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Von der FH zur Promotion

Modell des menschlichen DNA-Strangs

Modell des menschlichen DNA-Strangs

Warum hast du dich für eine Promotion entschieden?
Für Diplomingenieure (FH) sind die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten in der naturwissenschaftlichen Forschung stark eingeschränkt. Da ich mir alle Optionen für die Zukunft offen halten wollte, interessierte ich mich für eine Promotion. Schon während meiner Diplomarbeit in der biomedizinischen Forschung faszinierte es mich, aktiv Therapien zu entwickeln, die in Zukunft kranken Menschen zugute kommen. Nur durch eine Promotion in der akademischen Forschung kann ich später in diesem Bereich arbeiten.

Wie bist du auf dein Graduiertenkolleg gestoßen und wie hast du dich dort beworben?
Meine Diplomarbeit habe ich in einer jungen Biotechnologie-Firma in Mainz geschrieben. Der Mitgründer der Firma ist mein heutiger Doktorvater. Nach meiner Diplomarbeit wollte ich gerne promovieren, was für Fachhochschulstudenten nicht unproblematisch ist. Ugur Sahin bot mir eine Stelle in seinem Institut an. Das war für mich eine großartige Chance. Dank meiner erfolgreichen Diplomarbeit fand ich Aufnahme im Graduiertenkolleg "1043 - Antigenspezifische Immuntherapie". Die regelmäßigen Vorlesungen, Seminare und Präsentationen in diesem Kolleg helfen mir, mein medizinisches und immuno- logisches Wissen zu vertiefen.

Erläutere dein Thema in ein paar "laientauglichen" Sätzen.
Tumorpatienten besitzen autoreaktive B-Lymphozyten und Antikörper, die verschiedene tumorspezifische Antigene erkennen. Unter den Antigenen, die spontane Immunreaktionen bei Krebspatienten auslösen, sind die so genannten Cancer/Germline-Antigene vielversprechend. Diese werden nur von Keimzellen, Plazenta und Krebszellen gebildet, nicht aber in gesundem Gewebe. Aufgrund ihres gewebsspezifischen Expressionsmusters eignen sie sich sehr gut als Targetstrukturen für Immuntherapien.
 
In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit der spezifischen Antikörperantwort auf bestimmte Cancer/Germline-Antigene bei Krebspatienten. Vor allem will ich humane B-Lymphozyten identifizieren, isolieren und charkaterisieren, die große Mengen von Antikörpern gegen diese Antigene bilden.
 
Wie bist du zu deinem Thema gekommen?
Ich habe schon während meiner Diplomarbeit mit tumorreaktiven Antikörpern gearbeitet und wollte das auch weiterhin tun. Als Ugur Sahin mir das Promotionsthema vorschlug, war ich sofort begeistert. Es verbindet Grundlagenforschung mit der Entwicklung neuer Werkzeuge für die Therapie von Tumorpatienten.
 
Was ist für dich an deiner Promotionsvariante besonders positiv oder negativ?
Zu den wichtigsten Vorteilen der Promotion in einem Graduiertenkolleg zählen das ganzheitliche Ausbildungskonzept und die Methodenpraktika, durch die ich neue Methoden und Arbeitsgruppen kennen lerne. Außerdem sind im Kolleg Mittel für Kongressbesuche vorhanden. Dazu kommt das Renommee des Stipendiums. Das Graduiertenkolleg bietet den Stipendiaten ein intensives Studienprogramm, das ein breiteres Verständnis für Biomedizin und Klinische Immunologie fördert. Die Teilnehmer lernen außerdem, im Team zu arbeiten und ihre wissenschaftlichen Ergebnisse zu präsentieren. Die Begrenzung der Ausbildung auf drei Jahre hält die Promotionszeit kurz.

Auf welche unerwarteten Hindernisse bist du gestoßen und wie hast du sie bewältigt?
Da ich an der Fachhochschule studiert habe, knüpften sich gewisse Auflagen (Klausuren, Praktika) an die Promotion. Über das Graduiertenkolleg als Ansprechpartner im Fachbereich Biologie fand ich allerdings leicht heraus, wie ich diese Auflagen erfüllen konnte.

Wie ist die Zusammenarbeit mit deinem Professor – wie ist die Betreuung?
Ich fühle mich als Doktorand in meiner Arbeitsgruppe sehr gut aufgehoben. Ugur Sahin nimmt sich fast immer Zeit für mich. Wir besprechen Experimente, die ich dann selbstständig plane und auswerte. Die Ergebnisse diskutieren wir anschließend gemeinsam. Die Betreuung ist so intensiv wie nötig, läßt mir aber auch den Freiraum, Fragen selbstständig zu entwickeln und zu bearbeiten.

Was planst du nach deiner Promotion?
Grundsätzlich möchte ich gerne weiter in der Forschung arbeiten. Momentan beschäftige ich mich mit den Immunantworten bei Tumorpatienten und hoffe diesem Fachgebiet nach meiner Doktorarbeit treu bleiben zu können. Ob an einer Universität, einem assoziierten Forschungsinstitut oder in der Industrie, kann ich noch nicht abschätzen.

Welche Tipps kannst du anderen (künftigen) Doktoranden mit auf den Weg geben?
Die Suche nach einer geeigneten Doktorarbeit gestaltet sich immer schwierig, weil man aus Thema und Vorstellungsgespräch keine sicheren Schlüsse über die spätere Arbeit ziehen kann. Man sollte sich genau überlegen, wo man promovieren will. Schaut euch die Publikationen der Arbeitsgruppe und die Internetpräsenz an. Bei Vorstellungsgesprächen würde ich direkt fragen, wie lange die Doktoranden im Durchschnitt an ihrer Promotion arbeiten. Außerdem sollte man klären, ob die Finanzierung gesichert und gegebenenfalls eine Anschlussfinanzierung möglich ist.
 
Fachhochschulstudenten, die gerne promovieren möchten, kann ich nur raten: Bewerbt euch. Promovierende FHler sind gar nicht so selten. Viele Professoren kennen die bürokratischen Hürden gut und helfen gern. Die Auflagen sind ärgerlich und zeitraubend, aber überwindbar.

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