Mentor-Mentee-Tandem bei Accenture
Ehrlichkeit: beim Mentoring die Regel Nummer eins
Was sind die Vor- und Nachteile eines Berater-Jobs? Wie bringst du den Beruf mit dem Privatleben in Einklang? Wie sieht der Berater-Alltag wirklich aus? Auf diese Fragen hat e-fellow Jan Antworten von seinem Mentor Oliver Bohl von Accenture bekommen.
Mentor Dr. Oliver Bohl (34) studierte Wirtschaftswissenschaften und fing danach bei Accenture als Business Analyst an. Seine Promotion brachte ihn erneut an die Uni, bevor er 2007 wieder bei Accenture einstieg, wo er heute als Management-
berater im Bereich Talent & Organization Performance arbeitet. Mit Badminton und Spinning hält sich Oliver Bohl fit. Er betreut acht e-fellows als Mentor.
In drei Stichworten: Was gefällt Ihnen daran, Mentor für e-fellows.net-Stipendiaten zu sein?
- interessante und interessierte Mentees
- spannende Gespräche
- intensiver Ideen- und Gedankenaustausch
Sie haben sicher jede Menge Arbeit. Wieso wollten Sie trotzdem Mentor werden?
Den Kontakt zu engagierten Studierenden möchte ich – als ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule – gerne halten. Darüber hinaus ist es mir wichtig, ein ungefiltertes und ehrliches Bild von der Arbeit als Managementberater weiterzugeben.
Viele e-fellows fragen sich, wie eine Mentor-Mentee-Beziehung überhaupt aussieht. Wie oft und wo treffen Sie sich? Über welche Themen sprechen Sie? Und gibt es einen "Mentoring-Knigge"?
Unsere Mentoring-Beziehung führen wir hauptsächlich über Telefonate und E-Mails. Wir ergänzen diese Interaktionen jedoch durch persönliche Treffen. Die Mentees kommen mich dann meistens in einem unserer Büros besuchen. Dabei besprechen wir aktuelle Anliegen wie zum Beispiel die Wahl eines Themas für die Abschlussarbeit. Bei der Gelegenheit gewähre ich gerne auch erste Einblicke in das Arbeitsleben und den Projektalltag bei Accenture.
Auf der ersten und einzigen Seite unseres gemeinsam definierten Mentoring-Knigges steht das Wort "Ehrlichkeit". Diese können die Mentees von mir einfordern, im Gegenzug erwarte auch ich eine offene Kommunikation.
Welche Ihrer Erfahrungen können für Ihre Mentees besonders hilfreich sein?
Ich hoffe, dass ich sowohl mit meinen praktischen Erfahrungen als auch meinem fachlichen Wissen weiterhelfen kann. Ich kenne mich aus mit dem Berufseinstieg als Managementberater und kann meine Mentees auch mit detaillierten Informationen zur Berufswelt versorgen. Ich vermittle weitere Ansprechpartner zu thematischen oder operativen Fragen, schildere aktuelle Eindrücke aus der unternehmerischen Praxis und gebe Tipps, wie man eine ausgewogenen Work-/Life-Balance erzielt.
Haben Sie von Ihren Mentees auch etwas lernen können?
Ja, sehr viel. Vor allem, was die Art zu denken und handeln der Studierenden betrifft. Ich erfahre viel Neues von den Berichten meiner Mentees - unter anderem zu Auslandserfahrungen oder zu aktuellen Themen aus dem Studienalltag. Das führt oft zu sehr anregenden Gesprächen.
Mentee Jan Lühr (22) studiert Internationale BWL in Reutlingen. Er interessiert sich für Unternehmertum, saubere Techniken und Nachhaltigkeit. In seiner Freizeit liest Jan gerne spannende Romane und Biographien großer Persönlichkeiten.
In drei Stichworten: Was hast du davon, e-fellows.net-Mentee von Dr. Oliver Bohl zu sein?
- Erfahrungsaustausch
- Berufliche Orientierung
- Interessante Gespräche und Diskussionen
Was hast du beruflich, aber auch privat von deinem Mentor gelernt?
Ich habe Einblicke in Tätigkeiten und Umfeld eines Unternehmensberaters bekommen. Außerdem habe ich viel gelernt über die Vor- und Nachteile der Arbeit als Unternehmensberater. Ich weiß jetzt, was es bedeutet, ein "Business Angel" zu sein und wie ich Berufs– und Privatleben managen kann bei einem reiselastigen Berater-Job. Sport als Ausgleich ist unverzichtbar.
Inwiefern konnte dir dein Mentor konkret bei einem Praktikum oder gar beim Berufseinstieg weiterhelfen?
Mein Mentor hat mich bei der Bewerbung für ein Praktikum bei Accenture in Frankreich unterstützt. Auch wenn es nicht geklappt hat, empfand ich seine Unterstützung als sehr angenehm und hilfreich.
Welcher Ratschlag deines Mentors hat dir am meisten geholfen?
"Lass dich für berufliche Entscheidungen von persönlichen Interessen und deiner Motivation leiten".
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