Partner von:

Forschungsreise im Natriumkanal

Niere, Röntgen, X-Ray, Aorta (sxc.hu adamci)

Niere, Röntgen, X-Ray, Aorta (sxc.hu adamci)

Wann und warum hast du dich für eine Promotion entschieden?
 Bereits gegen Ende des Studiums, bevor ich mit meiner Diplomarbeit begonnen habe, hatte ich entschieden, dass ich nach Abschluss des Studiums eine Promotion anschließen möchte. Ich wollte dadurch mehr Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten bekommen, da ich mir vorstellen konnte, nach Abschluss der Promotion eine Karriere in der Forschung an der Universität einzuschlagen.
 

Wie hast du dich beworben?
 Für meine Promotion wollte ich auf jeden Fall in Erlangen bleiben. Der Großteil meiner Bewerbungen waren Initiativbewerbungen - ich habe per E-Mail angefragt und wurde dann zum persönlichen Gespräch eingeladen.
 
 Für den Bewerbungsprozess habe ich mir relativ viel Zeit genommen und mir verschiedene Institute und Arbeitsgruppen angeschaut. Da für eine naturwissenschaftliche Promotion generell mindestens drei Jahre vorgesehen sind, wollte ich mir meinen zukünftigen Arbeitsplatz gut aussuchen. Während dieser Zeit habe ich viele interessante Arbeitsgruppen kennengelernt und hatte letztendlich die Qual der Wahl, da mir mehrere Professoren eine Stelle angeboten haben.
 
 Die Entscheidung war nicht einfach, aber letztendlich entschloss ich mich, bei Professor Dr. Christoph Korbmacher am Institut für Zelluläre & Molekulare Physiologie zu promovieren. Mein Doktorvater, seine Arbeitsgruppe, das Themengebiet und die Ausstattung am Institut hatten bei mir den besten Eindruck hinterlassen, und ich habe meine Entscheidung nie bereut.
 

Erläutere dein Thema bitte in ein paar laientauglichen Sätzen.
 Die Niere ist das entscheidende Organ für die Aufrechterhaltung des Salz- und Wasserhaushalts im menschlichen Körper und essentiell für die Langzeitregulation des arteriellen Blutdrucks.
 
 Der epitheliale Natriumkanal (ENaC) ist zuständig für die Natriumaufnahme und somit für die Feinregulation der Salzausscheidung in der Niere. Forscher möchten die molekularen Mechanismen, die an der Regulation des ENaC beteiligt sind, aufklären. Davon erwarten sie sich ein besseres Verständnis für die Entstehung von arteriellem Bluthochdruck. Auch bei anderen Erkrankungen, die mit einer Salz- und Wasserretention einhergehen, - zum Beispiel beim nephrotischen Syndrom - spielt eine erhöhte Aktivität von ENaC möglicherweise eine entscheidende Rolle.
 
 Um zu einem besseren Verständnis der Funktion des epithelialen Natriumkanals und der beteiligten molekularen Mechanismen zu gelangen, untersuche ich mit Hilfe biochemischer und elektrophysiologischer Methoden in meinem Promotionsprojekt verschiedene Aspekte der ENaC-Regulation.
 

Was ist für dich an deinem Promotionsmodell besonders bemerkenswert?
 Ich bin Stipendiatin der Bayerischen Eliteförderung, Mitglied im internationalen Doktorandenkolleg "Leitstrukturen der Zellfunktion" des Elitenetzwerkes Bayern und Doktoranden-
 sprecherin des Doktorandenkollegs des Sonderforschungs-
 bereichs 423 "Nierenschäden: Pathogenese und Regenerative Mechanismen". Dadurch besteht die Möglichkeit, verschiedenste Seminare, Symposien, Summer Schools und Kongresse zu besuchen, und es herrscht ein reger Austausch mit den anderen Doktoranden. Außerdem gewinnt man viel Erfahrung durch die regelmäßigen Möglichkeiten, wissenschaftliche Poster zu präsentieren, Vorträge zu halten und "Progress reports" zu schreiben. Es fällt einem von Mal zu Mal leichter und man wird darin immer besser.
 

Auf welche unerwarteten Hindernisse bist du gestoßen, und wie hast du sie bewältigt?
 Da ich während meiner Diplomarbeit ausschließlich im Bereich Molekularbiologie/Zellkultur gearbeitet hatte, war es zu Beginn der Promotion nicht einfach, mich in der Welt der Elektrophysio- logie mit ihren völlig anderen Methoden zurechtzufinden. Dazu war eine gewisse Frustrationstoleranz und Durchhalte-
 vermögen nötig. Nach einigen Monaten Übung in den verschiedenen Methoden habe ich mich aber auch da gut eingearbeitet.
 

Wie gut betreut dich dein Professor?

 Die Betreuung durch meinen Doktorvater ist sehr gut und ich bin mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Er hat als Prodekan der Medizinischen Fakultät in Erlangen viele Aufgaben zu erfüllen, versucht sich aber immer Zeit zu nehmen, wenn es etwas zu besprechen gibt.
 

Wie sieht es mit Kongressbesuchen oder Auslandsreisen aus – wie kannst du sie finanzieren?
 Durch meine Mitgliedschaft im Doktorandenkolleg "Leitstrukturen der Zellfunktion" verfüge ich über Reisemittel für Kongresse und Auslandsreisen. Durch diese tolle Möglichkeit konnte ich bereits einige internationale und nationale Kongresse zu besuchen, zum Beispiel in Philadelphia, Kyoto, Paris, Hannover, Köln, Gießen oder Tübingen. Dort präsentierte ich ein Poster oder hielt einen Vortrag. Außerdem habe ich Anfang August eine Woche an der Universität Zürich verbracht, um dort in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Johannes Loffing am Institut für Anatomie die Methode der immunohistochemischen Färbungen der Niere mit speziellen Antikörpern zu erlernen. Ende Oktober geht es nach San Diego, wo ich auf dem größten Nephrologenkongress der USA, meine Daten als Poster präsentieren werde.
 

Was planst du nach deiner Promotion?

 Nach meiner Promotion möchte ich weiter an der Universität in der biomedizinischen Forschung arbeiten und eine akademische Karriere mit Habilitation anzustreben. Da ich mein jetziges Forschungsgebiet sehr interessant finde, will ich ihm auch nach dem Abschluss meiner Promotion treu bleiben.
 

Welche Tipps kannst du anderen Doktoranden mit auf den Weg geben?
 Ich habe relativ viel Zeit in die Suche meiner Doktorandenstelle investiert und kann dies jedem empfehlen. Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig, sich die Mitarbeiter, das Institut, das Themengebiet und die alltägliche Laborarbeit dort vorher genau anzuschauen, da man schließlich mindestens drei Jahre in dieser Umgebung verbringen wird. Die Arbeit soll Spaß machen - so kann man auch die Frustrationsphasen überwinden, die in der Forschung immer wieder vorkommen.

nach oben

Du möchtest uns einen e-fellow für ein Porträt vorschlagen? Dann schreib eine E-Mail mit einer kurzer Begründung an das Redaktionsteam.

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren