Mentor-Mentee-Tandem bei Roche

Mentoring nach Wunsch

Wie Mentorin Ortrud Quarder das Mentoring mit Mentee Moritz Durchdewald gestaltet, konnte sich Moritz selbst aussuchen. Er entschied sich für ein Shadowing-Programm, in dem er ein Jahr lang einen Einblick in verschiedene Bereiche von Roche bekam. Dabei lernte er, wie aus einer biomedizinischen Erkenntnis Produkte geformt werden. Mittlerweile ist Moritz bei Roche eingestiegen – als Group Manager Validation and Quality Assurance in Professional Diagnostics.

Roche-Mentorin Mentorenserie, Roche, People, [Quelle:efn]

Mentorin Dr. Ortrud Quarder studierte Medizin in Heidelberg. Sie arbeitete im Forschungslabor der Uni, bevor sie 1989 zu Boehringer Mannheim wechselte, der heutigen Roche Diagnostics GmbH. Dort hat Ortrud Quarder klinische Studien zur Entwicklung von Medikamenten geplant und durchgeführt. Heute leitet sie ein Technologieprogramm im Bereich Diabetes Care und betreut zwei e-fellows als Mentorin.

Was gefällt Ihnen daran, Mentorin für e-fellows.net-Stipendiaten zu sein?
Mentoring ist eine schöne Möglichkeit, ein bisschen über den eigenen Tellerrand zu schauen und den Kontakt zur Universität nicht ganz zu verlieren.

Sie haben sicher jede Menge Arbeit. Wieso wollten Sie trotzdem Mentorin werden?
Ich habe im Laufe meiner Ausbildung viel Unterstützung erfahren, vielleicht kann ich durch Aktivitäten wie das Mentoring ein wenig zurückgeben. Aus der Sicht meines Unternehmens ist das Mentorenprogramm eine gute Möglichkeit, potenzielle neue Mitarbeiter kennen zu lernen.

Viele e-fellows fragen sich, wie eine Mentor-Mentee-Beziehung überhaupt aussieht. Wie oft und wo treffen Sie sich?
Neben regelmäßigem E-Mail-Kontakt finde ich mindestens zwei persönliche Treffen im Jahr wichtig. Diese können bei Roche oder auch am Studienort der Mentees stattfinden. Treffen hier bei Roche haben den Vorteil, dass sie mit weiteren Aktivitäten verknüpft werden können.

Über welche Themen sprechen Sie bei diesen Treffen?
Meistens haben die Mentees Fragen zu ihrem beruflichen Werdegang oder zum Unternehmen. Typische Fragen sind zum Beispiel: Was halte ich als Mentorin von einem bestimmten Praktikum? Sieht die Industrie lieber eine inhaltlich tiefgehende oder eine schnell durchgezogene Doktorarbeit? Wie bereitet man sich am besten auf Bewerbungsgespräche vor? Zu langen und anregenden Gesprächen mit meinen Mentees komme ich oft auch über gemeinsame Hobbys.

Gibt es einen "Mentoring-Knigge" bei Ihnen?

Eigentlich nicht. Wichtig ist mir, dass die Gestaltung des Mentorings weitgehend von den Mentees selbst abhängt: Sie haben den aktiven Part und können das Mentoring entsprechend ihren Vorstellungen gestalten. Einige Mentees wünschen sich einen Diskussionspartner, andere interessieren sich für ein Shadowing - das ist von Mentee zu Mentee sehr unterschiedlich.

Welche Ihrer Erfahrungen können für Ihre Mentees besonders hilfreich sein?
Ich kann Mentees Einblicke in ein Unternehmen im Gesundheitsmarkt, in die industrielle Forschung und in die Projektarbeit geben. Bei meinem Mentee Moritz Durchdewald habe ich Kontakt mit den Fachabteilungen aufgenommen und - wenn gewünscht - über die Mentoring-Zeit und meine Erfahrungen mit ihm berichtet. Zusätzlich habe ich ihm bei der Auswahl der Stellen, auf die er sich beworben hat, beraten. Ich konnte ihm erklären, was sich hinter einer entsprechenden Position verbirgt und ob ich denke, dass sie für ihn und seine Neigungen passend sein könnte.

Haben Sie von Ihren Mentees auch etwas lernen können?
Ja, sicher. Ich lerne sehr viel darüber, was es heißt, heute zu studieren. Einige Mentees berichten mir über ihre Erfahrungen, etwa bei Auslandsaufenthalten, und mit einigen teile ich die gleichen Hobbys – was immer Anlass zu einem Erfahrungsaustausch ist.

Mentee Moritz [Quelle: efn]

Mentee Moritz (29) ist während seines Studiums viel herumgekommen: Er hat Biochemie in Tübingen und Witten/Herdecke studiert, in Zürich und Sydney geforscht und in Heidelberg promoviert. In seiner Freizeit spielt Moritz Cello, bringt Kindern Akrobatik bei oder kümmert sich um sein Bienenvolk. Seit August 2009 arbeitet er als Group Manager bei Roche Diagnostics in Mannheim.

In drei Stichworten: Was hast du davon, e-fellows.net-Mentee von Frau Dr. Ortrud Quader zu sein?
Spannende Einblicke in das Unternehmen Roche Diagnostics, super Kontaktmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen des Konzerns und die beste Unterstützung beim Berufseinstieg.

Was hast du beruflich, aber auch privat von deiner Mentorin gelernt?

Neben meiner akademischen Ausbildung habe ich Konzepte und Strategien der Gesundheitsbranche kennen und verstehen gelernt. Meine Mentorin hat mir wertvolle Einblicke in die komplexen Zusammenhänge und Abläufe bei Roche ermöglicht, etwa, wie aus einer biomedizinischen Erkenntnis Produkte geformt werden, um die Lebensqualität von Patienten zu verbessern. Aber auch privat vermittelt mir Frau Quader viele wichtige Aspekte, die mich persönlich weiterbringen. Sie hat mir zum Beispiel gezeigt, wie wichtig Netzwerke im beruflichen und privaten Umfeld sind.
 
Die Mentees von Roche vernetzen sich auch untereinander sehr stark. So gibt es beispielsweise ein Kick-off-Meeting und regelmäßige Treffen, bei denen alle Mentoren und Mentees zusammenkommen. Das alles wird von Carolin Bauder organisiert, die auch Ansprechpartnerin für das Mentorenprogramm ist.

Inwiefern konnte dir deine Mentorin konkret bei einem Praktikum oder gar beim Berufseinstieg weiterhelfen?

Auf meinen Wunsch hin hat mir meine Mentorin ein super Shadowing-Programm organisiert, sodass ich über ein Jahr hinweg systematisch verschiedene Bereiche des Unternehmens kennen lernen konnte. Außerdem hat sich mich direkt beim Berufseinstieg unterstützt. Ich habe sehr von ihren Tipps, ihrem Know-how und Engagement profitiert und konnte so ganz unkompliziert bei Roche als Gruppenleiter einsteigen.

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