und Führungskompetenzen.

Apropos Soft Skills, welche sind denn für Advisory besonders wichtig?
Wir arbeiten ständig in Teams - Teamfähigkeit ist also Grundvoraussetzung für unseren Job. Wer nicht mit anderen zusammenarbeiten kann, lieber im einsamen Kämmerlein werkelt, ist bei uns fehl am Platz. Die zweite Grundvoraussetzung ist Kommunikationsfähigkeit und ein gewisses Maß an Empathie. Im täglichen Kontakt mit den Mandanten muss man einfach gut vermitteln können, warum man etwas tut - es ist sehr wichtig, sich in die Probleme der Kunden einzufühlen.

Gibt es sonst noch Fähigkeiten, die man für einen Einstieg bei KPMG braucht?
Eine gute fachliche Ausbildung setzen wir natürlich voraus, aber wir gehen eigentlich davon aus, dass motivierte Einsteiger spezielles Know-how auch nachlernen können. Viel wichtiger sind für uns die Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit zu analytischem Denken. Unsere Mitarbeiter sollten einfach gerne immer weiter lernen, sich fortbilden, am Ball bleiben. So sind sie in der Lage, sich die Komplexität der Beratung zu erarbeiten. Was auch nicht fehlen darf, ist das "Dienstleistungs-Gen" - schließlich arbeiten wir fast jeden Tag eng mit dem Mandanten zusammen.

Diese Fähigkeiten bringen aber nicht nur BWLer mit, oder?
Nein, wir sind auf keinen Fall fixiert auf Wirtschaftsstudenten. Auch Bewerber aus anderen Fachbereichen sind gerne gesehen. Sie sollten natürlich eine gewisse Affinität zu wirtschaftlichen Themen haben und Praxiserfahrung aus verwandten Gebieten vorweisen können.

Gibt es etwas, dass Sie den e-fellows mit auf dem Weg geben möchten?
Machen Sie ein Praktikum bei uns. Schauen Sie sich die Arbeit an, lernen Sie die Leute kennen. Danach können Sie beurteilen, ob Ihnen die Arbeit und auch das Unternehmen gefallen. Und wir können beurteilen, ob Sie als künftiger Mitarbeiter zu uns passen. Praktikanten sind bei uns wie "junge Mitarbeiter": Sie sind auf den gleichen Projekten eingesetzt, machen die gleiche Arbeit. Im besten Fall schaffen sie nach ihrem Praktikum einen schnellen Einstieg bei KPMG. Und man kann sich sicher sein, dass die Berufswahl kein Fehler sein wird - das ist ja auch ein gutes Gefühl.

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