Partner von:

Doktorand und Arbeitsmaschine

Arbeitsmaschinen sind das Thema der Dissertation, die e-fellow Steffen bei Bosch Rexroth schrieb [Quelle: sxc.hu User: gabriel 77]

Arbeitsmaschinen sind das Thema der Dissertation, die e-fellow Steffen bei Bosch Rexroth schrieb [Quelle: sxc.hu User: gabriel 77]

Warum hast du dich für eine Promotion entschieden?

 Eine Promotion gibt dir Freiheit. Am Anfang steht ein Thema, du arbeitest einige Jahre daran - und am Ende ist etwas gewachsen, das mit deinen anfänglichen Vorstellungen zwar thematisch noch zu tun hat, aber doch irgendwie anders ist. Diese Freiheit des persönlichen Schaffens und Forschens gibt es in der Arbeitswelt kaum.
 

Wie bist du auf deinen Doktorvater gestoßen?

 Die Betreuung hat mir Bosch Rexroth vermittelt. Bosch pflegt intensive Hochschulkontakte, so war das nicht schwierig. Ich habe schon meine Diplomarbeit bei Rexroth geschrieben. Als ich meinem Chef sagte, dass ich im Anschluss promovieren möchte, hat er für mich eine Stelle eingerichtet. Das war damals an unserem Standort etwas ganz Neues. Für dieses persönliche Engagement bin ich ihm heute noch dankbar.
 

Warum hast du dich für eine Promotion im Unternehmen entschieden?

 Da kamen einige Gründe zusammen. Der wichtigste war wohl, dass mir Bosch Rexroth eine Aufgabenstellung anbot, die mich interessierte. Außerdem dauert eine Industrie-Promotion bei Rexroth nur drei Jahre. Das Einkommen ist zwar nicht so hoch wie an der Uni - das braucht man direkt nach dem Studium aber auch nicht. Die Entscheidung für die Industrie-Promotion ist mir auch deshalb leichter gefallen, weil ich das Umfeld und die Kollegen vorher schon gut kannte. Viele haben selbst promoviert und wissen daher, was man durchmacht. Und natürlich ist die Promotion in der Firma ein Karriereschub, weil man im Anschluss viel schneller Verantwortung übernehmen kann. Die typische Einarbeitungsphase eines neuen Mitarbeiters, der von der Uni kommt, entfällt.
 

Was ist für dich an einer Promotion im Unternehmen besonders positiv oder negativ?
 Die Industrie-Promotion lässt sich nicht als besonders positiv oder negativ klassifizieren, weil das Umfeld im Unternehmen dafür gut oder schlecht geeignet sein kann. Ich hatte mit meiner Abteilung viel Glück. Ich konnte einerseits schon in der Promotion Berufserfahrung an vorderster Front sammeln. Andererseits hatte ich auch viel Freiraum zum Forschen, Probieren und Recherchieren. Negativ ist mit Sicherheit, dass man keine Erfahrung in der Lehre sammelt.
 

Kannst du dein Thema in ein paar "laientauglichen" Sätzen erklären?

 Sonderfahrzeuge wie Baumaschinen verbrauchen zu viel Kraftstoff. Deshalb untersuchen zurzeit viele Forscher, wie man den Energiebedarf senken kann. Alle neuen Ansätze kann man aber nicht gleichzeitig entwickeln, deswegen muss der beste identifiziert werden. Und das ist mein Thema.
 

Wie bis du zu deinem Thema gekommen? Wie hast du dich auf das Thema festgelegt?

 Das Thema war die Idee meines Chefs. Seine Vorstellung war allerdings ursprünglich eine andere als das, was letztendlich das Ergebnis war. Im Laufe der Zeit hat sich der Inhalt immer stärker abgezeichnet. Dieser Prozess hat bestimmt eineinhalb Jahre gedauert.
 

Auf welche unerwarteten Hindernisse bist du gestoßen und wie hast du sie bewältigt?

 Frust ist während einer Promotion unausweichlich. Da darf man nicht aufgeben, sondern muss einfach mal "beißen". Letzt- endlich hat sich bei mir dann ein Lösungsweg heraus- kristallisiert. Ihn zu verfolgen, stellte sich dann auch als richtig heraus. Hindernisse gibt es eigentlich kaum. Meistens ist es mangelnde geistige Flexibilität, die einen bremst.
 

Wie ist die Zusammenarbeit mit deinem Professor - wie ist die Betreuung?

 Während der drei Jahre habe ich meinen Professor ungefähr alle drei Monate getroffen, um meinen Stand zu diskutieren. Wir haben uns meistens gut verstanden. Seine Hinweise haben mir geholfen, die Arbeit in die richtige Richtung zu lenken. Genauso wichtig ist aber auch die Betreuung im Unternehmen. Das ist ein bisschen schwieriger, weil nicht abzusehen ist, ob der Betreuer während des gesamten Zeitraums der Promotion auf seiner Position bleibt. Auch bei mir wechselte der Betreuer einmal.
 

Was machst du im Moment?

 Ich bin seit März in der Projektleitung für neue Antriebskonzepte tätig. Parallel schreibe ich noch an den letzten Zeilen der Dissertation, die diesen Monat fertig werden soll.
 

Welche Tipps kannst du anderen (künftigen) Doktoranden mit auf den Weg geben?
 Informiere dich so gut wie möglich über deine zukünftige Arbeitsumgebung. Sprich mit Alumni, nutze Foren und suche Kontakt zu aktuellen Doktoranden. So kannst du eine Promotionsstelle gut vorbereitet antreten.

nach oben

Du möchtest uns einen e-fellow für ein Porträt vorschlagen? Dann schreib eine E-Mail mit einer kurzer Begründung an das Redaktionsteam.

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren