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Promotion mit Bergankunft

Gipfel, Promotion, Bergankunft

Gipfel, Promotion, Bergankunft

Warum hast du dich für eine Promotion entschieden?
 Wissenschaftliches Arbeiten hat mir bereits während meiner BWL-Diplomarbeit viel Spaß gemacht. Die Promotion gibt einem zusätzlich die Freiheit, sich mit einem Thema intensiv zu beschäftigen. Darüber hinaus kann man gleichzeitig einen Blick auf andere Fachgebiete werfen. Außerdem ist die Promotion für mich auch eine Art Abrundung meiner akademischen Ausbildung.
 
Wie bist du auf deinen Professor gestoßen?
Da für mich die zeitliche Komponente meiner Promotion eine wichtige Rolle spielte, habe ich mich bewusst bei privaten Universitäten beworben. Dort kann man wegen der geringeren Lehrbelastung in der Regel etwas schneller promovieren. Da mich die Forschungsschwerpunkte meines Doktorvaters sehr interessierten, war eine Bewerbung an seinem Lehrstuhl die logische Konsequenz.
 
Wie hast du dich bei ihm beworben?
Der Lehrstuhl hatte auf seiner Website offene Doktorandenstellen ausgeschrieben. Ich bewarb mich schriftlich und der Lehrstuhl lud mich kurz darauf zu einem Bewerbungsgespräch ein. Das führte ich dann mit zwei Doktoranden und dem Professor selbst. Es bestand aus vielen Persönlichkeits- und Lebenslauffragen, aber auch aus kleinen Fallstudien und Brainteasern.

Erläutere doch dein Thema in ein paar "laientauglichen" Sätzen.
Beim Verkauf eines Unternehmensteils, wie einer Tochtergesellschaft oder einem Geschäftsbereich, verhandeln Käufer und Verkäufer oft mit einem ganz unterschiedlichen Informationsstand und gegensätzlichen Zielen. Ich untersuchte daher, welche Erfolgsfaktoren aus Sicht des Verkäufers dazu beitragen können, das Informationsproblem zu überwinden und damit den Verkaufserfolg zu maximieren. Dazu entwickelte ich mittels Theorien, Expertengesprächen und Literatur ein Untersuchungsmodell - das Strukturgleichungsmodell. Das habe ich dann einer empirischen Erhebung unterzogen. Dazu diente mir eine schriftliche Befragung mit 250 Rückläufern. In einer kausalanalytischen Auswertung habe ich verschiedene Hypothesen getestet und Wirkungsbeziehungen zwischen den Erfolgsfaktoren und dem Desinvestitionserfolg bewertet. Aus dem Ergebnis kann ich Implikationen für die unternehmerische Praxis und für die betriebswirtschaftliche Forschung ableiten.
 
Wie bist du zu deinem Thema gekommen?
Mein Doktorvater hat ein Lehrbuch zum Thema M&A-Management veröffentlicht. Darin ging er auch auf Desinvestitionen ein - das hat mein Interesse geweckt. Ich habe mich dann einige Wochen in dieses Themenfeld eingelesen und schließlich festgestellt, dass es vor allem bei der Lösung des Informationsproblems bei einem Unternehmensverkauf noch erheblichen Forschungsbedarf gibt. Zudem waren meine Forschungsfragen sehr gut mit der an unserem Lehrstuhl gängigen Methode der Kausalanalyse vereinbar.
 
Wie ist die Zusammenarbeit mit deinem Professor - wie ist die Betreuung?
Bei der Themenwahl hat mir mein Professor große Freiheiten gelassen. Er ist natürlich sehr eingespannt und ein Gesprächstermin mit ihm nicht immer leicht zu finden. Zu kritischen Zeitpunkten war er allerdings immer ansprechbar und gab mir wichtige Hinweise. Zudem hat mir das halbjährliche Doktorandenseminar, zu dem zusätzlich ein externer Professor eingeladen wurde, sehr geholfen, um auf der richtigen Spur zu bleiben und die Promotion zügig durchzuziehen.
 
Was ist für dich an deinem Promotions-Modell besonders positiv/negativ?
Wir haben an unserem Lehrstuhl eine klare zeitliche Regelung hinsichtlich der lehrstuhlbezogenen und der dissertationsbezogenen Arbeit. Während des Semesters sind wir sehr stark am Lehrstuhl eingespannt, was natürlich teilweise die eigene Dissertation behindert. Dafür haben wir allerdings in den Semesterferien große Freiheiten bezüglich unserer eigenen Doktorarbeit. So kann ich über mehrere Wochen konzentriert arbeiten und gute Fortschritte machen. Außerdem gibt es halbjährlich so genannte Doktorandenseminare, in denen wir im Kreis der Kollegen und zweier Professoren über ein Dissertationsprojekt diskutieren. Dadurch erhält man zusätzlich wertvolle Hinweise. Auf diese Weise können wir die Promotionsdauer von etwa drei Jahren einhalten - für die Wirtschaftswissenschaften ist das recht zügig.

Auf welche unerwarteten Hindernisse bist du gestoßen und wie hast du sie bewältigt?
Ein erster wichtiger Meilenstein im Promotionsprozess ist es, die Forschungslücke zu konkretisieren. Sprich: herausfinden, über was ich eigentlich forschen möchte und was noch nicht erforscht wurde. Bis dahin erlebt man bei den umfangreichen Literaturrecherchen viel Leerlauf und Frustration. Man darf sich aber nicht entmutigen lassen. Zudem ist ein reger Austausch mit Kollegen und dem Doktorvater in dieser Phase ratsam, um das Thema abzugrenzen. Gerade am Anfang war für mich die Tatsache belastend, dass einen die Doktorarbeit ständig begleitet, also auch abends und am Wochenende. Hier muss man lernen, abzuschalten und sich Zeit für andere Dinge zu nehmen. Das gelang mir im Laufe der Promotion aber immer besser.

Was planst du nach deiner Promotion?

Seit August arbeite ich bei Ernst & Young in der Transaktionsberatung. Somit gibt es gewisse Anknüpfungspunkte zwischen meinem Dissertationsthema und meiner neuen Tätigkeit.
 
Welche Tipps kannst du anderen (künftigen) Doktoranden mit auf den Weg geben?
In die Promotionsentscheidung sollten auf jeden Fall die Erfahrungen aus der Diplomarbeit oder einer ähnlichen wissenschaftlichen Arbeit einfließen. Man sollte sich fragen, ob einem diese Form der Arbeit Spaß macht und man dafür geeignet ist. Finanzielle Einbußen, die man während der Promotion hat, hatten bei mir übrigens keinen großen Einfluss auf die Entscheidung. Ideal ist es, die Promotion direkt an das Studium anzuschließen. Mit jedem Jahr mehr im Berufsleben nimmt nämlich die Bereitschaft und Motivation hierfür ab.
 
Weiterhin ist es wichtig, regelmäßig zu arbeiten. Man muss Selbstdisziplin an den Tag legen und sich auch in schwierigen Phasen motivieren können. Während der Promotion wird man immer wieder Berge und Täler durchschreiten; wenn man durchhält, stehen aber die Chancen für eine Bergankunft sehr gut.

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